Runder Geburtstag für die AVUS


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»rasendes Versuchslabor«

Rückblick: Kaiser Wilhelm hatte bereits 1909 im Sinn gehabt, der noch jungen, aufkeimenden deutschen Autoindustrie eine Art »rasendes Versuchslabor« für Test- und Messfahrten zu spendieren. Der Kaiser-Erlass führte 1913 schließlich zu einer gewaltigen Rodung im Berliner Grunewald für die neue Strecke. Dann unterbrach der Erste Weltkrieg das ganze Unterfangen.
1926, nach Fertigstellung des Kurses – der im Wesentlichen aus zwei fast endlosen Geraden bestand – begann mit dem »Großen Preis von Deutschland« die internationale Karriere der AVUS. Weltrekorde wurden in den Folgejahren mit Geschwindigkeiten von über 400 km/h hier gefahren. Die Nordkurve war als Steilkurve gebaut, was zwar nicht ganz einzigartig war (Monza hatte eine überhöhte Kurve, Monthlery ebenfalls), aber ab und an auch für spektakuläre Hochgeschwindigkeitsunfälle sorgte.

Weltklassepiloten wie Bernd Rosemeyer, Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Hans Stuck sen.,
Prinz Bira von Thailand, Jean Behra und Juan Manuel Fangio stritten sich hier um Siege und Pokale.

Im Laufe der Jahre legten Umweltauflagen der Strecke immer mehr Zügel an. Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) gastierte noch etliche Zeit hier. Bis 1998 das endgültige Aus kam.
Wer heute von Süden nach Berlin anreist, fährt ein ganzes Stück der A115 über die ehemalige AVUS, zumeist, ohne es zu wissen. Die klassische AVUS hat zumindest noch in Teilen überlebt, dazu gehören der runde AVUS-Turm und die sanierte alte Haupttribüne. Eine Sonderausstellung widmete der PS-Speicher in Einbeck der AVUS. Am 24. September dann gab es die Feier zum runden AVUS-Geburtstag mit Rennwagen aus 100 Jahren Renngeschichte. Ehrengast war Hans-Joachim (»Strietzel«) Stuck, der hier ebenso Rennen bestritten hatte wie sein Vater Hans Jahrzehnte zuvor.

Fotos PS-Speicher (Einbeck), AVUS-Archiv Ulf Schulz, Jürgen Freundt

 

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