Mazda, Toyota & Co


wachsen in die Startfelder klassischer Rallyes hinein

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»Die Japaner kommen« — diese Überschrift konnte man häufig in den Siebzigern lesen, als die japanischen Hersteller mit Macht auf den deutschen Markt drängten. Nach zaghaften Anfängen von Honda im Jahre 1967 waren das Toyota (1970), Datsun/Nissan (1973), Mazda (1973), Mitsubishi (1977), Daihatsu (1977), Suzuki (1980), Subaru (1980) und schließlich Isuzu (1985).

Jahrzehnte später heißt es erneut: Die Japaner kommen. Diesmal geht es um die Teilnahme von Autos aus Fernost an Oldtimer-Rallyes. Voraussetzungen sind ein gewisses Fahrzeugalter und – in der Regel – ein
H-Kennzeichen.
Noch sind japanische Autos eher selten zu sehen in Startfeldern, in denen meist Mercedes, Porsche und Jaguar den Kern bilden, umrahmt von BMW und VW Käfer, Opel Manta und Ford Mustang sowie italienischen, französischen und englischen Marken, die teilweise gar nicht mehr existieren. Etwa Autobianchi, Panhard und Riley?
Und doch: Bei der Baiersbronn Classic war es 2021 ein Mazda 929 Coupé, das dem ältesten Auto – immerhin ein Bentley Baujahr 1928 – die Schau stahl. Der Mazda 929 von 1975 war der einzige Japaner unter 128 Teilnehmern, und der Streckensprecher erwähnte ihn mehrfach als »die größte Rarität im Feld«. Bei der Luxemburg Classic zog ein Toyota Celica die Blicke auf sich, mit dem Baujahr 1991 gerade eben erst im Klassiker-Alter.
Der Grund für diese Erfolge liegt in der Verkaufsphilosophie der Anfangsjahre: Die Japaner fassten am deutschen Markt Fuß mit preisgünstigen Fahrzeugen auf robusten Fahrwerken, kompletter Ausstattung und guter Verarbeitung. Ihnen fehlte der Mythos, der etwa Marken wie Alfa Romeo, Jaguar und Maserati umgab.
Die Autos aus Fernost setzten neue Maßstäbe in den Pannenstatistiken, aber auf die Idee, sie nach Ablauf ihres alltäglichen Gebrauchs zu restaurieren und in Ehren alt werden zu lassen, kam seinerzeit kaum jemand. So ist jener Datsun 240Z, den der deutsche Nissan-Importeur gelegentlich zu historischen Anlässen an den Start bringt, ein Re-Import aus den USA. Und das in Baiersbronn angetretene Mazda-Coupé hat die Sammler-Familie Frey für ihr Museum in Augsburg in den Niederlanden erworben.

Fotos Gundel Jacobi

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