Motorsport

Ein Leben für den Nürburgring


Nachruf auf Gisela Herbstrith

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Fünf Jahre alt war sie bei der Einweihung jener Rennstrecke im Juni 1927, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg auf eine Idee und das ständige Drängen Ihres Vaters hin errichtet worden war. Fast ein Jahrhundert lang blieb Gisela Herbstrith, Tochter des damaligen Adenauer Landrats Dr. Otto Creutz, glühende Verfechterin des Lebenswerks ihres Vaters und Bewahrerin seines Erbes. Die gebürtige Bitburgerin ist die letzte Zeugin einer großartigen Epoche der Eifel.

Rückblick: Kurz nach der Geburt seiner Tochter Gisela wurde Otto Creutz nach Berlin ins Innenministerium abberufen und wenig später Landrat in Adenau. Unermüdlich setzte er sich dafür ein, dass die geplante Rennstrecke rund um die Nürburg gebaut wurde. In »Preußisch Sibirien«, wie man die Eifel damals nannte. Ein Landstrich, der als Ärmster in ganz Preußen galt. „Mein Vater hatte die Idee, die Rennstrecke kreuzungsfrei zu bauen, die Rennwagen sollten nicht im hohen Tempo durch die…

Im Temporausch —


Rosemeyer vs. Caracciola (Teil 1)

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Woher kommt das unbändige Verlangen, der „schnellste Mensch der Welt“ zu sein? Welchen Ursprung hat dieser Kult, der die Menschen seit der Frühzeit des Automobils in Atem hält, bis in die Neuzeit? Warum fasziniert es so, wenn Rennpiloten, den Tod im Nacken, ihr Leben aufs Spiel setzen für die wilde Hatz nach dem Geschwindigkeitsrekord, der immer auch von erbitterten Duellen geprägt war? Wimpernschläge der Zeitgeschichte.

unbekümmert, todesmutig, unverletzlich. Die 1930er-Jahre. Zwei »Großmächte« stehen sich gegenüber. Die Duelle der damals noch jungen Auto Union und der traditionsreichen Mercedes-Benz AG dominieren das Geschehen auf den internationalen Rennstrecken. Die waghalsigen Piloten in ihren Silberpfeilen werden vom Publikum wie Helden verehrt. Die Fahrer gehen für Titel und Ruhm an physische und physikalische Grenzen. Die Duelle gewinnen an Schärfe, als Bernd Rosemeyer bei der Auto Union das Steuer übernimmt. Der frühere Motorrad-Rennsportler wirkt unbekümmert, todesmutig,…

KÜS-Prüfingenieur gewinnt RCN light 2020


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„Der Erfolg kam überraschend. Ich wollte zunächst erst einmal in die Serie hineinriechen. Aber dann lief es richtig gut. Dann wollte ich natürlich auch den Titel holen. Was mich überrascht hat, war die tolle Kameradschaft in der Klasse, dort hat jeder jedem geholfen.“ Henning Hausmeier hatte allen Grund, bei der RCN (Rundstrecken-Challenge Nürburgring) light ein zufriedenes Fazit zu ziehen: Der begeisterte Motorsportler aus Rheine, im Hauptberuf KÜS-Prüfingenieur, gewann die RCN light auf einem BMW M3.…

Als die Kolben kreisten und Le Mans verrückt spielte


Mazdas Wankelmotor-Erfolg von 1991

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Mazda feiert 2020 seinen 100. Geburtstag. Was im Jahre 1920 als Hersteller von Korkersatz aus einheimischen Pflanzen begann, setzte sich über viele Jahrzehnte hinweg mit Automobilstudien und Serienmodellen fort.

Immer wieder hat sich Mazda als Autohersteller mit dem Wankelmotor beschäftigt. Und feierte mit ihm einen außergewöhnlichen Erfolg im Motorsport: 1991 siegte ein Mazda-Rennauto in Le Mans, beim härtesten Langstreckenrennen der Welt. Angetrieben eben von einem Kreiskolbenmotor, dessen eigentliche Vorzüge in der Laufruhe und der Platzersparnis lagen, also vor allem Alltagsqualitäten waren. 1991 sollten die Fahrzeuge nach dem angepassten Reglement mit 3,5 Liter Saugmotoren ausgestattet sein. Mazda war der einzige Hersteller, der sich nicht beirren…

Nordschleife – wie leer gefegt


Corona und die allmähliche Rückkehr zur Normalität

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Ein Virus legt die Nordschleife lahm. Heißt: Nichts ging mehr am Nürburgring in Zeiten von Corona. Große Gitter mit festen Schlössern vor den Parkplätzen. Amtliche Bekanntmachungen, Hinweise, Verfügungen, Androhung von Konsequenzen bei Zuwiderhandlungen. Alles zum eigenen und zum Schutz derer, die sich in jedem Jahr am Rand der Strecke tummelten. Als ich Ende Juni nach mehr als dreimonatiger Wartezeit, vorschriftsmäßig desinfiziert ans »Brünnchen« durfte, standen dort die Autos zweier Fotografen und drei Polizeiautos. Ein paar…

Marijan Griebel – Rallye-Ass im Wartestand


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Eigentlich sollte das Rallyejahr für Marijan Griebel schon begonnen haben. Der 31-jährige Topfahrer aus dem rheinland-pfälzischen Hahnweiler, in Rallyekreisen auch schon mal Chicken Town genannt, hatte richtig viel vor in diesem Jahr. Es sollte mit Citroën wieder zu ausgewählten Läufen der Rallye-Europameisterschaft gehen, dazu kamen Fahrten mit dem neuen Opel Corsa-e Rallye. Doch dann kam die Pandemie und damit der Stillstand im Motorsport. „Natürlich würde ich gerne über die Rallyepisten in Europa und vor allem in Deutschland driften, aber das muss momentan hintenanstehen. Meine Familie ist gesund, auch im Bekanntenkreis ist niemand infiziert. Das ist jetzt wichtiger“, so Marijan Griebel. Als Vater eines kleinen Jungen weiß er, wovon er spricht.

Was 2010 mit einem Suzuki Swift bei lokalen Rallyes begann, wurde im Laufe der Jahre eine Erfolgsgeschichte. Es folgten Einsätze auf einem Opel Corsa und der Einstieg in den Opel Rallye Cup mit dem Adam. Hier schnupperte Marijan erstmals internationale Rallyeluft, er fuhr beispielsweise in Ypern oder bei der Deutschland Rallye, dem Lauf zur Weltmeisterschaft. 2016 wurde er Rallye Junior Europameister, 2017 wieder Europameister, Junior U28. National klappte es dann 2018, Marijan Griebel war Deutscher…

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