Happy Birthday: Niki Lauda wird 65


Ein unstetes Leben

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Rennfahrer, Fernseh-Kolumnist, Unternehmer, Fluglinien-Besitzer, einer, der den wohl spektakulärsten Unfall der Formel-1-Geschichte zum historischen Ereignis gemacht hat: Niki Lauda feierte am 22. Februar 2014 seinen 65. Geburtstag.

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(v.l.n.r): Luca Montezemolo, Verwaltungsratsvorsitzender von Ferrari, Niki Lauda, Produzent Eric Fellner, Ron Howard und Produzent Peter Morgan

Und jetzt, da er das Rentenalter erreicht hat, tut er vieles, nur nicht die Hände in den Schoß legen. Neue Projekte bei Mercedes angehen, Initiativen ergreifen, Entscheidungen treffen, Spuren hinterlassen.

Lauda auf jenen unheilvollen 1. August des Jahres 1976, auf die spektakulären Bilder seines Feuer-Unfalls zu reduzieren, hieße, der komplexen Vita dieses Mannes nicht gerecht zu werden. Der Österreicher ist eine Person der Zeitgeschichte geworden. Einer jener Menschen auf diesem Globus, die im Prinzip ihren Reisepass wegwerfen können, weil sie ohnehin ein jeder kennt.

Wir trafen uns seinerzeit vor einem der „Großen Preise von Deutschland“ Anfang des Jahrhunderts im Fahrerlager des neuen Nürburgrings. Eine Unterhaltung im Kollegenkreis im Schatten der mächtigen rollenden Trutzburgen dieses weltweiten PS-Zirkus. Eddie Jordan, Drummer und Rennstallbesitzer, war noch mit dabei. Wie Lauda auch einer jener ebenso seltenen wie mitunter auch schrulligen Paradiesvögel dieses Zirkels.

Es war früh an einem Freitag, lange vor den ersten freien Trainingsfahrten. Lauda war aufgeräumt, zugänglich. Unterhaltender small talk mit einem guten Espresso und viel Zeit dazu. Ein Mann, dessen Nachname als Spross einer Unternehmensfamilie ihm nicht nur früh den Zugang zu Traktoren und Lastzügen ermöglichte, sondern ihm später auch viele Türen öffnete, wenn es darum ging, eigene Projekte zu finanzieren. Egal, ob es nun um ein paar Schilling fürs Rennfahren oder später um mehr für die „Lauda Air“ ging.

Ob er über seine große Popularität in Deutschland verblüfft sei, wollten wir von ihm wissen. Knapp Mitte 50 war der Mann damals, der die sichtbare Hinterlassenschaft seines spektakulären Crashs seit Jahrzehnten wie eine optische Visitenkarte trägt. Nein, verblüfft, sei er nicht darüber. Schließlich habe er ja auch – wenn auch unfreiwillig – entscheidenden Einfluss auf das Ende der berühmtesten und wohl gefürchtesten Rennstrecken Deutschlands und der Welt gehabt.

„Meine Popularität ist halt etwas, was einfach da ist. Ich nehme es so hin und beschäftige mich auch nicht damit. Ich versuche, meine Füße auf dem Boden zu behalten und meinen Weg zu gehen, wie ich es für richtig halte.“

Einmal nur, 1977, gewann er in Deutschland, in Hockenheim. Einer von insgesamt 25 Siegen in 171 Grand-Prix-Rennen. An diesem Freitag im kleinen Kreis, war Lauda in der Stimmung, darüber zu plaudern. Fast 30 Jahre danach. „Das war ja nur ein Jahr nach meinem Unfall auf dem Nürburgring. Wir Fahrer hatten schon vor meinem Unfall darauf gedrungen, dass auf der Nordschleife nicht mehr gefahren werden sollte. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nicht mehr zeitgemäß. In der Startaufstellung haben mich fast 100.000 Deutsche ausgepfiffen, weil ich in ihren Augen ja der Totengräber vom Nürburgring war. Aber so sind die Leute. Zwei Stunden später hatte ich gewonnen und sie haben mich gefeiert.“

Einem österreichischen Boulevardblatt gab Lauda ein paar Tage vor seinem Geburtstag ein Interview, in dem er auch gefragt wurde, was er von der Rente mit 65 halte. „Nix halte ich davon. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die einen wollen so früh wie möglich in Rente gehen und andere wollen das nie. Ich gehöre zu den anderen.“

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Unter dem Titel „Rush – Alles für den Sieg“ verfilmte Oscar-Preisträger Ron Howard 2013 das Verhältnis zwischen den Renn-fahrern Niki Lauda und James Hunt.

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