Motorsport in Schweden


Können, Schnelligkeit, Eis und Schnee

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Schweden. Mit diesem Land verbinden sich Assoziationen wie: Rentiere, weite Wälder, Wasa-Lauf, ein weltbekanntes Möbelhaus, ebenso weltbekannt Astrid Lindgren und ABBA. Das ist aber noch längst nicht alles: Auch ein Blick in die Geschichte des schwedischen Motorsports lohnt sich – hoch im europäischen Norden, wo oftmals Schnee und Eis die Witterungsverhältnisse dominieren.

Können, Schnelligkeit, Eis und Schnee

Mitte der 1990er-Jahre wagte Volvo,
mit dem 850 als weltweit erster Hersteller mit einem Kombi als Rennfahrzeug anzutreten. 

Hier ist aus einer Allianz, die zunächst auf rein motorsportliche Aktivitäten ausgerichtet war, innerhalb von rund zwei Jahrzehnten eine strategische Kooperation geworden: Aus der Partnerschaft zwischen Volvo und der damaligen »Flash Engineering«, die 1996 begann, wuchs das Miteinander zweier eigenständiger Marken: Volvo und Polestar. 

Ein Miteinander auf den Rennstrecken dieser Welt, das passte: Beim Saisonfinale der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) 2017 sicherte Thed Björk am Steuer des Volvo S60 Polestar TC1 dem Polestar Cyan Racing Team den Titel in Fahrer- und Teamwertung. Die Schweden kamen, sahen und siegten: Von Volvo Cars unterstützt, fuhr das Rennteam erst seit 2016 in der Serie. Ein Jahr später folgte der erste WM-Titel in der WTCC.

Mittlerweile ist Polestar, 2015 von der Volvo Car Group als offizielle Performance-Marke übernommen, eine eigenständige Marke für Hochleistungs-Elektroautos. Schweden war (und ist immer noch) ebenso die Heimat vieler junger, erfolgshungriger Frauen und Männer in anspruchsvollen Serien. Da geht es um Mut, um das Können am Volant und an der Pedalerie und um den Willen, an Grenzen und darüber hinauszugehen.

Dass ein Mann aus dem Land von Eis und Schnee einmal ausgerechnet die berühmteste und schwerste Wüstenrallye der Welt, die »Dakar«, (damals noch Rallye Oasis) gewinnen würde, passt in dieses Bild der verwegenen Männer und Frauen. Das Fahrzeug, das den Clou dieser Geschichte ausmacht, genauso. Auf einem VW Iltis gewann Freddy Kottulinsky, eigentlich Winfried Philippe Adalbert Karl Graf Kottulinsky Freiherr von Kottulin, 1980 die Wüstenrallye. Tochter Susanne tat es ihm nach, fuhr in den 1980er- und 1990er-Jahren erfolgreich auf Opel, Audi und – natürlich – Volvo.

Die gleichen Gene hatte offenbar ihre Landsfrau Kristina »Tina« Thörner, fälschlicherweise tatsächlich oft mit Rock-Röhre Tina Turner verwechselt. Wie die meisten vom Motorsport infizierten Frauen und Männer ihrer Heimat, hatten es ihr die Rallyes angetan. Tina wurde der Inbegriff der professionellen Co-Pilotin, perfektionierte das »Vorbeten auf dem heißen Sitz«. Als erfolgreichstes Damen-Duo in der Geschichte der Rallye-WM bildete sie mit der heutigen Toyota-Markenbotschafterin Isolde Holderied ein nahezu unschlagbares Team.

Schwedische Motorsportler hinterließen auch auf der Rundstrecke ihre Spuren. Und das in eindrucksvoller Weise, wie Matthias Ekström unter Beweis stellt. Vater Bengt war zu Hause ein legendärer Rallyecross-Pilot. Matthias (41) konzentriert sich nach dem Ende seiner DTM-Karriere, die er als zweifacher Champion mit Audi abschloss, auf sein Rallyecross-Engagement. Im kommenden Jahr startet die Serie zum ersten Mal am Nürburgring.

Über all die Jahre und Jahrzehnte hinweg hielt als Marke vor allem Volvo die schwedischen Fahnen auf den Rundstrecken und Wertungsprüfungen hoch. So gewann 1965 ein Volvo PV544 die Safari-Rallye. Im gleichen Jahr dominierte ein Volvo Amazon 122S bei der Akropolis-Rallye. Und Mitte der 1990er-Jahre wagte man sich sogar daran, mit dem Volvo 850 als weltweit erster Hersteller mit einem Kombi als Rennfahrzeug anzutreten. Und gewann so wichtige Erkenntnisse für die Straßenautos.

Fotos Volvo

Joginder und Jasawant Singh siegten auf einem „Buckel-Volvo“ (P 544) bei der Safari-Rallye 1965.

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