Reise

Tagestour zum Nordpol


Pioniere der deutschen Tourismusgeschichte

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Jahrhunderte lang war der nördlichste Punkt der Erde eine der abgelegensten und unbekanntesten Gegenden der Erde. 2007, im internationalen Polarjahr, startete die Deutsche Polarflug ihre erste Tagestour zum Nordpol (die 300 Polarflieger wurden zu Pionieren der deutschen Tourismusgeschichte); 93 Jahre nach dem ersten Motorflug von Jan Naguruski, einem Polen in russischen Diensten.

Ohne die «Buschpiloten des Nordens» hätte sich die Arktis verkehrstechnisch wohl nie derart erschließen lassen, dass nun wie selbstverständlich Jahr für Jahr kleinste Forschungsgruppen und ganze Explorationsteams mit immer neuen Aufgaben zu den entlegendsten Inseln im arktischen Meer gelangen. Am 1. Mai dieses Jahres gesellte sich auch ein Mitarbeiter des KÜS magazins zur Polarflug-Solidargemeinschaft – mit der Flugnummer LT 9999 einen Tag lang «Nordpol light». Vor einem Jahr ist viel Kritik laut geworden über die…

Fiete, komm kieken!


Sehenswertes auf Sylt

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«Das letzte Mal, dass ich so ausgelassen war, das war mit dir auf Sylt in der Sansibar. Wir ham gequatscht bis in die Puppen, und vorher gingen wir sinnlos shoppen und schwammen besoffen nachts im Meer ?» – Dieser Refrain von Ina Müller trifft auf den Punkt, welche Möglichkeiten mit einem Urlaub auf Sylt verbunden werden. Dabei hält sich der Ruf als Tummelplatz für die Reichen und Schönen noch. Der stammt aus den sechziger Jahren, aber heute muss man weder Großverdiener sein noch eine Erbschaft gemacht haben, um einen Aufenthalt auf Sylt schön zu gestalten. Ina Müllers Bezug zu Sylt kommt nicht von ungefähr; sie hat hier recht lange als pharmazeutisch-technische Assistentin gearbeitet.

Klimatisch empfiehlt sich Sylt nicht nur zum Ausspannen, sondern auch bei nahezu allen Erkrankungen der Atemwege. Wer den Verwaltungsaufwand eines Kurantrags scheut, kann in einen ganz «normalen» Urlaub eine vom Hausarzt ausgestellte Verordnung über Heilmaßnahmen in einer Praxis vor Ort einlösen. Hier empfiehlt sich rechtzeitige Terminvereinbarung per Telefon, schon von zu Hause aus – sonst riskiert man, kurzfristig keine Termine mehr zu bekommen. Reinen Urlaubsspaß verspricht das Erlebnisbad «Sylter Welle» – vor allem für Urlauber,…

Beaujolais – auf den Spuren des Primeur


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Im beschaulichen Beaujolais-Gebiet, das sich mitten in Frankreich zwischen M?con und Lyon über gerade mal 50 Kilometer erstreckt, beginnt alljährlich Mitte November der Countdown. Am dritten Donnerstag um Mitternacht fällt dann der Startschuss: Der junge Wein aus den Lagen des Beaujolais und Beaujolais Village darf offiziell entkorkt werden – und das fast zeitgleich rund um den Erdball.

Verbummelt man im frühen Herbst, wenn die Sonne Dörfer und Rebhänge im Beaujolais in warmes Licht taucht, zwei, drei Tage in dem beschaulichen Landstrich im Herzen der Grande Nation, weist nichts darauf hin, dass sich in der ländlichen Ruhe jemals auch nur ein Hauch von Hektik ausbreiten könnte. Die träge dahinfließende Saône begrenzt die bodenständige Region im Osten, während im Westen bis zu 100 Höhen – meter ansteigende Hügel mit mächtigen Nadelbäumen und weiten Viehweiden…

Kein Aufenthalt in Rom ohne Papst-Audienz


Ein Fußgänger, der Auto fahren muss

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Als Person bescheiden und zurückhaltend, in der Sache konservativ und entschieden: So wurde er überwiegend in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Zum Bild des Vatikans gehörte Kardinal Joseph Ratzinger, der mit seiner Aktentasche den kurzen Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz zu Fuß zurücklegte, seit 1981 ganz selbstverständlich.

Zu Fuß zu gehen, wäre für den früheren Präfekten der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche heute ein unzumutbares Risiko. Im Alter von 78 Jahren wurde er am 19. April 2005 zum Oberhaupt der Katholischen Kirche gewählt und nahm den Papstnamen Benedikt XVI. an. Hatten die klaren, konservativen Positionen von Kardinal Ratzinger über Jahrzehnte nicht wenige Kritiker auf den Plan gerufen, wurde Papst Benedikt XVI. schon kurz nach Amtsantritt als Menschenfreund wahrgenommen, der – seine Vorliebe für…

Allrad-Impressionen aus Andalusien


Tapas und Trafalgar

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Was erwartete uns wohl nach knapp dreitausend Kilometern Anreise auf Beton und Asphalt? Wein, Tapas, Sand ohne Ende und steile Geröllpassagen? In etwa, ja. Nur die Reihenfolge ergab sich vor Ort ganz anders.

Andalusien: Der südlichste Landesteil Spaniens, auf Sichtweite zu den Moscheen von Tanger in Marokko. Die Landesgeschichte ist farben- und facettenreich. Sprache, Architektur und Lebensstil wurden von vielen Völkern mit bestimmt, die im Laufe der Jahrtausende hier einen mehr oder minder langen Zwischenstopp einlegten. Die Mauren aus Nordafrika verewigten sich hier vor allem im Baustil. Endlich runter vom Asphalt! Kurz hinter Medina Sidonia, der weißen Stadt, setzten wir den Blinker links und querten in einen Versorgungspfad…

Boom der Autobahnkirchen in Deutschland


Temporausch und Seelenheil

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In der Kirche himmlische Ruhe tanken, wenn auf der Autobahn die Hölle los ist: Mehr als eine Million Männer, Frauen und Kinder machen pro Jahr unterwegs Halt, um eine Autobahnkirche zu besuchen. Entlang der 12.000 deutschen Autobahnkilometer gibt es davon inzwischen 30 (elf evangelische, sechs katholische, neun ökumenische und vier werden als «Autohofkapellen» von der Straßenverkehrsgenossenschaft unterhalten). Überall müssen die Kirchen sparen. Gotteshäuser werden geschlossen und umgewidmet. Ein gegenläufiger Trend ist zwischen Flensburg und Bad Reichenhall bei den Raststätten für die Seele erkennbar.

Die erste deutsche Autobahnkirche liegt an der A8 bei Adelsried. «Maria, Schutz der Reisenden» wurde vor fünfzig Jahren eingeweiht. Hintergrund der Kirchenstiftung war ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Mitglied einer wohlhabenden Augsburger Familie ums Leben kam. Nach dem Unglück entschloss sich die Familie, nahe der Autobahn ein Gotteshaus für Reisende zu errichten. Gebaut und in Stand gehalten werden die Gotteshäuser durch lokale und regionale Initiativen sowie durch Spenden. Um den Status einer Autobahnkirche zu…

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