Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Kultur

Knasterbax und Siebenschütz


Kinderbuch-Neuauflage erinnert an den Bremer Autor Werner Schrader

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Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen und sind noch nicht mal miteinander verwandt. Damit hat sich’s aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Knasterbax verdingt sich als Räuber, lebt von Tag zu Tag, spricht ein abenteuerliches Deutsch, Siebenschütz ist Polizist mit entsprechend geordnetem Leben und verbringt viel Zeit damit, seinen vermeintlichen Zwilling zu erwischen.

1971 erschien die Geschichte erstmals und wurde kürzlich neu aufgelegt. Ihr Autor, Werner Schrader, war damals Lehrer im Bremer Stadtteil Aumund. Die Neuauflage erinnert zu Recht an einen Schriftsteller, der in den Siebzigern zu den profiliertesten deutschen Kinderbuchautoren gehörte und dessen Werke heute meist nur noch antiquarisch gekauft werden können. Gut und Böse lassen sich längst nicht immer sauber voneinander trennen Dieses Credo durchzieht all seine Bücher, als Überzeugung, nicht als fassadäres, larmoyantes Pseudo-Gutmenschentum. Es…

Daliah Lavi: Eine Ausnahme-Künstlerin


Viele Arten, Liebe zu zeigen

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Eine israelische Schauspielerin, deren zweite Karriere als Sängerin ihr vor allem in Deutschland fulminante Erfolge bescherte. Als Daliah Lavi 1970 mit »Liebeslied jener Sommernacht« den Durchbruch schaffte, eroberte sie schnell ein großes Publikum. Mit einem klassischen Schlager, aber dabei blieb es nicht allein.

Auf elegante Weise verarbeitete sie mehr und mehr Themen, über die man allgemein lieber nichts verlauten ließ. Dafür steht einer ihrer größten Erfolge: »Willst Du mit mir geh’n?« – der Titel klingt nach einem Teenager, der schüchtern im Tanzkurs den Tanzpartner fragt. Tatsächlich aber handelt er davon, dass Liebe sich vor allem in problematischen Zeiten bewähren muss, um den Namen zu verdienen – und die dann auch bis zuletzt hält: »…und ruhst Du mit mir…

Die Walt Grace Gallery in Miami: Cars & Guitars


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Geld allein macht auch nicht glücklich. Zumindest nicht, wenn man dafür sich selbst und seine Ideale an die Werbeindustrie verkaufen muss. Das jedenfalls ist eine Erkenntnis, die den Amerikaner Bill Goldstein irgendwann beschlichen hat, nachdem er Million um Million scheffelte und trotzdem immer weniger Spaß am Leben hatte, weil ihm die Zeit für die Dinge fehlte, die ihm wirklich wichtig waren: Seine Familie, seine alten Gitarren und seine Oldtimer.

Deshalb brauchte es nur noch einen Song von John Mayer über einen Träumer, der etwas total Verrücktes tut, um sein Leben zu ändern. „Ich hörte das Lied morgens im Bad, kam aus der Dusche und wusste, dass heute mein neues Leben beginnt.“ erinnert sich Goldstein an den schicksalhaften Morgen vor zwei Jahren, an dem er seinen millionenschweren Job bei einer großen Werbeagentur gekündigt und seinen Traum verwirklicht hat. Beim Protagonisten im Song war es der…

50 Jahre »Aktenzeichen xy … ungelöst«


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Eine Studentin, Mitte 20, verschwand 1984. Es wurde von einem Tötungsdelikt ausgegangen, es gab sogar ein Geständnis. 2015 klärte sich durch eine Verkettung von Ereignissen das Ganze auf: Die junge Frau war untergetaucht, hatte ein neues Leben begonnen und achtete sorgfältig darauf, dass ihre Spur nicht verfolgt werden konnte. Inzwischen Mitte 50, gab sie zu, ihr Verschwinden seinerzeit so geplant zu haben, dass alles auf ihre Tötung hindeutete. Warum sie diesen extremen Lebensweg wählte und auch nach der Aufklärung ihres Verschwindens keinen Kontakt zu ihrer Familie wollte, erklärte sie nicht.

Der Kriminalfall, der keiner war, ist der vielleicht spektakulärste, weil eigenartigste, der in 50 Jahren „Aktenzeichen xy … ungelöst“ gezeigt und schließlich geklärt werden konnte. 1985 war in der Sendung nach der jungen Frau gesucht worden. Die erste Ausgabe 2017 lenkte den Blick nicht nur auf die ungelösten Kriminalfälle, sondern auch auf den runden Geburtstag: In 50 Jahren ist „Aktenzeichen xy … ungelöst“ zu einem Markenzeichen deutscher Fernsehkultur geworden, hat an Fallbeispielen gezeigt, dass Menschen…

40 Jahre Saragossa Band


Von Big Bamboo bis Zabadak

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Kennen Sie Papamiento? Ok, mit drei oder vier Antworten zur Auswahl wäre das eine ideale Quizfrage. Aber auch wenn Sie dieses Wort jetzt zum ersten Mal lesen, kennen Sie höchstwahrscheinlich ein Lied, das damit eng verbunden ist. „Big Bamboo“, der erste große Hit der Saragossa Band, war in Papamiento, dem karibischen Dialekt, verfasst. Aus den Radios tönte es 1977 so lange, bis man es – seien wir ehrlich – eine Zeitlang nicht mehr hören mochte. „Big Bamboo“ ist trotzdem ein Evergreen geworden. Und: Mit ihrem eingängigen Karibik-Sound, der sein Zuhause im Pop und im Schlager weder leugnen konnte noch wollte, traf die Saragossa Band erkennbar den Zeitgeist. Seine Heimat hatte das Projekt, ungeachtet seines Namens, keineswegs in Spanien, sondern: in München. Das war 1977.

Die bayerische Hauptstadt war damals eine Hochburg der Unterhaltungsmusik. Von München aus brachte der Disco-Sound einen Hit nach dem anderen hervor. Einer der führenden Köpfe hinter den tanzbaren Melodien war Anthony Monn. Der war mal selbst als Sänger in Erscheinung getreten, hatte zudem unter anderem der exzentrischen Amanda Lear einige Disco-Hits auf den (kurvenreichen) Leib geschrieben. Nun also nahm er die Saragossa Band unter seine Fittiche. Nach dem Erstling hat die Saragossa Band noch zahlreiche…

Der King ist zurück


… oder zumindest sein Auto

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Na gut, es ist nicht wirklich so, dass Elvis wieder unter uns weilt. Aber das Auto, das er als GI bei seinem Militärdienst in Deutschland fuhr, wurde gefunden und restauriert. An sich hört sich das erstmal wenig spektakulär an. Doch das Auto ist ein BMW 507, also ein Fahrzeug, das mit nur etwa 250 produzierten Exemplaren eh schon so selten und begehrt wie eine blaue Mauritius ist.

Doch zurück auf Anfang. Elvis leistete seinen Wehrdienst 1958/59 in Bad Nauheim ab. Um es auf den deutschen Straßen stilecht krachen zu lassen, kaufte er sich eines der sehr teuren Roadster Cabrios des Typs 507, die BMW gerade auf den Markt brachte. Sein Exemplar mit der Fahrgestellnummer 70079 war perlweiß lackiert. Jedoch verblieb diese Farbe nicht lange auf dem Fahrzeug, denn der King hatte ein handfestes Problem. Seine immense Beliebtheit insbesondere bei den „deutschen Fräuleins“…

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