Benötige ich unbedingt eine eigene Wallbox?


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Foto: elektrify

Antwort vom Prüfingenieur-Support der KÜS:

Zum Aufladen eines E-Autos gibt es vielfältige Möglichkeiten. Die eigene Wallbox oder eine universelles Ladekabel an einer Starkstromsteckdose sind in den meisten Fällen wohl die praktischste, da das Energietanken in die normale Nutzungs- und Parkroutine eingebunden werden kann. Auch was Sicherheit und Effizienz angeht, ist die Ladestation in Garage oder am Carport oft die optimale Wahl. Aber nicht die einzige.  

Alternativ zur heimischen Box kann das Auto auch an öffentlichen Normalladesäulen oder beim Arbeitgeber geladen werden. Letzteres funktioniert zu Urlaubs- oder Homeoffice-Zeiten allerdings in der Regel nicht. Und beim Laden an den Wechselstromsäulen in der Stadt begrenzen viele E-Mobilitätsprovider die maximale Zeit an der Steckdose auf vier Stunden. Danach wird eine Blockiergebühr fällig, die zwar meist gedeckelt ist, aber die Energiekosten stark in die Höhe treibt. Das Laden über Nacht ist somit praktisch nicht möglich.  

Gerade bei E-Autos mit größeren Batterien wird der Speicher in vier Stunden nicht voll. Im Schnitt können in dieser Zeit nur rund 200 Kilometer Reichweite geladen werden. Eine weitere Schwierigkeit: Je nach Wohnort sind öffentliche Ladesäulen knapp und entsprechend häufig belegt. Wie sich die Verfügbarkeit in einzelnen Städten in Zukunft entwickeln wird, ist schwer vorauszusehen.  

Neben den Normalladesäulen gibt es Schnellladesäulen, an denen sich eine leere Batterie in rund 30 Minuten nahezu komplett füllen lässt. Allerdings sind die Preise dort teilweise deutlich höher als an Normalladesäulen. Für Vielfahrer gibt es aber spezielle Tarife, die die Kostendifferenz stark einebnen. Als Dauerlösung für Wenigfahrer eignet sich dieses Modell jedoch weniger.  

Eine weitere Option ist das Aufladen an der normalen Haushaltssteckdose. Dafür wird ein spezielles Ladekabel mit In-Cable-Control-Box (ICCB) genutzt, das bei vielen E-Neuwagen serienmäßig im Kofferraum liegt. Viele kennen es unter der Bezeichnung Notladekabel. Die Kontrollbox soll sowohl das Elektrofahrzeug als auch die Steckdose während des Ladevorgangs schützen. Das tut sie mitunter über eine Drosselung des Ladestroms, um eine Überlastung der Steckdose zu verhindern. Das bringt allerdings deutlich längere Ladezeiten mit sich. Bei 230 Volt und einer Drosselung auf 10 Ampere wird eine Ladeleistung von maximal 2,3 kW abgerufen. Über eine echte Wallbox sind hingegen 3,7, 7,4 oder 11 kW möglich. Über eventuell schon vorhandene Starkstromanschlüsse sieht das ähnlich aus – ein dreiphasiger 16 Ampere Drehstromanschluss liefert 11 kW und über den auf Campingplätzen häufig vorhandenen blauen Industrieanschluss wären es 3,7 kW. Ein grundsätzlicher Nachteil beim Laden über die normale Haushaltssteckdose sind außerdem höhere Ladeverluste im Vergleich zu den anderen Varianten. Je nach Ladesituation können diese durchaus ins Gewicht fallen und bis zu 20 Prozent ausmachen. Zudem empfiehlt sich beim regelmäßigen Laden über die Schuko-Dose eine Prüfung und gegebenenfalls Ertüchtigung durch einen Elektriker. 

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Ein Kommentar

  1. Ich habe mir ein E-Auto gekauft. Durch den Beitrag weiß ich, dass man auch ohne Wallbox das Auto gut geladen bekommt. Dennoch müssten es noch mehr Batterietankanlagen geben.

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