Peter Melchior und sein DKW 1000 S Coupé de Luxe


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Ganz besonders hängt er am 1000 S Coupé de Luxe. Sattes, tiefes Rot. Weißwandreifen. Die vier ineinander verschlungenen Ringe blitzen mit der Sonne um die Wette, die sich durch Peter Melchiors Garage regelrecht zwängt. Vier Ringe, welche die Fusion der vier sächsischen Automobilfirmen Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union AG versinnbildlichen.

Nicht einmal einen Liter Hubraum

Peter Melchior (66) aus der Verbandsgemeinde Langsur bei Trier (Ortsteil Metzdorf) ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker. Aber er ist eben auch Sammler, Liebhaber, Bastler und Kenner. Als solcher weiß er auch, dass Premium-Automobile nicht nur in Ingolstadt, München, Stuttgart und Zuffenhausen hergestellt werden, sondern auch in Düsseldorf zumindest hergestellt wurden. Und verweist auf sein DKW-Coupé.
Die Erfolgsgeschichte von DKW begann in den späten 1920er Jahren auf zwei Rädern. Damals waren die Zschopauer Motorenwerke mit weit über 60.000 Exemplaren jährlich der größte Motorrad-Hersteller der Welt. Mit dem Kleinwagen F1 begann 1931 die Automobil-Geschichte von DKW. Ein Auto, das statt des bis dahin geltenden Prinzips »Motor vorn, Antrieb hinten« auf reinen Frontantrieb setzte und damit die Serienproduktion revolutionierte.
Melchior, der »alles Mögliche« schon besessen, bearbeitet, gefahren und wieder verkauft hatte, wollte genauso einen haben. „Es sollte einer sein, an dem noch kein Schweißapparat dran war.“ DKW setzte prinzipiell auf das Zweitakter-Prinzip. Der kleine Dreizylindermotor von Melchiors Fahrzeug des Jahrgangs 1963 hat noch nicht einmal einen Liter Hubraum (981 Kubik), leistet 50 PS, und ist 135 km/h schnell. Insgesamt 26.048 Stück wurden davon zwischen März 1962 und September 1963 gebaut.
Und dann geht es los: Motor an, Auto raus. Das laute vernehmliche Knattern des Zweitakters, das sich von der mittlerweile fast geräuschlosen Automobilwelt unterscheidet, wie ein Symphonie-Orchester von einer verstimmten Mundharmonika, umgarnt uns. Räng-Täng-Täng-Täng-Täng.
Melchior erzählt von Begegnungen auf Oldtimer-Treffen. An seinem DKW bleiben aller Augen hängen. Kein Wunder. „Hast Du die Spaltmaße gesehen? Eines wie das andere.“ Das Coupé hat bereits Scheibenbremsen vorn und ein voll synchronisiertes Viergang-Getriebe mit Freilauf. Besonderheit: Um das erforderliche Gemisch von Kraftstoff und Öl herzustellen, gibt es eine Automatik, die sich das Öl mittels Pumpe selbst holt und mischt. „Zwei Liter Öl gehen rein, das reicht für zwei Tankfüllungen.

Fotos Jürgen C. Braun

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