30 Jahre Mauerfall


in Kino und Fernsehen

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Ach, Schorsch! Was muss er nicht alles aushalten auf seinem Weg nach Rom: Genau dahin führt den Deutschlehrer Udo Struutz samt Familie – zu der auch die blaue »Rennpappe« mit dem Männernamen gehört. Die erste große Tour, nachdem die ersehnte Reisefreiheit Realität wurde. Der Rest ist bekannt, »Go Trabi Go« ein Klassiker des Films, ein Kassenschlager dazu, und für Wolfgang Stumph wie Marie Gruber der Durchbruch beim Publikum. Beide würden später die Krimiwelt bereichern – Stumph als eigenbrötlerischer Ermittler Wilfried Stubbe im ZDF, Gruber als Gerichtsmedizinerin Rosamunde Weigand im „Polizeiruf 110“ im Ersten. 

Auch die Karrieren von Daniel Brühl und Florian Lukas sind ohne den Mauerfall nicht denkbar. Nur, dass beide ihn unter dramatischen Umständen im Film erleben: Als Alexander Kerner muss Brühl mit ansehen, wie Mutter Christiane (Katrin Sass) während der entscheidenden Zeit im Koma liegt. Als sie wieder zu sich kommt, muss Alexander mit Kumpel Denis (Florian Lukas) die alte DDR via TV ins Schlafzimmer der Mutter übertragen. Die Realität würde nach ärztlichem Rat den Körper der überzeugten Sozialistin zu sehr schwächen. Der Einfallsreichtum der beiden Jungspunde ist beachtlich, „Good Bye, Lenin!“ ist längst ebenfalls ein Klassiker des deutschen Films.

Wie die innerdeutsche Grenze ein Liebespaar beeinflusst, als ein Hindernis, das es immer wieder zu überwinden gilt, das zeigt Marcus O. Rosenmüller in „Jedes Jahr im Juni“. Eher aus Pflichtgefühl denn aus Interesse kommt Elke Richter 1971 zu den DDR-Verwandten ihres Mannes. Der entzieht sich, aus seiner Abneigung gegen die DDR keinen Hehl machend. Dann entwickelt sich eine Affäre zwischen Elke und Gregor Pohl, einem Bekannten der Familie ihres Mannes, ebenfalls verheiratet. Beide treffen sich, Jahr für Jahr, immer im Juni. Auch nach dem Mauerfall. Jahre danach wäre schließlich der Weg frei, ihre Beziehung zu offizialisieren – Gregors Ehe wurde geschieden, Elke ist verwitwet. Dass es dennoch bei Treffen „jedes Jahr im Juni“ bleibt, liegt nicht mehr an politischen Hindernissen – sondern an den beiden Charakteren. Aus der Affäre ist längst Liebe geworden – nicht obwohl, sondern weil sich beide nur selten sehen, eben jedes Jahr im Juni.

Als surreal habe er den Mauerfall erlebt, erklärte Matthias Freihof. Als Lorenz Wiegand war der gebürtige Plauener Freihof (rechts) Teil des Ermittlerteams in der ZDF-Serie »Siska«. In dieser Rolle spielte er sich in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer: Oft unbekümmert gradlinig, schoss er manchmal übers Ermittlungsziel hinaus, noch öfter allerdings half er seinem Kollegen Jacob Hahne (Werner Schnitzer) und seinem Chef Peter Siska (Peter Kremer) mit entscheidenden Hinweisen zur Lösung des Falles. 

Fotos dpa-Fotoreport/Ursula Düren

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