Wertstabilität: Mittelklasse-Kombis im Vergleich


Mercedes hoch im Kurs

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Die automobile Mitte muss sich regelmäßig neu erfinden, will sie nicht allein von den SUV und Crossovern dominiert werden. Von der Mittelklasse wurden im ersten Halbjahr 2023 rund 152.250 Einheiten neu zugelassen, davon gingen gut 81 Prozent auf das Konto der Gewerbetreibenden. In Sachen Neuzulassungen sind die Mittelklässler fest in deutscher Hand.

 

Rund 84.400, also mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Mittelklassewagen, entfielen auf den Audi A4, BMW 3er-Reihe, Mercedes C-Klasse und VW Passat. „Die Nachfrage nach Mittelklasse-Fahrzeugen ist weiterhin durch die Kaufzurückhaltung auf dem privatwirtschaftlichen Sektor (Inflation, Energiepreise, staatliche Vorgaben im Energiebereich …) eingeschränkt. Die in der Vergangenheit subventionsgetriebene Zulassung von PHEV Fahrzeugen brach mit der Abschaffung der Prämien für diese Antriebsart ab Januar 2023 ein. Dies führt wieder zu vermehrten Zulassungen von Verbrennern und hier vor allem von Diesel-Fahrzeugen. Bei erkennbarem Trend zu Crossovern ist die Mittelklasse nach wie vor der wichtigste Volumen-Bestandteil im deutschen Automobilmarkt“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH mit Sitz in Saarbrücken.
Wie sich ausgewählte Mittelklasse-Kombis in Sachen Wertstabilität verhalten, hat die Bähr & Fess Forecasts GmbH näher analysiert. Mercedes verweist die Wettbewerber in Sachen Wertstabilität auf die hinteren Ränge (siehe Tabelle). Die Tabelle weist die Restwert-Prognosen in Prozent und die Wertverluste in Euro ausgewählter Modelle in vier Jahren mit einer Gesamtlaufleistung von 80.000 Kilometern aus. Mit einem prognostizierten Restwert von 50,5 Prozent in vier Jahren kann sich der Stuttgarter-Kombi C 180 auf dem Siegertreppchen ganz oben platzieren. Sein Diesel-Pendant, der C 200d, sichert sich mit einem Restwert von 49,5 Prozent den Silberrang. Dahinter auf dem Bronzeplatz können sich die 150 PS starken Konzernbrüder Audi A4 35 TFSI Avant und Škoda Superb Combi 1.5 TSI mit einem Restwert von jeweils 45,0 Prozent platzieren. „Wer Wert auf Prestige und weniger auf Ladevolumen und Zuladung legt und außerdem keine Probleme mit einer wenig zurückhaltenden Aufpreispolitik hat, der greift gerne zum A4 von Audi. Die Qualität und Verarbeitung sind geradezu sprichwörtlich gut und die Motoren sowie die gesamte Technik ebenfalls. Die höheren Anschaffungskosten relativieren sich beim vergleichsweisen guten Wiederverkauf wieder und vom Prestige der vier Ringe zehrt man die ganze Haltedauer über“, erläutert Dieter Fess. Dicht hinter den Benzin-Versionen A4 und Superb rangieren die Diesel-Versionen des Ingolstädters A4 30 TDI Avant (44,5 Prozent) und der Tscheche Superb Combi 2.0 TDI (44,0 Prozent). „Der Superb ist praktisch und vernünftig. Auch das Design, das zugleich eine gewisse Eleganz aufweist“, so Dieter Fess. Die zahlreichen Detaillösungen der Tschechen sind mittlerweile legendär. Die Rede ist nicht nur von geschickt versteckten Regenschirmen, Taschenlampen und Eiskratzern, sondern von vielen anderen Details, die den Rahmen dieser Kurzbeschreibung sprengen würden. Motorisierung und Verbrauch, insbesondere des Diesels, sind top. „Die Reichweite, in Verbindung mit dem üppigen Tankvolumen, sind in Zeiten magerer Elektroreichweiten geradezu sagenhaft – und dies nicht nur bei der Dieselmotorisierung“, so der Saarbrücker Prognose-Experte Dieter Fess.
Im Mittelfeld der Wertstabilitäts-Hitliste mit prognostizierten Restwerten zwischen 40 bis unter 43 Prozent können sich die BMW-Kombis 318i (42,5 Prozent) und 318d (42,0 Prozent, der Schwede V60 B3 B (40,5 Prozent) und der VW Passat 1.5 TSI (40,0 Prozent) platzieren. Nochmals um mindestens zwei Prozentpunkte schlechter und damit auf den hinteren Rängen unter den Vierjährigen sind der Volvo V60 B4 D und der Wolfsburger Passat 2.0 TDI mit einem prognostizierten Restwert von jeweils 38,0 Prozent. Schlusslicht bilden die Peugeot-Kombis 508 SW PureTech 130 und 508 SW BlueHDI mit einem prognostizierten Restwert von 37,5 Prozent beziehungsweise 36,5 Prozent. „Mehr Shooting Brake als Kombi, dafür von allen Seiten dynamisch und attraktiv. Mehr der Typ Rennpferd denn Lastenesel. Mit dem auf Papier „schwachbrüstig“ wirkenden 130 PS Diesel immer noch erstaunlich flüssig im Verkehr zu bewegen und die Verbräuche sind wahrnehmbar niedrig. Ans Cockpit muss man sich gewöhnen, an den sehr großzügigen Kofferraum nicht“, so Dieter Fess zum Franzosen 508 SW.

Fotos Audi, BMW, Mercedes, Peugeot, Volkswagen

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