Reise

Heiligendamm:


Von Jane Austen bis zum G8-Gipfel

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Spätestens seit dem G8-Gipfel und dem extragroßen Strandkorb für die angereisten Staatschefs kennt die Welt das Seebad Heiligendamm. 1793 hat Friedrich Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, das älteste Seebad Deutschlands gegründet. Er ging hier auf Anraten seines Leibarztes baden und logierte wenige Kilometer entfernt den Sommer über in seiner Residenz in Doberan, nahe an der alten Klosterkirche mit den Gräbern seiner fürstlichen Vorfahren. In England war das längst Mode, sodass es höchste Zeit wurde, auch an Deutschlands Küsten dem eleganten Badeleben zu frönen.

Die Wahl des Küstenstreifens war nicht zufällig. Der Damm, wie ihn die Einheimischen nennen, ist ein durch die Brandung aufgeschütteter Steinwall. Man meint, er schütze die dahinter liegende Küste. Das Ufer ist bis weit hinaus ins Meer recht flach. Von der Landseite rahmt der aus zahlreichen Buchen bestehende Wald die kleine Bucht ein. Die Baumeister und Architekten entwarfen und gestalteten ein elegantes Ensemble, das durch antike Tempel, mittelalterliche Burgen und klassizistische Palais inspiriert ist. Das…

Van Life Kitchen


Jessica Lerchenmüller reist nicht nur kulinarisch gerne um die Welt

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            — es gibt keine größere Inspiration als die Küchen fremder Kulturen und ferner Länder.             — Urlaub mobil, mit Van, Caravan oder nur mit Fahrrad und Zelt: Freiheit pur, die aber kulinarisch ein Höchstmaß an Entbehrungsbereitschaft erfordert – zwischen Dosensuppen und Gastronomie. Soweit eine häufige Auffassung. Jessica Lerchenmüller zeigt in ihrem Buch »Van Life Kitchen«, dass das auch ganz anders geht. KÜSmagazin hat sie einen Einblick in ihre »Werkstatt« erlaubt. Frau Lerchenmüller, muss man…

Halle III


Die mit den schönen Italienerinnen

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Wenn sich einer entscheidet, Technik-Preziosen zu sammeln, muss er einige wichtige Voraussetzungen dazu mitbringen: Geeignete Gebäude, solides Fachwissen über Historie und Technik, Liebe zu Automobilen und/oder Motorrädern sowie eine gewisse finanzielle Solvenz. Auf Perry Eckert trifft alles zu.

Am Fuße des Ochsenkopfs wurden nun seine bisherigen Sammlungen mit der »Halle III« zu einer Museums-Trilogie im Städtchen Fichtelberg ergänzt. Platz genügend ist vorhanden, um jedes Exponat in seiner individuellen Wirkung und Wichtigkeit zur Entfaltung kommen zu lassen. Insgesamt stehen inzwischen über 500 Exponate mit zwei, drei- oder vier Rädern, mit und ohne Flügel, als Zeugnisse technischer Entwicklung ab 1896 bis in die späten 80er-Jahre in gepflegter Umgebung nebeneinander. Wo das durch große Fensterflächen einer…

Von Krabben und Hexen


Norwegen und das Land am Eismeer

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Die meisten Reisenden in Norwegen kommen nur bis zum Nordkap. Östlich davon erstreckt sich das Land am Eismeer voller Geschichten und Geheimnisse.

Keine Besuchermassen wie am Nordkap „Bitte keinen Meter weiter, dann sind Sie bereits in Russland“, so mahnt Hans Hatle (71) die Ausflügler im Touristencamp Boris Gleb. Vor über 20 Jahren hat der Mann aus Kirkenes den Logenplatz am Pasvikfluss direkt neben den Grenzpfählen errichtet, von Jahr zu Jahr wurde die Holzhütte erweitert. Heute kann er dort gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Nicole Merten (44) aus Hamburg mehreren Dutzend Gästen die Spezialität der Region auftischen: Königskrabben aus…

Auf zwei Rädern durch drei Länder in drei Tagen


Vennbahn: Grenzenloses Radeln

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Michael Josef Merten – ein Mann mit Weitsicht: 1885 baut er am Bahnhof von Lammersdorf den Gasthof »Zur Eisenbahn« mit heizbaren Zimmern für Fremde. Und die Gäste kommen zu Merten in das Eifeldorf, loben die gute Luft und die schöne Landschaft. Dampfzüge bringen sie von Aachen hinauf zu den Eifelhöhen, über 500 Meter hoch sind die Berge.

Schon bald rattern auch Züge mit Steinkohle aus dem Aachener Revier über den Gleisstrang in Richtung Troisvierges in Luxemburg; aus dem Süden rollt Eisenerz für die Stahlwerke in Aachen-Rothe Erde und Eschweiler heran. Vorbei – zwei Weltkriege und der wirtschaftliche Wandel bei Kohle und Stahl bedeuten 1989 das endgültige Aus für die Vennbahn. Heute kommen Reisende mit dem Fahrrad nach Lammersdorf. Auf der Route der Vennbahn sind sie unterwegs – von den Eifelhöhen über das…

Es waren die Wildschweine …


... die im Elsass als erste Erdöl fanden.

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Knapp 30 Kilometer Luftlinie westlich der Landesgrenze (Rhein) zwischen Deutschland und Frankreich und am nördlichen Rand des Forêt de Haguenau suhlten sich bereits im Mittelalter die Schwarzkittel im schattigen Wald inmitten ölhaltiger Pfützen. Die Region im nördlichen Elsass gehört zum Département »Bas Rhin«. Kleine und größere Dörfer ducken sich zwischen Wäldern, Weinbergen und Getreidefeldern. Auch Merkwiller und Pechelbronn gehören dazu. Die Wildschweine fühlten sich offensichtlich wohl und gesund und Einheimische stellten bei der Jagd fest, dass die braun-schwarzen Borstentiere weder Ungeziefer noch Parasiten mit sich trugen. Und was für das Tier gut ist, kann auch dem Menschen nicht schaden ...

Gute hundert Jahre später ging an Ort und Stelle die erste Erdöl-Raffinerie in Betrieb. 1498 schrieb der Geschichtsforscher Jacob Wimpfeling, dass „…man seit geraumer Zeit das Pechelbronner Erdöl mannigfach nutzte als Schmieröl und sogar als Heilmittel, um beispielsweise Wunden zu pflegen und Ungeziefer zu bekämpfen …“ Im mittleren 18. Jahrhundert wurde dann die Pechelbronner Erdölquelle von einem griechischen Arzt übernommen und ausgebaut. Er ließ den Erdölsand unter freiem Himmel schürfen. Erst wurde das Öl durch…

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