Auto

Unterwegs im Opel Kapitän von 1956


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„Ich will mit meinem BMW auch weiterhin ab und zu einen sauberen Drift in der Kurve hinlegen!“ Das sagt der Tankwart an der Avia-Nostalgietankstelle in Kniebis oberhalb von Freudenstadt, wo wir auf dem Weg zur Baiersbronn Classic einen kurzen Halt einlegen. Was er nicht will: In ein per Smartphone herbeigerufenes fahrerloses Taxi einsteigen und ihm per Sprachsteuerung ein Fahrtziel zurufen.

Wir verstehen gut, was er meint, denn wir sind mit einem Opel Kapitän aus dem Jahre 1956 unterwegs. Der entwickelt aus 2,5 Liter Hubraum zwar nur 75 PS, die über eine dreigängige Lenkradschaltung auf die hintere Antriebsachse übertragen werden. Aber wenn bei den Wertungsprüfungen mit einem gefühlvollen Tritt auf das Gaspedal Bewegung ins Fahrzeug kommt, ist mit allen Sinnen spürbar, was man mit diesem Druck verursacht hat. Von der konkurrenzlos bequemen motorisierten Fortbewegung von Haus…

Taxi!


Personenbeförderung: Geschichte und Jubiläen

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Für die Entstehung und Entwicklung des Taxis waren wirtschaftliche Interessen grundlegend. Zuerst war nur der Gedanke Personen zu transportieren, sogenannte Portechaisen – von Personen getragene Sänften. Seit 1617 in Paris zur Anwendung gekommen. Am 1. Januar 1668, vor 350 Jahren, mussten solche Portechaisen, 12 an der Zahl, auf Geheiß des Berliner Kurfürsten Friedrich Wilhelm als Personen-Transportlösung in seiner Residenz zur Verfügung gestellt werden. Zu dieser Zeit suchten Hugenotten, aufgrund ihrer Auswanderung, bzw. Vertreibung, in großer Zahl, in Berlin Asyl und eine Bleibe. Von offizieller Seite wurde ihnen somit eine Erwerbsmöglichkeit geboten. Dies erzielte andererseits das öffentliche Interesse. Insbesondere zur Zeit Napoleons stieg die Nachfrage nach einem Transportgewerbe, als das Wege- und Straßennetz immer besser wurde. Die Geburtsstunde des Taxis.

Am Anfang war es schwerlich nachzuvollziehen, welche Wegstrecke zu welchen Konditionen der Personen- oder Güterbeförderer geleistet hat. Es gab die radumlaufgebundene Berechnung, welche sich nach der Wegstrecke orientierte. Eine zeitliche Berechnung anstatt der Entfernungspauschale konnte sich nicht durchsetzen. Daher gab es unzählige Versuche das optimale System zu entwickeln. Einen regelrechten Wettstreit der Taxameter-Entwickler und Hersteller erlebte die Weltausstellung 1889 in Paris. Verschiedene Länder präsentierten vor Ort bisherige Versuche eines optimalen Taxameters (zusammengesetztes französisches Wort aus…

70 Jahre Citroën 2 CV


Zwei Pferde, die Geschichte schrieben

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„Die Frau hat ja einen enormen Linksdrall beim Fahren“, stellte mein Klassenkamerad nach dem Aussteigen fest. Mir war er nicht aufgefallen: Mit der Referendarin, die uns beiden freundlicherweise ein Stück Schulweg zu Fuß erspart hatte, war ich in eine heftige Diskussion geraten: Über unseren Deutsch-Leistungskurs, über den bescheuert-spießigen Innstetten in Theodor Fontanes „Effi Briest“ und über das ganze Notengedöns sowieso. Das war 1984 und der Citroën 2 CV der Referendarin ein damals für ihren Berufsstand…

30 Jahre BMW Z1


Z wie Zukunft

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Punta Ala, Italien, Herbst 1988: Die angereisten Journalisten glauben es erst, als sie den neuen Z1 vor dem Hotel sehen, in das BMW die Weltpresse zur Premiere geladen hat. Denn dass die Münchener einen solchen Sportroadster tatsächlich bauen würden, hatte niemand für möglich gehalten.

Das erste Projekt der BMW Technik GmbH, die firmenintern das Kürzel ZT trägt, hebt sich von allem ab, was die Autowelt bis dato gesehen hat. Der Z1 soll nach dem Willen der Marketingstrategen nicht nur jung und frech sein, sondern auch »eine neue Dimension des Fahrerlebnisses« einleiten. Die am Z1-Projekt beteiligten Entwickler haben Freiheiten genossen, wie sie Ingenieuren nur selten eingeräumt werden. Der Clou: Die seitlichen Schiebetüren sind elektrisch in den riesigen Schwellern versenkbar und…

Elektroantrieb beflügelt die gute alte Ente


Kfz-Meister aus dem hessischen Langgöns rüstet den Oldtimer um

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Es gibt sie noch zahlreich, die Fans der guten alten „Ente“, die ja eigentlich Citroën 2CV hieß. Dank Christoph Frisch aus dem nordhessischen Langgöns fliegt der Oldtimer jetzt ins 21. Jahrhundert. Der Inhaber einer freien Kfz-Werkstatt rüstet den Klassiker nämlich auf Elektroantrieb um.

Als sich Christoph Frisch 1982 selbstständig machte und seine Firma mit dem bezeichnenden Namen »Entenfrisch« gründete, war die Ente noch reichlich im Straßenbild zu finden. Obwohl: Die ersten Exemplare waren nach heutigem Verständnis schon damals Oldtimer – schließlich wurde das französische Kultauto mit der irren Straßenlage bereits seit 1949 produziert. Bis zur Produktionseinstellung 1990 wurden gut 5 Millionen Limousinen und Kastenwagen gebaut. Inzwischen liegt der Schwerpunkt bei Entenfrisch nicht mehr nur bei Reparaturen, sondern Umbauten…

Die Alpine bekommt einen Nachfolger


Flache Formen zaubern

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Es war einer jener magischen Momente der Sportwagengeschichte, wie sie sonst in Maranello oder auf italienischen Messen zelebriert wurden. Auf dem Pariser Salon 1962 ging es allerdings nicht um die Premiere eines PS-gewaltigen V12-Renners, sondern um ein winziges, 3,85 Meter langes und mit 1,13 Meter gerade einmal hüfthohes Heckmotor-Coupé des Renault-Händlers und Rallyepiloten Jean Rédélé aus Dieppe an der französischen Kanalküste.

Ausgerechnet diese kleine Kunststoffflunder vom Typ Alpine A110 Berlinette mit knausrigen 38 kW/51 PS aus einem Renault-Motor stahl allen Vmax-Boliden die Schau, als sie unter der französischen Flagge enthüllt wurde. Tatsächlich hatte Jean Rédélé schon mit seinem ersten Streetracer A106 durch Erfolge bei der Mille Miglia das Potential der Alpine-Sportler demonstriert. Dabei folgte er dem Beispiel von Porsche, robuste Großserientechnik in gerade noch bezahlbares Sportgerät zu implantieren. Hinzu kamen verführerisch schöne aerodynamische Formen – anfangs…

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