Eifel Rallye-Festival 2012 schlägt alle Rekorde


Originale aus fünf Jahrzehnten

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„Das hier macht mich um 25 Jahre jünger!“ Der das sagte, gilt ansonsten als eher schweigsam und zurückhaltend. Beim Rallye Eifel Festival zeigte sich Walter Röhrl, Rallye-Doppelweltmeister und zweifacher „Monte“-Sieger, hellauf begeistert. Am westlichen Rand der Republik hatten sich für drei Tage nicht nur etwa 150 originalgetreue historische Rallyefahrzeuge aus fünf Jahrzehnten WM-Geschichte eingefunden, sondern auch aktive Zeitzeugen, die das Geschehen in dieser faszinierenden Motorsportart über Jahre hinweg dominiert haben. Neben Walter Röhrl waren es die Weltmeister Hannu Mikkola, Björn Waldegaard und Stig Blomqvist.

ADAC Eifel Rallye Festival (2012-07-27): Foto: Jan Brucke

Ein prächtig drapierter Stand mit der Aufschrift „Walter-Röhrl-Fans Letzebuerg“ signalisierte in dem dichten Gewimmel von menschlichen Leibern, exotischen Fahrzeugen, Verkaufsständen, Serviceplätzen und Info-Boxen das ungebrochen hohe Ansehen und die Jahrzehnte andauernde Wertschätzung, die man dem vielleicht besten Rallyepiloten der Geschichte auch heute noch überall entgegen bringt. Der „Lange“, wie der Doppel-Weltmeister zu Beginn der 1980er-Jahre auch genannt wird, war an den drei Tagen auf Fahrzeugen verschiedener Marken seiner Motorsport-Karriere im Einsatz auf den insgesamt zehn Wertungsprüfungen rund um das „Rallyeherz“ mit der Fan-Meile in Daun.

ADAC Eifel Rallye Festival (2012-07-27): Foto: Jan Brucke

Rallye-Legende Walter Röhrl durfte fleißig Autogramme schreiben.

Gekonnte Drifts, waghalsige Sprünge, Wendemanöver auf engen Spitzkehren, „Tänze“ auf mitunter noch gerade zwei Reifen auf nassem Untergrund. Mal Asphalt, mal Schotter, mal Wiese oder eine Wasserdurchfahrt. Der Veranstalter, der MSC Daun, hatte für die Tausenden von Rallyefans eine fantastische Bühne bereitet. Bei einer spektakulären nächtlichen Prüfung erlebte das kleine Eifel-Dörfchen Sarmersbach bei tiefster Dunkelheit ein wahres Inferno an grellen Blitzen, dröhnenden Motoren, unzähligen, dumpfen Schaltvorgängen und einer Heerschar von Gästen, die die Einwohnerzahl des Fleckens um ein Vielfaches übertrafen. Vom animalisch brüllenden Audi Quattro S1 über den charaktervollen Opel Ascona 400, die exotischen „Safari-Boliden“ bis hin zu Trabant und Wartburg, ja sogar einem knatternden Saab-Zweitakter, gab sich ein halbes Jahrhundert Rallye-Geschichte die Ehre.

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Nicht minder angetan vom Treiben gab sich auch Christian Geistdörfer. Der Mann, der elf Jahre lang Röhrls „Vorbeter“ in aller Welt war, ist einer der Mitorganisatoren dieses unvergleichlichen Histo-Spektakels: „Der tolle Zuspruch von Fahrern und Fans ist uns ein großer Ansporn weiterzumachen. Auch 2013 wollen wir uns etwas besonderes einfallen lassen. Dabei wollen wir vor allem die Qualität weiter steigern“, sagte Geistdörfer. Möge man ihn beim Wort nehmen.

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