Kultur

120 Jahre Renault


Patisserie mit PS – aber kalorienfrei

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„Das ist ein Cremeschnittchen!“ So erklärte meine Mutter mir ein Auto, das zur Vorderseite einer Postkarte in den späten Sechzigern gehörte. Das Auto an der Straße sah man zwar sofort, um das Modell zu erkennen, musste man dagegen schon sehr genau hinsehen.

Nun fand ich damals eine bestimmte Süßspeise extrem lecker: Blätterteig mit angedickten Kirschen und süßer Creme, obendrauf noch eine Teigschicht, und die mit dickem Zuckerguss. Das nannte sich „Holländer Kirsch“, war qua Natur ein echtes Cremeschnittchen und hatte so gar nichts gemeinsam mit dem Auto auf dem Papier. Des Rätsels Lösung erfuhr ich erst, als ich den Kinderschuhen längst entwachsen war. Aus der Not des Nachkriegsjahres 1946 heraus wurden die ersten Exemplare des Renault 4…

50 Jahre Volkswagen 411/412


Des Käfers gröẞte Kleider

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Volkswagen hat viel zu feiern in diesem Jahr, doch ein Jubiläum lassen die Wolfsburger fast still vergehen.

Fotos Volkswagen/SP-X Vielleicht weil frühere Witze über das 1968 vorgestellte Flaggschiffmodell noch heute weh tun: „Wie kommt der VW 411 zu seinem Namen? Endlich ein Käfer mit vier Türen, aber er kommt elf Jahre zu spät!“ Tatsächlich hatten die intern Typ 4 genannten zwei- oder viertürigen Limousinen und der Kombi Variant das Vorkriegskonzept des Käfers mit luftgekühltem Heckmotor in die obere Mittelklasse transferiert. Technisch von gestern war der VW 411 nicht. Im Gegenteil, unter dem…

Andreas Gabalier. Einer, der polarisiert


Heimatklang trifft Rock’n’Roll

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Volksmusik: Für mich, Jahrgang 1966, in der Schulzeit bis weit in die Ausbildungsjahre hinein ein NoGo. Das Wort allein hatte was von Altherrengedöns, und die Musik des Genres klang schon vor dem Hintergrund der Bezeichnung genauso. Naja, Hannes Wader hatte schon in den Siebzigern gezeigt, dass das auch anders funktioniert, trotzdem: Cool war nur Rock in allen Spielarten, und weitgehend galt, was der kürzlich verstorbene Hamburger Songwriter Wolfgang Michels im Interview mit KÜS magazin gesagt hatte: Wer cool und lässig sein wollte als Musiker, sang in Englisch. Gerne berief sich Wolfgang im Gespräch dabei auf John Lennon, die Beatles und die Rolling Stones.

Heute, 2018, fühlt man sich an die Beatles und die Rolling Stones erinnert, guckt man bei einem Konzert von Andreas Gabalier ins Publikum: Da wird mitgesungen, geklatscht, die gesprochenen Überleitungen zwischen den Liedern produzieren Lacher. Und was da aus dem Publikum so alles auf die Bühne fliegt, um der Begeisterung noch mehr Nachdruck zu verleihen, stellen wir uns lieber nicht vor. Altherrengedöns? Nee, der Kerl begeistert generations- und geschlechterübergreifend. Ungewöhnlich dabei; Andreas Gabalier gehört zu…

Sasha meldet sich zurück – erstmals auf Deutsch


Schlüsselkinder und die Dankbarkeit für das Gute im Leben

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Vielleicht würde er ja als One-Hit-Wonder in der Versenkung verschwinden. Dachte manche(r), als Sasha, 18 Jahre jung, mit „If You Believe“ die Charts stürmte und dauerhaft die Titelseite eines sehr bekannten Jugendmagazins schmückte. Denn oft genug läuft es ja genau so: Nach einem Riesenerfolg kommt vielleicht noch ein mäßig verkäuflicher Nachfolger – und dann nichts mehr.

Sasha, bürgerlich Sascha Schmitz und seit seiner Heirat Sascha Röntgen-Schmitz, hat aus dem ersten Hit eine fulminante Karriere gemacht. Das liegt unter anderem daran, dass er echte Entertainer-Qualitäten hat. Unvergessen sein launiger Auftritt bei „Wetten, dass…?“, als er auf Gottschalks Couch locker darüber plauderte, wie er selbst als Junge diese Sendung erlebte: Samstags wird gebadet, dann gibt’s Kartoffelsalat und Würstchen, ja, und eben den damaligen Straßenfeger im Zweiten. So redet keiner, der im Erfolg die…

Feine Sahne Fischfilet: Punk auf Power


…dann wär die Welt eine bessere

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„Jan war von der ersten Lebensminute an auf Power. Immer.“ Also seit 1987. Gut 30 Jahre später kennt die Öffentlichkeit Jan (Gorkow) vor allem als „Monchi“. Und dem Fazit, das Monchis Mutter Angela Gorkow im Dokumentarfilm „Wildes Herz“ über ihren Sohn zieht, darf ohne Wenn und Aber zugestimmt werden.

Aber: Wer Monchi sagt, muss auch „Feine Sahne Fischfilet“ sagen. Zuhause ist die Punk-Band in Mecklenburg-Vorpommern, bekannt ist sie längst in ganz Deutschland. Spätestens seit Charly Hübner, vor allem bekannt als Kommissar in der TV-Serie „Polizeiruf 110“, und Sebastian Schultz ihnen den erwähnten Film widmeten. Der kam im April 2018 bundesweit in die Kinos. Sich positionieren gegen Rechtsextremismus: Das tun Christoph Sell, Jacobus North, Max Bobzin, Kai Irrgang, Olaf Ney und Jan „Monchi“ Gorkow konsequent.…

Ein Technik-Paradies im Fichtelgebirge: Perry Eckert und seine Sammlung


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Hier, in Fichtelberg, gut erreichbar gelegen zwischen den Autobahnen A93 und A9, genauer: zwischen Bad Berneck und Wunsiedel, hat Familie Eckert einen Lebenstraum mit Fleiß und großer Sachkenntnis verwirklicht: ein Museum für Technik und Verkehr im ganz breiten Sinne.

Der Technik-Freak Perry Eckert, 1959 geboren, begann seine »Karriere« bereits mit 10 Jahren. Da kaufte er vom gesparten Taschengeld Mopeds für 5 D-Mark, frisierte sie und verkaufte sie für 50 D-Mark. Ein Bilderbuchstart also für einen ehrgeizigen und cleveren Geschäftsmann. Doch die Eltern wollten ihn zu einem seriöseren Berufsbild hin drängen, schenkten ihm ein edles Reitpferd, Jung-Perry wurde Turnierreiter. Dann bröckelte aber die Liebe zum Ross, Perry verfiel wieder in seinen Technik-Modus: Zündapp-Bella- Motorroller, dann…

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