Klaus Doldingers Passport spielen »Motherhood« neu ein


Musik für Clubs

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Er gilt als lebende Legende. Zu Recht. Klaus Doldinger hat mit »Passport« Standards im Jazz gesetzt. Mit dieser Band hat er auch das »Symphonic Project« ins Leben gerufen, zusammen mit der Nordwestdeutschen Philharmonie. Er hat zahlreiche Filmmusiken geschrieben, von denen die »Tatort«-Titelmelodie (1970) und der Soundtrack zu »Das Boot« (1981) sicher die bekanntesten sind.

Zur Vielseitigkeit des Multitalents gehört aber auch die Formation »Motherhood«, deren Name sich aus der damaligen Lebenssituation erklärt: Seit 1960 verheiratet (übrigens bis heute), wurde er Vater einer Tochter und war sehr glücklich darüber. Kein Fremdeln mit der Familiensituation, kein weltferner Künstler, der sich nur seiner Kunst widmen möchte.
Mit Motherhood wollte Doldinger 1969 bewusst mal einen anderen Weg gehen als bisher: Sein Ziel war hier Musik, zu der man auch in Clubs tanzen konnte und die gerne etwas kommerzieller sein durfte. Inspiriert unter anderem durch James Last entstand erst das Album »I Feel So Free« mit Doldingers Part unter dem Pseudonym »Paul Nero«. Auch die Band hieß nur »The Motherhood«.
Erst mit dem zweiten – und letzten – Album in dieser Form, das schlicht den Namen der Band trug, trat er als Klaus Doldinger offiziell in Erscheinung – im Bandnamen und als Komponist. Zu den Musikern und Autoren zählen Keith Forsey, Paul Vincent und Lothar Meid. Und natürlich Udo Lindenberg: Der steuerte seine Stimme bei zu »Devil Don’t Get Me« und schrieb auch mit an den Titeln.
Beim Wiederhören der Aufnahmen vor einiger Zeit kam Klaus Doldinger die Idee, sie nochmals einzuspielen, ganz aktuell. Gedacht, getan. Udo Lindenberg ist wieder dabei, allerdings mit der Original-Tonspur von 1970. Mit im Studio waren Max Mutzke und Joo Kraus. 2020 heißt der Album-Titel »Motherhood«, eingespielt von Klaus Doldinger’s Passport. Jener Band, die als deutsche Antwort auf »Weather Report« galt und in der u. a. Udo Lindenberg als Gründungsmitglied (hier am Schlagzeug), Curt Cress, Kristian Schultze und Alphonse Mouzon mitwirkten. So schlägt er die Brücke zwischen dem Jazz, der ihn berühmt machte und der tanzbaren Musik, der er sich aus purem Vergnügen widmete. Motherhood ist zugleich ein Doldinger-Geschenk an seine Fans anlässlich des eigenen Geburtstags: Am 12. Mai 2020 ist er 84 geworden.

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