Celeste


fasziniert mit Debütalbum »Not Your Muse«

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An Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht: Natürlich wolle sie zu den ganz großen Stars gehören, sagt Celeste selbstbewusst. Der 26-jährigen Sängerin ist aber ebenfalls klar, dass sie Ausdauer brauchen wird, um dieses Ziel zu erreichen. Nur auf einem One-Hit-Wonder wird niemand eine Weltkarriere aufbauen.

Und das Zeug zu einer Weltkarriere hat sie. Celeste Epiphany Waite, in Brighton aufgewachsen, kam schon früh mit Musik in Berührung. Als eines ihrer großen Vorbilder seit Kindertagen nennt sie Aretha Franklin. Zur eigenen Musik gekommen ist sie als typische Autodidaktin. Songs, die ihr gefielen, etwa im Internet, analysierte sie in Eigenregie, wollte wissen, welche Feinheiten etwa im Hintergrund zu hören sind. HipHop und Rhythm’n’Blues hatten es ihr besonders angetan. Ihr erster eigener Song, »Sirens«, handelte vom Tod ihres Vaters mit nur 49 Jahren. Da war sie 16.
Mit Sirens machte sie auch in größerem Rahmen – via Internet – auf sich aufmerksam. So kam tatsächlich ein Manager auf sie zu. Mit einem gut 90 Minuten Gespräch im Zug von Brighton nach London und wieder zurück. Damals noch ganz ohne gezielte Planungen, ohne Karriere-Entwürfe. Später zog sie nach London und verdiente ihren Lebensunterhalt ganz unspektakulär mit Jobben.
Fast elf Jahre sind seit ihrem Internet-Debüt vergangen. So viel Zeit bis zum ersten eigenen Album, nachdem man schon ein wenig bekannt wurde – das ist ungewöhnlich in einer Zeit, in der zum ersten Plattenvertrag auch der rasche erste kommerzielle Erfolg gehört. Und das 2021 erschienene Debüt »Not Your Muse« kam beim Publikum ebenso gut an wie bei Kritikern, die sich mit Superlativen generell zurückhalten. Die Songs sind allesamt so sparsam instrumentiert, dass die Stimme der jungen Sängerin sie tragen muss. Und das tut sie. Der Soul ist ihre Domäne, dazu passt schon der leicht trotzig klingende Albumtitel: Nicht deine – oder eure – Muse will ich sein.
Mit Aretha Franklin wird sie schon jetzt ebenso verglichen wie mit Amy Winehouse. Sie nimmt das weniger als Nur-Kompliment denn als Ansporn: Nun müsse sie eben daran arbeiten, zu zeigen, dass sie nicht einfach nur so wie die beiden klinge. Das dürfte ihr gelingen – mit Talent und dem eingangs schon erwähnten Selbstbewusstsein.

Foto Elizaveta Porodina/ Universal Music

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