Scuderia Cameron Glickenhaus


Tummelplatz für Exoten in Le Mans und am Nürburgring

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Der Mann ist ein Phantom. In aller Munde, wenn irgendwo ultraschnelle und aufsehenerregende Fahrzeuge auf einer Rundstrecke versammelt sind, und selbst doch nie zu sehen. Seine hypermodernen Renner mit der ausladenden Karosserie, die so ein bisschen an »Zurück-in-die-Zukunft« erinnern, fordern in schöner Regelmäßigkeit vor allem bei Langstrecken-Rennen die Etablierten aus den Häusern Mercedes AMG, Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini oder Aston Martin heraus.

Kunstmäzen, Autonarr und Mann mit Visionen

James Glickenhaus, ein schwerreicher US-Geschäftsmann mit Schweizer Wurzeln, Kunstmäzen, aber eben auch Automobil- und vor allem Rennsport besessen. Ein Mann mit Visionen, der das scheinbar Unmögliche möglich machen will. Das Ergebnis dieser Leidenschaft ist die Scuderia Cameron Glickenhaus. Scuderia, dieser Begriff bleibt eigentlich den roten Rennern aus Maranello vorbehalten.  Eine Traumfabrik rund um Männer und Motoren. Aber Glickenhaus wäre nicht Glickenhaus, würde ihn dieser Konformismus des Geschäftes nicht stören. 


Exoten, die so ungewöhnlich sind
wie der Mann hinter dem Projekt

Und so baut er sich seine eigene Technik und Ideen in einer Welt höchster Ansprüche. Regelmäßig halten seine – oft knatschgelben – flachen Flundern mit Namen wie SCG 003 mit den Besten der Besten GT3-Boliden mit. 

Mächtige 500 PS schöpft der Sechszylinder aus dreieinhalb Liter Hubraum. Eine Kampfansage. Oft aber fehlt es dem individuellen Rundstreckengeschoss an der Standhaftigkeit über die gesamte Distanz, ist das frühe Ende absehbar. Männer wie Glickenhaus aber brauchen scheinbar den Misserfolg, um daraus Kraft für das nächste, bessere Mal zu schöpfen. 


„Wer im Rennsport ein kleines Vermögen verdienen will,
der muss mit einem großen beginnen.“

Der ehemalige GT1-Vizeweltmeister Thomas Mutsch gehört seit 2015 zum Stammpersonal von Glickenhaus, wenn es wieder einmal zum »Rennen der Rennen« auf dem Nürburgring geht. Und damit zur nächsten Attacke auf das Establishment auf der Nordschleife. „Das Auto ist ein Prototyp und hat seine Eigenarten. Das macht ihn schwierig zu fahren, aber es ist auch eine riesige Herausforderung, das Potenzial des ungewöhnlichen GT-Autos so weit wie möglich auszuloten und dauerhaft auf die Strecke zu bringen“, sagt der 39-Jährige aus Bitburg.

Der große Traum von James Glickenhaus aber ist nicht der Nürburgring, obwohl er dort regelmäßig zugange ist. Seine
ganze Leidenschaft gilt dem 24h-Rennen von Le Mans. Der Wunsch, aus der Vergangenheit Erkenntnisse für heute auf der Rennstrecke zu schöpfen, war es, der vor einigen Jahren zum Einsatz eines Retrodesign-Racer P4/5 by Pininfarina, auf Basis eines Ferrari-F430-GT2 führte, um zum ersten Mal beim 24h-Rennen in der Eifel an den Start gehen zu können.

Dort wird die »Scuderia Cameron Glickenhaus« wohl auch im nächsten Jahr ihr Glück versuchen. 

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