Lina Meter: Co-Pilotin mit Sensationserfolg


Die heimliche Siegerin von Guanajuato

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Erste Rallye-Erfahrungen hat sie in Hillesheim (Eifel) gemacht. Da war Lina Meter 16 und Co-Pilotin ihres älteren Bruders Lukas, der bis heute selbst seine Motorsport-Karriere betreibt und zusätzlich als Instruktor für einen deutschen Premiumhersteller tätig ist.

Im mexikanischen Guanajuato hatte Lina Meter 2022 einen echten Sensationserfolg.

Anschließend ging es für sie in regionalen und nationalen Motorsportserien bergauf. Am ersten April-Wochenende 2022 schließlich kletterte Lina Meter, inzwischen 23, auf den »Olymp der Quertreiberei«. Als Co-Pilotin navigierte sie den langjährigen Opel- und Suzuki-Werksfahrer und WM-erfahrenen Piloten Niki Schelle (55) zum Sieg bei der »Rallye of Nations« im mexikanischen Guanajuato. Am Ende hatte das »Team Deutschland«, als das die beiden an den Start gingen, die Nase vorn, und das bei sehr viel prominenter Konkurrenz.
„Ich bin natürlich nicht ganz unschuldig an ihrer Entwicklung im Motorsport“, sagt Niki Schelle und präzisiert: „Ich habe sie zum Motorsport gebracht, ihr Talent erkannt und sie auf den ersten Schritten ausgebildet. Alles andere hat sie sich hart erarbeitet.“ Das Angebot des Mentors, mit dem sie zuvor schon in Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien gefahren war, ihre Co-Pilotin in Mexiko zu sein, hat sie sofort angenommen: „So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben.“
Dass dann am Ende nach einer nervenaufreibenden Rallye und einem Duell gegen »Team Norwegen« mit dem Ford-Werkspiloten Mads Ostberg aus der Weltmeisterschaft der Sieg steht, hatten weder Niki noch Lina einkalkuliert. „Es war unbeschreiblich: Feuerwerk, als wir ins Ziel fuhren. Champagnerdusche auf dem Podium und Nationalhymne.“
Sicher, Lina Meter kann den Erfolg genießen und sich mächtig freuen. Verlassen will sie sich nicht darauf, dass das so weitergeht. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Studium und setzte eine Ausbildung drauf. Sie ist Eventmanagerin im Motorsport und Industriekauffrau.
Die »heimliche Siegerin von Guanajuato« hat ganz klare Vorstellungen davon, was sie noch erreichen möchte: „Mich international noch weiterentwickeln und viele weitere Erfahrungen sammeln.“ Dass Männer im (Motor-)Sport belastbarer seien als Frauen, hält sie für ein Vorurteil. „Wenn jemand für das, was er macht und was er erreichen möchte alles gibt, und auch ein bisschen Talent dafür mitbringt, kann das jeder schaffen. Auch unabhängig vom Geschlecht.“ Ihre sportlichen Ansprüche definiert sie ganz klar, und dafür arbeitet sie hart: „Es ist der Traum eines jeden Rallyesportlers oder einer Rallyesportlerin, einmal in der Rallye-Weltmeisterschaft zu landen. Wenn ich diese Gelegenheit bekommen sollte, dann würde ich sie definitiv annehmen.“ Auch wenn sie ganz »bürgerliche« Berufe hat, schließt sie nicht aus, dann doch irgendwann ganz im professionellen Motorsport zu landen.
Aber: „Ohne meine Familie, die mich in all dem unterstützt und zu mir hält, wäre das alles gar nicht möglich“, betont sie, die auch auf batterieelektrisch angetriebenen Rallyefahrzeugen an den Start gehen wird. Wie auch immer sich ihr weiterer Weg gestaltet: Die Freude vom großen Bruder Lukas (29) ist ihr schon heute sicher.

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