Reise

Mazda-Historie in Augsburg


Der Wankel-Fan und sein Museum

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1960, als Walter Frey aus Augsburg 16 Jahre alt war, deutete sich bereits seine Affinität zu automobiler Technik an: Er befasste sich immer heftiger mit der Idee, in Zukunft Autos zu sammeln. Mit 34 gründete er einen Kfz-Betrieb, später dann ein Autohaus, da hatte er sich für die japanische Marke Mazda entschieden. Das war 1978. Dabei hatte er ein ganz spezielles Interesse an den Wankelmotoren entwickelt. Auf seinen zahlreichen Reisen um den Globus suchte und fand der Firmengründer immer wieder Modelle, die seinem Wunsch, eine historisch möglichst nahtlose automobile Kollektion zu dokumentieren, entsprachen. Nach dem Motto »Gesehen, gekauft und in die Fuggerstadt gebracht« wuchs im Lauf der Jahre die Sammlung bis auf weit über 100 Exponate. Für die Autohaus-Räumlichkeiten spürbar zu viele.

— weltweit das Größte seiner Art — Dann kam 2011 das Angebot der Augsburger Verkehrsbetriebe, ein nicht mehr benötigtes Straßenbahndepot zu erwerben. Nach fachgerechter Restaurierung und dem Umbau im Inneren wurde daraus das »Mazda Classic Automobil Museum Frey«. Im Mai 2017 wurde es eröffnet – weltweit das Größte seiner Art. Aus der Frey’schen Sammlung tummeln sich stets gut 50 Exemplare in wechselnder Zusammenstellung. Dass sich Mazda auch im Motorsport erfolgreich betätigte, zeigen einige »Renner«. Das…

Von der A19 in die Wildnis – in wenigen Minuten


Der Wildpark von Güstrow

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Güstrow ist ein beliebtes Reiseziel. Die Stadt in der Mecklenburgischen Schweiz war z. B. lange Jahre Lebensort des Künstlers Ernst Barlach, dessen Atelier- und Wohnhaus am Inselsee besichtigt werden kann. Davon zeugt Barlachs Kunstwerk des »Schwebenden« im Dom. Auch für Naturliebhaber ist Güstrow eine Reise wert, nämlich zum Wildpark-MV. Nahezu einen Wildkatzensprung von der Ostsee und der Mecklenburgischen Seenplatte entfernt. In wenigen Fahrminuten von der Autobahn zu erreichen. Ebenso gut ist die Anbindung mit Bus, Bahn und dem Rad.

Wer mutig ist, kann eine Wolfhütte über Nacht buchen Zu empfehlen ist es, einen ganzen Tag für den Besuch einzuplanen, denn der Wildpark ist so abwechslungsreich und vielfältig gestaltet, dass man leicht die Zeit vergisst. Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen begeistert, wenn sie zu allen Jahreszeiten das Leben der unterschiedlichsten Tiere beobachten können. Durch das Jahr hindurch lassen sich Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Eulen, Rinder, Wildschweine, Damwild und noch viel mehr Tiere beobachten, die alle im…

Wildnarzissen als Blütenmeer


Die gelben Täler der Eifel

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Millionen wilder Narzissen verwandeln im April Talwiesen in der Eifel in ein gelbes Blütenmeer. Die Wildform der Osterglocken wächst in Deutschland nur bei Monschau und Hellenthal, außerdem noch im Hunsrück.

Wolfgang Schumacher kann sich noch gut erinnern, an seine Wanderung in den 1970er-Jahren durchs Oleftal in der Eifel. „Im dunklen Fichtenwald sorgten hier und da wilde Narzissen für leuchtend gelbe Farbtupfer“. Das Erlebnis ließ den Biologen nicht mehr los. Er setzte sich ein für die gefährdeten Blumen, sprach mit Naturschutzorganisationen und knüpfte Kontakte zur Loki-Schmidt-Stiftung. Mit deren finanzieller Hilfe konnte im Herbst 1979 im Oleftal erstmals ein Hektar Fichtenbestand abgeholzt und erneut zur Narzissenwiese werden.…

Färöer-Inseln: Tunnel unter dem Nordatlantik mit Kreisverkehr


Unter Wasser geht’s rund

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Gut 50.000 Menschen leben auf den Färöer, einer zu Dänemark gehörenden, aber weitgehend autonomen Inselgruppe zwischen Island und Norwegen im Nordatlantik. Und doch wurde hier Ende 2020 für 175 Mio. Euro eines der spektakulärsten Tunnelprojekte der vergangenen Jahrzehnte fertiggestellt. Dabei weltweit einmalig: der Unterwasser-Kreisverkehr.

Absoluter Hingucker Der Unterwasser-Kreisverkehr allein ist ein absoluter Hingucker und wird sicher zum Sightseeing-Höhepunkt für alle Inselbesucher. Das ist zum Teil wohl auch nötig, denn die Baukosten sollen in erster Linie durch Mautgebühren refinanziert werden. Die Regierung der Färöer beteiligt sich mit 54 Mio. Euro, von denen ein Teil allerdings für den noch im Bau befindlichen 10,8 km langen Sandoyartunnilin bestimmt ist, der ab 2023 die Hauptstadt-Insel Streymoy mit einer südlicher gelegenen Insel verbinden…

La Péniche S – das Elektro-Hausboot


Leise und abgasfrei auf dem Rhein-Marne-Kanal

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Bei Pkw ist der elektrische Antrieb mit schweren Batterien, langen Ladezeiten und überschaubaren Reichweiten umstritten. Wie sieht es bei Booten aus? Die Voraussetzungen, namentlich im Freizeitbereich, scheinen auf dem Wasser sehr viel besser. Denn der schwere Akku an Bord wird leichter durch ein physikalisches Gesetz: Ein Schiff verliert so viel an Gewicht, wie das Wasser wiegt, das der Rumpf verdrängt. Akku-Ladezeiten spielen keine Rolle, da die Freizeitschiffer in der Regel nachts schlafen und auch tagsüber gern Pausen machen, um etwas zu essen oder zu einem Landgang aufzubrechen.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurden auf einem Teilstück des Rhein-Marne-Kanals in Elsass-Lothringen etwa alle zehn Kilometer Ladesäulen für jeweils zwei Boote aufgestellt. Das erste batterieelektrisch betriebene Hausboot heißt »La Péniche S«. VÖLLIGE LAUTLOSIGKEIT Man wirbt mit völliger Lautlosigkeit, wovon wir uns auf einer mehrtägigen Testfahrt überzeugten: Außer einem leisen Plätschern des Wassers über der Schraube am Heck hört man nichts, fühlt sich ähnlich wie auf einem Segelboot, nimmt das Zwitschern der Vögel am Ufer wahr.…

90 Jahre Glacier Express


Durch Schweizer Berge und Täler

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Im Graubündner Nobelort St. Moritz startet der legendäre Zug. Knapp acht Stunden ist die Schmalspurbahn unterwegs, bevor sie ihr Ziel, das 290 Kilometer entfernte Walliser Bergdorf Zermatt erreicht. Steile Anstiege, enge Kurven und Galerien zwingen den Zug zur Langsamkeit. Während der Glacier Express im Graubündner Land tiefe Schluchten über schwindelerregend hohe Brücken überwindet und extreme Gefälle durch Kehrtunnels oder Schleifen auffängt, arbeiten sich Lok und Waggons im Wallis per Zahnradbetrieb steil auf- und abwärts.

Vor 90 Jahren nahm der Glacier Express erstmals die gesamte Strecke quer durch die Schweizer Gebirgslandschaft unter die Räder. Bevor es soweit war, musste eine Armada an Arbeitskräften die Schienen mit bahntechnischen Kunstgriffen durch das unwegsame Gelände verlegen. Zu den Meisterleistungen gehört der Streckenabschnitt zwischen Preda und Bergün kurz nach dem Albulapass. Durch drei kurz aufeinander folgende Kehrtunnels schraubt sich die Bahn hier über knapp zwölf Kilometer gut 400 Meter talwärts. Danach folgt eine Verschnaufpause…

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