Motorsport

Der Duft der «Grünen Hölle»


Christian Vietoris aus der Nähe des Nürburgrings gilt als das größte deutsche Talent im Formel-Rennsport

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Wenn Christian Vietoris zu Hause im elterlichen Betrieb in dem kleinen Eifelflecken Lissendorf am Wochenende vor die Tür tritt, dann hat er ihn in der Nase. Jenen Duft, der ihn von frühester Kindheit an begleitet hat. Es ist die brisante Mischung aus Rennbenzin, aus verbranntem Gummi, Altöl und ein wenig auch vom Hauch der zahlreichen Würstchen- und «Pommes»-Buden, die in der Saison wie Pilze aus dem Boden schießen.

Lissendorf in der Nähe von Gerolstein, wo einmal ein bekannter Radprofi-Rennstall zu Hause war, das sind nur ein paar Häuser, eine Dorfkneipe, eine Kirche und ein kleiner Krämerladen. Das sind aber auch nur ein paar Kilometer, ein paar Minuten, bis zu jener Rennstrecke, die die Experten oft als die schönste, die spektakulärste, aber auch die schwierigste und die gefährlichste der Welt bezeichnen: der Nürburgring. Im Schatten der Burg, aber auch im Schatten der Rennstrecke ist…

Der Privat-Profi: Offroad-Experte Sven Quandt im Porträt


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Der Mann weiß, wovon er spricht. Und er weiß genau, was er tut. Der Mann ist jetzt 53 Jahre jung und strahlt noch immer die Aura eines gepflegten Oxford-Studenten aus. Im reiferen Semester, versteht sich. Er besitzt und regiert das erfolgreichste private Rallye-Team in der Cross Country-Weltmeisterschaft. Dort hinterlassen seine Renner markante und tiefe Spuren. In Sand, Schotter und Schlamm. Der Mann und seine Mitarbeiter gehören zu den «Offroadern» mit höheren Weihen.

Der Mann heißt Sven Quandt und entstammt einer der erfolgreichsten deutschen Kaufmanns- und Industriellenfamilien. Seine heutige Firma heißt seit 2001 «X-Raid GmbH». Die Wettbewerbsfahrzeuge basieren auf BMW-Produkten. Die ersten Jahre traten Sven Quandts Teams auf X-5-Allradlern an, seit 2006 hat man sich für den kleineren und wendigeren X-3 entschieden. Alle implantierten Motoren stammen aus der Triebwerksschmiede im oberösterreichischen Steyr, weisen 3 Liter Hubraum auf und folgen dem Selbstzünderprinzip. Soweit die Einführung. Sven Quandt war bereits…

Rallye Schweden: Nagelprobe bei minus 20 Grad


Motorsport in Eiseskälte fordert Mensch und Material extrem

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Rallyes gelten gemeinhin als der Zehnkampf des Motorsports. Gerade auf Eis und Schnee werden sie zur besonderen Herausforderung. Für das KÜS magazin hat Gregor Mausolf die Rallye Schweden besucht.

1.536 Spikes beißen sich in den Untergrund. 384 Nägel pro Reifen. Gnadenlos. Sie erlauben Geschwindigkeiten auf Eis und Schnee, die jenseits von Gut und Böse sind. Mit teilweise 200 km/h knallt der Finne Mikko Hirvonen in seinem Ford Focus durch die schwedischen Wälder und gewinnt so die Rallye Schweden, Auftakt der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft. Am Ende steht die Uhr bei 3 Stunden 9 Minuten 30,4 Sekunden. 345,15 Kilometer auf Bestzeit hat der schnelle Nordmann zurückgelegt, verteilt…

Der schnelle Schwabe – Ein Gespräch mit Rennfahrerlegende Hans Herrmann


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Vor wenigen Wochen ist der Rennfahrer Hans Herrmann 82 Jahre alt geworden. Für Porsche und Mercedes war er auf den Rennstrecken unterwegs; wegen der ihm eigenen Fortune bei einigen spektakulären Rennunfällen wurde der bekennende Schwabe auch Hans im Glück genannt. Sein wohl größter Erfolg war der Sieg im Porsche 917 K beim Regenrennen in Le Mans 1970. Für das KÜS magazin erinnerte sich Hans Herrmann gerne noch einmal an die aufregende Rennfahrerzeit. Das Gespräch führte Hans-Georg Marmit.

Hans Herrmann, Sie waren vor dem Krieg Fuhrunternehmer. Waren Sie mit Ihren Fahrgästen damals ähnlich schnell wie später etwa auf der Nordschleife? Hans Herrmann (lacht): Nein, das gab das Auto damals leider nicht her. Aber während alle Kapitän oder Lokführer werden wollten, war mein Berufswunsch klar: Ich wollte Rennfahrer werden. Als Kinder haben wir Modellautos die Straße runterfahren lassen, meins war das schnellste. Ich hatte, zugegeben nicht ganz regelkonform, mein Auto mit Blei beschwert. Damals…

Lockerer Plausch in der fliegenden Kanonenkugel


KÜS magazin unterwegs mit Dakar-Sieger Dirk von Zitzewitz im VW Race Touareg 2

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Ein Deutscher in einem deutschen Auto als Sieger eines Wettbewerbs mit historischen Dimensionen: Als erstes dieselgetriebenes Fahrzeug gewann der «Race Touareg 2» von Volkswagen Motorsport in diesem Jahr in der Besetzung Giniel de Villiers / Dirk von Zitzewitz die schwierigste Marathon-Rallye der Welt: Die «Rallye Dakar», 2009 zum ersten Mal nicht auf afrikanischem Terrain, sondern in Südamerika. Runde 10.000 Kilometer durch Argentinien und Chile, durch die heiße Atacama-Wüste und über wilde, zerklüftete Anden-Gipfel. Für die Wolfsburger, die mit großem finanziellem und technischem Aufwand die Überlegenheit des TDI-Konzeptes auch in extremsten Situationen unter Beweis stellen wollen, ist der Fahrer nach dem «Projekt Kleinschmidt», das nicht den erhofften Erfolg brachte, ein absoluter Glücksfall. Das KÜS Magazin sprach mit dem 40-jährigen, gebürtigen Eutiner dort, wo er sich zu Hause fühlt: Im VW Race Touareg.

«FunCamp» steht auf einem großen Banner, das zu dem zwischen dem kleinen Eifeldörfchen Drees und dem Gewerbepark Nürburgring gelegenen Gelände führt. Der Name ist Programm. «Fun», also jede Menge Spaß, wollen wir heute mit dem Dakar-Sieger haben. Und uns natürlich mit dem Mann unterhalten, der endlich den ersehnten Erfolg seines Arbeitgebers herbeiführte. Seit 2005 navigiert der ehemalige Motorrad-Profi und Veranstalter von Abenteuer-Reisen, zunächst gemeinsam mit Robby Gordon und Mark Miller, seit 2007 mit dem…

Keine «Piraterie» in der Formel 1


Abspaltung verhindert

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Es war ein Erdbeben im besten übertragenen Sinne, als die Nachricht von einer wahrscheinlichen Spaltung der Formel 1 durch die Medien ging. Doch kaum wurden mögliche Folgen auch nur ansatzweise diskutiert, kam schon die «Rolle rückwärts»: Es soll weitergehen in der Formel 1. Ohne Konkurrenz-Serie der Team-Vereinigung FOTA (Formula One Teams Association). Aber auch ohne Max Mosley, den mächtigen Boss des Automobil-Weltverbandes FIA.

Zur Person Max Mosley (Jahrgang 1940) fuhr in den Sechzigerjahren selbst Rennen (Formel 2), war Teamchef und 1969 Mitbegründer des Rennstalls March. Seit 1993 stand er an der Spitze der FIA: Der studierte Jurist verbrachte einen Teil seiner Schulzeit in Stein an der Traun und spricht bis heute fließend Deutsch. Die Vereinigung der Rennställe hatte die Personalie Max Mosley zum entscheidenden Faktor über die Zukunft der Formel 1 erhoben. Den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung zwischen der…

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