Weltreise per CD-Player


15 Jahre Putumayo Records

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Reisen um die Welt machen Freude – aber sie kosten Geld und brauchen Zeit. Beides ist nicht immer dann vorhanden, wenn die Lust auf eine solche Reise die Gedanken beherrscht. Günstiger kommt man weg, wenn man zu einer Weltreise nur den eigenen CD-Player und die passenden CDs findet. Und die Zeit zum Hören lässt sich – jedenfalls immer mal wieder – sogar in einem recht vollen Tagespensum unterbringen. Das Programm von Putumayo Records ist für eine Weltreise per CD-Player ideal.

Putumayo Acoustic France

Hinter dem Label, das vor 15 Jahren gegründet wurde, steht Dan Storper. Der Endfünfziger geht als Idealist im besten Wortsinne durch. So seine Lebensmaxime:

«Dein Job sollte nicht wehtun, nicht dir, nicht anderen. Er sollte helfen oder nützen. Dem Land, der Welt, der Gemeinschaft. Dann darfst du auch Geld machen!»

Women Of Jazz

Nach einem Studium mit lateinamerikanischem Schwerpunkt konzentrierte er sich, seinen Grundsätzen treu, auf das Design von Kleidung. «Ethno Wear» nannte sich die Kollektion, und was der gebürtige New Yorker unter diesem Namen in die Läden brachte, gefiel den Käufern ohne Frage. Dennoch löste 1991 ein Konzert, in dem Dan Storper saß, seinen beruflichen Richtungswechsel aus. Dieses Konzert machte ihm klar, dass «ich nicht nur Kleider, sondern auch Musik weltweit sammeln und einem größeren Publikum nahebringen wollte.» Also hieß es: Zurück auf Null. Die ersten Putumayo-CDs wurden in Handarbeit zusammengestellt. Das galt für die Cover, die Booklets und natürlich für die ausgewählten Titel.

Putumayo Sesame Street

Acoustic Arabia

15 Jahre später ist die Putumayo-Größenordnung eine völlig andere. Putumayo, in New York gegründet, hat dort weiterhin seinen Firmensitz, aber eine zweite Sektion «Putumayo Europe» in den Niederlanden. 15 Millionen Tonträger wurden mittlerweile verkauft. Eine eigene Sparte für Kinder-CDs gehört zum Programm – Putumayo Kids. Geblieben ist bei allem Wachstum die Liebe zum Detail. Jede CD ist eine kleine, feine Sammlung eines musikalischen Querschnitts. Der repräsentiert einerseits die musikalische Vielfalt der porträtierten Region, muss aber auch den Köpfen bei Putumayo Records selbst Freude machen. Und die Booklets zu den CDs sind ebenso informativ wie kurzweilig. Die bleiben auch nicht immer nur bei der Musik: Zu «Cubano Café» etwa gibt es als Extra landestypische – unkomplizierte! – Rezepte zum Nachkochen.

Cafe Cubano

Geblieben ist nicht zuletzt die knallbunte Aufmachung der Cover, mit denen die Putumayo-Produktionen auch optisch aus jeder Tonträger-Masse herausragen. Das liegt an Nicola Heindl, die sämtliche CD-Hüllen und Booklets so charakteristisch – und exklusiv – für Putumayo Records gestaltet.

Wer sich auf die Weltreise per CD-Player begibt, hat mit Putumayo also wirklich die Möglichkeit, (fürs Ohr) unbekannte Regionen zu entdecken. Zu den jüngsten Veröffentlichungen gehören «Women Of Jazz», «Acoustic Arabia» und «Acoustic France». Letztere weist auf eine zweite Entdeckungsmöglichkeit hin – neue Seiten von «eigentlich Bekanntem» zu entdecken. Wie auf «Americana», einer CD, deren Titel überhaupt keines der medial so gepflegten USA-Klischees bedienen.

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