Reise

La Péniche S – das Elektro-Hausboot


Leise und abgasfrei auf dem Rhein-Marne-Kanal

0

Bei Pkw ist der elektrische Antrieb mit schweren Batterien, langen Ladezeiten und überschaubaren Reichweiten umstritten. Wie sieht es bei Booten aus? Die Voraussetzungen, namentlich im Freizeitbereich, scheinen auf dem Wasser sehr viel besser. Denn der schwere Akku an Bord wird leichter durch ein physikalisches Gesetz: Ein Schiff verliert so viel an Gewicht, wie das Wasser wiegt, das der Rumpf verdrängt. Akku-Ladezeiten spielen keine Rolle, da die Freizeitschiffer in der Regel nachts schlafen und auch tagsüber gern Pausen machen, um etwas zu essen oder zu einem Landgang aufzubrechen.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurden auf einem Teilstück des Rhein-Marne-Kanals in Elsass-Lothringen etwa alle zehn Kilometer Ladesäulen für jeweils zwei Boote aufgestellt. Das erste batterieelektrisch betriebene Hausboot heißt »La Péniche S«. VÖLLIGE LAUTLOSIGKEIT Man wirbt mit völliger Lautlosigkeit, wovon wir uns auf einer mehrtägigen Testfahrt überzeugten: Außer einem leisen Plätschern des Wassers über der Schraube am Heck hört man nichts, fühlt sich ähnlich wie auf einem Segelboot, nimmt das Zwitschern der Vögel am Ufer wahr.…

90 Jahre Glacier Express


Durch Schweizer Berge und Täler

0

Im Graubündner Nobelort St. Moritz startet der legendäre Zug. Knapp acht Stunden ist die Schmalspurbahn unterwegs, bevor sie ihr Ziel, das 290 Kilometer entfernte Walliser Bergdorf Zermatt erreicht. Steile Anstiege, enge Kurven und Galerien zwingen den Zug zur Langsamkeit. Während der Glacier Express im Graubündner Land tiefe Schluchten über schwindelerregend hohe Brücken überwindet und extreme Gefälle durch Kehrtunnels oder Schleifen auffängt, arbeiten sich Lok und Waggons im Wallis per Zahnradbetrieb steil auf- und abwärts.

Vor 90 Jahren nahm der Glacier Express erstmals die gesamte Strecke quer durch die Schweizer Gebirgslandschaft unter die Räder. Bevor es soweit war, musste eine Armada an Arbeitskräften die Schienen mit bahntechnischen Kunstgriffen durch das unwegsame Gelände verlegen. Zu den Meisterleistungen gehört der Streckenabschnitt zwischen Preda und Bergün kurz nach dem Albulapass. Durch drei kurz aufeinander folgende Kehrtunnels schraubt sich die Bahn hier über knapp zwölf Kilometer gut 400 Meter talwärts. Danach folgt eine Verschnaufpause…

Heiligendamm:


Von Jane Austen bis zum G8-Gipfel

0

Spätestens seit dem G8-Gipfel und dem extragroßen Strandkorb für die angereisten Staatschefs kennt die Welt das Seebad Heiligendamm. 1793 hat Friedrich Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, das älteste Seebad Deutschlands gegründet. Er ging hier auf Anraten seines Leibarztes baden und logierte wenige Kilometer entfernt den Sommer über in seiner Residenz in Doberan, nahe an der alten Klosterkirche mit den Gräbern seiner fürstlichen Vorfahren. In England war das längst Mode, sodass es höchste Zeit wurde, auch an Deutschlands Küsten dem eleganten Badeleben zu frönen.

Die Wahl des Küstenstreifens war nicht zufällig. Der Damm, wie ihn die Einheimischen nennen, ist ein durch die Brandung aufgeschütteter Steinwall. Man meint, er schütze die dahinter liegende Küste. Das Ufer ist bis weit hinaus ins Meer recht flach. Von der Landseite rahmt der aus zahlreichen Buchen bestehende Wald die kleine Bucht ein. Die Baumeister und Architekten entwarfen und gestalteten ein elegantes Ensemble, das durch antike Tempel, mittelalterliche Burgen und klassizistische Palais inspiriert ist. Das…

Van Life Kitchen


Jessica Lerchenmüller reist nicht nur kulinarisch gerne um die Welt

0

            — es gibt keine größere Inspiration als die Küchen fremder Kulturen und ferner Länder.             — Urlaub mobil, mit Van, Caravan oder nur mit Fahrrad und Zelt: Freiheit pur, die aber kulinarisch ein Höchstmaß an Entbehrungsbereitschaft erfordert – zwischen Dosensuppen und Gastronomie. Soweit eine häufige Auffassung. Jessica Lerchenmüller zeigt in ihrem Buch »Van Life Kitchen«, dass das auch ganz anders geht. KÜSmagazin hat sie einen Einblick in ihre »Werkstatt« erlaubt. Frau Lerchenmüller, muss man…

Halle III


Die mit den schönen Italienerinnen

0

Wenn sich einer entscheidet, Technik-Preziosen zu sammeln, muss er einige wichtige Voraussetzungen dazu mitbringen: Geeignete Gebäude, solides Fachwissen über Historie und Technik, Liebe zu Automobilen und/oder Motorrädern sowie eine gewisse finanzielle Solvenz. Auf Perry Eckert trifft alles zu.

Am Fuße des Ochsenkopfs wurden nun seine bisherigen Sammlungen mit der »Halle III« zu einer Museums-Trilogie im Städtchen Fichtelberg ergänzt. Platz genügend ist vorhanden, um jedes Exponat in seiner individuellen Wirkung und Wichtigkeit zur Entfaltung kommen zu lassen. Insgesamt stehen inzwischen über 500 Exponate mit zwei, drei- oder vier Rädern, mit und ohne Flügel, als Zeugnisse technischer Entwicklung ab 1896 bis in die späten 80er-Jahre in gepflegter Umgebung nebeneinander. Wo das durch große Fensterflächen einer…

Von Krabben und Hexen


Norwegen und das Land am Eismeer

0

Die meisten Reisenden in Norwegen kommen nur bis zum Nordkap. Östlich davon erstreckt sich das Land am Eismeer voller Geschichten und Geheimnisse.

Keine Besuchermassen wie am Nordkap „Bitte keinen Meter weiter, dann sind Sie bereits in Russland“, so mahnt Hans Hatle (71) die Ausflügler im Touristencamp Boris Gleb. Vor über 20 Jahren hat der Mann aus Kirkenes den Logenplatz am Pasvikfluss direkt neben den Grenzpfählen errichtet, von Jahr zu Jahr wurde die Holzhütte erweitert. Heute kann er dort gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Nicole Merten (44) aus Hamburg mehreren Dutzend Gästen die Spezialität der Region auftischen: Königskrabben aus…

1 2 3 28