Audi-Azubis: Neues Leben für einen 1971er-Prinz


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Was macht man mit einem Auto, das 22 Jahre lang stillgelegt war? Zwölf Auszubildende bei Audi Neckarsulm haben darauf eine wahrlich originelle Antwort gefunden: Dem NSU Prinz 4 von 1971 haben sie einen modernen Elektroantrieb eingepflanzt. Einen besonderen Anlass dazu gab es auch. Den fasst Dean Scheffler so zusammen: „Wir wollten ein Auto bauen, das nicht nur schnell ist und cool aussieht, sondern auch zur 150-Jahresfeier am Standort passt“, so der Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker bei Audi in Neckarsulm.

 

Gut ein halbes Jahr nahm das Projekt in Anspruch. Der NSU Prinz 4 musste erst mal äußerlich wieder in Form gebracht werden. Mizgar Doman Hassan, Auszubildender zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker: „Als wir das Auto bekommen haben, hatte die Karosserie mehrere Roststellen. Diese haben wir als erstes in Ordnung gebracht.“ Damit war auch die Arbeitsteilung der unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen klar: Die Spezialisten für Karosserie und Lack nahmen sich Chassis und Außenhaut vor, Antrieb, Batterie und Fahrwerk waren die Domäne der angehenden Kfz-Mechatroniker.
Die für den NSU typische Karosserie wurde im Wesentlichen beibehalten, die Optik wurde mit Grau und Schwarz in Audi-typischen Farben neu lackiert. Das Unikat, das jetzt EP4 heißt, bekam außerdem einen in auffallendem Gelb gehaltenen Heckflügel. Die Farbe prägt auch den Innenraum: „Das Auge fährt mit! Wir wollten daher, dass man dem EP4 seine Performance aus jedem Blickwinkel ansieht“, begründet Cynthia Huster, Auszubildende zur Lackiererin, die Entscheidung für die Farbe.
Und wie sieht es mit den inneren Werten aus? Im Heck des »Prinzen«, findet sich nun eine E-Maschine mit 240 PS. Sie stammt aus einem Audi e-tron von 2020. Gespeist wird die Maschine von einer Batterie aus dem Plug-In-Hybrid Audi Q7 TFSI e quattro. Das alles sitzt, NSU-Prinz-typisch, im Heck. Im „ersten Leben“ des jetzigen E-Sportlers saß seinerzeit ein Zweizylinder-Benziner mit 30 PS.
Die Marke NSU ist schlicht eine Verdichtung des Standortnamens Neckarsulm. Künftig werden hier vollelektrisch angetriebene Modelle produziert. Gut möglich, dass sich in ihnen die ein oder andere Lösung für den EP4 in Serie wiederfinden wird. Spaß machen und sportlich aussehen sollen die nächsten Generationen von Sportwagen natürlich.

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