50 Jahre »Tatort« im Ersten


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Das selbstfahrende Auto als Mittel zur Tötung von Menschen: »Mord ex machina«, ausgestrahlt am Neujahrstag 2018, gehört sicher zu den spektakulärsten Filmen der Serie »Tatort«. Und eine extreme Herausforderung für den zuständigen Ermittler Jens Stellbrink, verkörpert von Devid Striesow.

Garanten für Top-Quoten: Boerne und Thiel

Spektakulär war freilich schon die erste Folge vom 29. November 1970: »Taxi nach Leipzig« spielte zum großen Teil in der DDR, während real die Entspannungspolitik der Regierung zum geteilten Deutschland für kontroverse Diskussionen sorgte. Den Initiatoren der Reihe ging es tatsächlich darum, »heiße Eisen« zur besten Sendezeit über die Bildschirme zu bringen.

Exzentriker, inzwischen a. D.: Jens Stellbrink

Hier der gemütliche Bayer,
da der robuste Haudrauf

Es galt aber auch, die Vielfalt der Regionen Deutschlands darzustellen, die jeweiligen Ermittler waren entsprechend regional geprägt.
Gustl Bayrhammer als Melchior Veigl und Götz George als Horst Schimanski sind zwei typische Beispiele dafür: Hier der nur vordergründig gemütliche Bayer, da der robuste Haudrauf, der das Ruhrgebiet wie seine Manteltasche zu kennen schien. Ein erster Tatort-Klassiker gelang allerdings mit Klaus Schwarzkopf in der Rolle des Kommissar Finke dem Norddeutschen Rundfunk mit »Reifezeugnis«: Eine pikante Affäre als Basis für eine Tötung, bei der offen bleibt, ob sie als Straftat oder Notwehr beurteilt würde.

Legendär: Schimanski und Thanner

Spannung und reichlich Wortwitz

50 Jahre nach der ersten Folge bilden ein Münsteraner und ein Hamburger das bei den Zuschauern beliebteste Ermittlerteam: Wenn der blasierte Gerichtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne und der bodenständige Hamburger Frank Thiel etwas aufzuklären haben, kommen zur Spannung reichlich Wortwitz und das Spiel mit den charakterlichen Gegensätzen. Jan Josef Liefers und Axel Prahl sorgen noch nach fast 20 Jahren für traumhafte Einschaltquoten.
Til Schweiger (als Nick Tschiller) wurde als Top-Star verpflichtet, es den beiden gleichzutun.

Action ist sein Metier: Nick Tschiller

Andere Teams haben es schwerer

in der Zuschauergunst, auch das gehört zum Konzept. So ist Peter Faber in Dortmund (Jörg Hartmann) als echter Misanthrop unterwegs, Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfgang Koch) sind so gegensätzlich wie nur möglich und doch (oder deshalb?) ein Top-Team. So ist die Vielfalt, wie zum Serienstart angedacht, durchaus erhalten geblieben.

Lehrt Machos das Fürchten: Charlotte Lindholm

Frauen hatten es zunächst schwer

Erst 1978 kam mit Nicole Heesters als Marianne Buchmüller eine Kommissarin zum Zug. Nach zwei Jahren war Schluss. Karin Anselm brachte es als Hanne Wiegand von 1981 bis 1988 auf acht Einsätze. Dann stieg Anselm aus – aus Mitleid mit der Figur, die sie verkörpern sollte und die bei ihren letzten Ermittlungen (»Ausgeklinkt«) von einem verbrecherischen Arzt böse vorgeführt wurde und die Täter bei aller Offensichtlichkeit doch nicht überführen konnte. Dieses Pech blieb Charlotte Lindholm bisher erspart: Schon bei ihrem Debüt lehrte die kühle Hanseatin (Maria Furtwängler) diversen Dorf-Machos das Fürchten.
Im Jubiläumsjahr wurden auch neue Teams an den Start geschickt: In Bremen treten Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram die Nachfolge von Sabine Postel und Oliver Mommsen an. Und der Saarländische Rundfunk schickt künftig Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov durchs kleine Bundesland. Die »Tatort«-Story geht weiter.

Gegensätze als Top-Team: Janneke und Brix

 

FOTOS HR/Degeto/Bettina Müller, NDR/Marion von der Mehden, WDR/SR/Manuela Meyer, WDR/Markus Tedeskino, NDR/Wolfgang Meier, WDR

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