Motocross auf dem »heißen Stein«


Ein ganz besonderer historischer Motorsport

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Historischer Motorsport boomt. Das kann man bei vielen Oldtimer-Veranstaltungen im Rallyesport sehen. Mehr noch: Das Geschäft und die Rennerei mit dem Garagengold früherer Jahre werden immer beliebter. Wer im Motorsport mit solchen Schätzen unterwegs ist, mag selbst nicht viel jünger sein als der fahrbare Untersatz. Aber Motorsport mit »alten Kisten«, den muss man nicht unbedingt mit Autos betreiben.

Das beweist der Motorsportclub Reil an der Mosel. An dessen Rennstrecke, dem weltberühmten »Heißen Stein«, auf  den früher Tausende von »benzinverrückten« Zeitgenossen pilgerten, wurde in diesem Jahr Motocross auf alten Maschinen gefahren. Man ließ ihn wieder aufleben – mit ebenso alten Herrschaften im Sattel und einem noch älteren Moderator.

Artisten auf Maschinen zogen die Aufmerksamkeit des fachkundigen Publikums auf sich. Alte Hercules-Maschinen oder KTM-Kräder, heutzutage unbekannte Ancilotti oder Mazzilli – so etwas hatte man seit Jahrzehnten nicht gesehen. 

Der heimliche Star des Tages am Mikrofon war aber Hermann Deutschbein, der Streckensprecher von damals auf dem »Heißen Stein«. Von 1979 bis 2000 informierte Deutschbein die Zuschauer bei den spektakulären WM-Rennen der damaligen Jahre, nicht nur in Reil. Der inzwischen 84-Jährige kommentierte heuer mit profundem Fachwissens den »Legenden-Teil« der zweitägigen Veranstaltung. Hermann Deutschbein kennt den Gelände-
sport mit Sachs-Motoren aus dem »Effeff«. Diese Maschinen werden jetzt vorwiegend von Mitgliedern des Freundeskreises der »Enduro Senioren Deutschland« bewegt, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Die Fahrer sind teilweise sogar tatsächlich noch älter als ihre Maschinen. In Reil hatte der gastgebende Motorsportclub in liebevoller Vorarbeit ein einzigartiges Histo-Festival alter Maschinen vorbereitet.

Das Fazit war sowohl beim Moderator als auch bei den »alten Haudegen« eindeutig: Alle waren vom Revival sehr angetan.

Fotos Jürgen C. Braun

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