Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Nebel, Nässe, Nürburgring


Die Rallye Köln-Ahrweiler lebt von ihrem einzigartigen Flair

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Samstag, 12. November 2016, ein Grad plus (ab und zu auch mal ein Grad minus), mal Sonnenschein, dann wieder Nebelschwaden, November-Tristesse liegt in der Luft auf dem großen Parkplatz des Industriezentrums in Müllenbach. Der liegt unterhalb der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings, und dort treffen am Vormittag immer mehr Autos ein. Aus den Fahrzeugen schälen sich dick in Jacken gepackte Menschen. Sie alle begeben sich direkt an die mit „Zweibelgitter“ abgesperrte Strecke der alten, nur ganz selten noch befahrenen Südschleife der Rennstrecke.

Kurz vor Mittag sind es ein paar hundert Menschen, die „Benzin im Blut haben“ und in der Vulkaneifel sowie im nahe gelegenen Ahrtal das Motorsportjahr 2016 stilvoll beenden wollen. Ihr Ansinnen: Zaungast bei der Rallye Köln-Ahrweiler zu sein. Einmal noch, bevor die „Quertreiber“ in den verdienten Winterschlaf geschickt werden, etwas Motorsportluft zu atmen.

Was ist das Besondere an dieser Veranstaltung zu einem Zeitpunkt, an dem Motorsport höchstens noch in Brasilien bei der Formel 1 oder bei Eisrennen in den Alpen ein Thema ist?

Rallye um diese Jahreszeit – passt das überhaupt? Offensichtlich ja. Diese automobile „Slide-Show“ passt nur Mitte November und nicht dann, wenn strahlender Sonnenschein im Sommer bei 25 Grad die Fans in kurzen Hosen und T-Shirts an die Wertungsprüfungen lockt. Die „R-K-A“, wie sie kurz genannt wird, atmet ein ganz besonderes Flair, das man so in dieser konzentrierten Form nur hier oben und nur an diesen beiden Tagen antrifft. Vor knapp 40 Jahren, von Egon Meuren ins Leben gerufen, lebt sie von der einzigartigen Symbiose zwischen Alt und Jung. Eine Gemengelage, wie man sie sonst in dieser Form nicht findet.

Aktuelle Boliden aus der Deutschen Rallyemeisterschaft, vor allem aber auch eine ganze Reihe sogenannter Youngtimer, die mindestens 20 Jahre alt sein müssen: Dazu auch einige, die bereits mit Stolz das H-Kennzeichen tragen, bilden ein einzigartiges Potpourri des Rallye-Sports. Dies hier ist keine Demonstrationsfahrt, sondern ein Wettbewerb mit Zeitnahme, Klassensiegen und schließlich einem Gesamtsieger.

Georg Berlandy, eine Ikone des Rallyesports in Deutschland und elffacher R-K-A-Sieger auf verschiedenen Autos, brachte es in diesem Jahr besonders treffend auf den Punkt: „Ich habe ja schon einiges erlebt hier oben, aber in so eine Nebelwand wie gestern Abend bin ich auch nie auf einer Wertungsprüfung gefahren“.

Eric Freichels aus Konz fuhr in diesem Jahr mit seinem Co. Armin Bauschert den sechsten Klassensieg bei insgesamt 13 Teilnahmen ein. Sein Peugeot GTI 205 ist mittlerweile stolze 30 Jahre alt. „Fahrzeuge, wie unser 205 oder die alten Ford Sierra Cosworth, die Opel Mantas, Audi Quattro oder Lancia Delta gemeinsam in einem Fahrerfeld, dazu das Novemberwetter und ganz anspruchsvolle Prüfungen. Das ist einzigartig“, bringt es der Kfz-Meister auf den Punkt.

Und genau so wie er denken auch viele Fans und erfreuen sich seit mittlerweile vier Jahrzehnten an einem Rallye-Spektakel zum Ende des Jahres, das alle in den Bann zieht.

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