Quo vadis, »Heißer Stein«?


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„Der Motorsport wird zunehmend nachhaltiger. Das ist bei uns nicht anders.“ Es ist eine Selbstverständlichkeit, die Marco Konen da formuliert. Der 1. Vorsitzende des MSC Reil e. V. im ADAC beschreibt damit aber auch das zentrale Problem vom „Heißen Stein“. Jenes Renn-Areals, in dessen Geschichte sich Highlights finden wie ein 125-ccm-Weltmeisterschaftslauf, die Europameisterschaft 125 ccm, ein Weltmeisterschafts-Finale 125 ccm und das 50. Moto-Cross Rennen als European Championchip der Nationen. Eine exotische Sportart, sicher, aber eine, die Tausende von Fans nach Reil lockte.

„So, wie die Situation jetzt ist, bietet sie uns keine Perspektive mehr. Wir brauchen eine neue Strecke, die das ganze Jahr über benutzt werden kann, auf der wir Gäste bewirten können, die eine vernünftige Infrastruktur, eine Verkehrsanbindung und nachhaltige Betriebstechniken hat. Es bringt nichts, wenn wir an Traditionen hängen und erzählen, wie schön es mal war und uns die Zukunft davongaloppiert.“
Konen beschreibt die Situation realistisch: „Früher hat hier das ganze Dorf mitgeholfen, wenn wieder Motocross auf dem »Heißen Stein« anstand. Mittlerweile sind wir noch 40 Leute aus dem MSC, die alles alleine auf die Beine stellen sollen. Von den Kosten ganz zu schweigen. Und davon, dass wir unsere ehemalige WM-Strecke nur ein einziges Mal im Jahr benutzen, und dann wieder für ein Jahr lang halb verfallen lassen müssen, spricht auch niemand.“ Ein Dorf, das eben Anziehungspunkt für Tausende von Fans war.
Und so ist die Situation ein hervorragendes Beispiel dafür, wie grundlegend sich die Mobilität derzeit wandelt – und auch der Motorsport. „Um auch sportlich für die Zukunft gewappnet zu sein, muss man Möglichkeiten schaffen, E-Bikes für den Motorcross-Sport zu laden“, nennt Konen ein Zukunftsziel für das 620 Meter lange High-Speed-Areal ganz konkret.
Hinzu kommt die bauliche Situation auf der traditionellen WM-Strecke: „Wir sind da oben schon auf Bauerwartungsland unterwegs. Einem Besitzer fahren wir mittlerweile über sein neu erworbenes Grundstück. Wenn der anfangen will zu bauen, was sein gutes Recht ist, dann war es das da mit unserer Piste.“
Eine mögliche Lösung sieht Konen in der öffentlichen Förderung. Es gebe Fördertöpfe, die man ausschöpfen müsse. Wie der Motocross-Sport der Zukunft in Reil aussehen kann, hat er schon recht konkret vor sich:. „Wenn wir da oben ein vernünftiges Gelände haben, mit einem schönen Vereinsheim, dann werden wir in Zukunft auch mehr machen können, als nur einmal im Jahr eine Veranstaltung auszurichten.“ Und vielleicht große, internationale Rennen. Aber das ist Zukunftsmusik für den „Heißen Stein“. Noch.

Fotos Jürgen C. Braun

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