Cars and Crimes


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Die Einschusslöcher im Auto sprechen eine deutliche Sprache. Das Leben des Gangsterpärchens Bonnie Parker und Clyde Barrow verlief extrem gefährlich und endete frühzeitig spektakulär. Eines von zwölf Beispielen, die Christian Staiger für eine besondere Geschichte des Automobils ausgewählt hat. Autos auf der schiefen Bahn – das ist eine Schattenseite der Geschichte des Automobils. Aber auch eine, ohne die diese Geschichte nicht vollständig wäre.

 

Das Auto von Bonnie and Clyde.

Nicht jede Nutzung des Autos zu kriminellen Zwecken ist auf Dauer so berühmt geblieben wie die der beiden jungen Amerikaner. Die Geschichte junger Posträuber in Mannheim aus den 50er Jahren etwa wird bis heute überstrahlt durch das britische Pendant von 1963 um Ronnie Biggs und seine Kumpels. Auch eine Mordserie in Hannover aus den Fünfzigern ist heute weitgehend vergessen. Seinerzeit besonders spektakulär: Festnahmen waren erst möglich, nachdem feststand, dass es nur vermeintlich zwei Täterinnen waren – ein Teil des mörderischen Duos hatte sich zu den Taten einfach als Frau verkleidet. Bis 1985 reichen die Fälle, die Gerhard Staiger zusammenträgt. Er dokumentiert sie sorgsam, geizt nicht mit Fotomaterial und hat sorgsam recherchiert.
Viele der echten Kriminalfälle dienten als Vorlagen für Film und Fernsehen: Ohne Bonnie und Clyde hätten die Karrieren von Faye Dunaway und Warren Beatty womöglich nicht so rasch an Fahrt aufgenommen.
Rosemarie Nitribitts Leben und ihre seinerzeit vieldiskutierte Ermordung – Täter oder Täterin wurden nie gefasst – kamen zeitnah 1958 in die Kinos und fast 40 Jahre später unter gleichem Namen »Das Mädchen Rosemarie« von Bernd Eichinger. Verfilmungen dürfen, wenn’s der Dramaturgie dient, die Realität natürlich verfremden. Gerhard Staiger allerdings hält sich in seinem Buch an die Fakten. So wurde etwa Bonnie Parker – anders als im Film – nicht im stehenden Auto, sondern im fahrenden von den tödlichen Kugeln getroffen. Und manchmal ist das Ende einer kriminellen Biographie so banal, dass es schon Sensation genug ist und keiner Verfremdung bedarf: Al Capone – auf dessen Bedürfnis nach Sicherheit vor Gegnern das Prinzip der gepanzerten Limousine zurückgeht – galt im Umgang als sehr freundlich und höflich. Auch sah er so harmlos-unauffällig aus wie einer, der dem Fiskus keinen Cent schuldig bleiben will. Und dann kam ihm ausgerechnet die Steuerfahndung auf die Spur.

Al Capone (1899-1847)

Fotos picture alliance/ courtesy of Everett Collection

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