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Eine Tonspur genügte für den Durchbruch beim Publikum, das sein eigentliches Genre nicht unbedingt auf dem Schirm hatte: »I Just Called To Say I Love You«. Der Titelsong für den Film »The Woman In Red« von 1984 brachte Stevie Wonder zudem einen Oscar ein. Dabei war das eingängige, am Mainstream orientierte Entertainment bis dahin gar nicht sein bevorzugtes Terrain. Schon als Teenager hatte »Little Stevie Wonder« als musikalisches Wunderkind für Furore gesorgt – im Soul.

Die Verkleinerungsform im Namen war spätestens obsolet, als er mit 26 »Songs In The Key Of Life« aufnahm. 1976 erschienen, mit Gastmusikern wie Herbie Hancock, mit einer unvergesslichen Hommage an den 1974 verstorbenen Duke Ellington (»Sir Duke«), einer Liebeserklärung des frischgebackenen Vaters an seine Tochter (»Isn’t She Lovely«) und etlichen anderen Highlights. Ähnlich komplex und von der Kritik hochgelobt, geriet 1979 der »Journey Through The Secret Life Of Plants«, eine Reise durch die geheimnisvolle Pflanzenwelt.
Spätestens seit »The Woman in Red« also ist er einem breiten Publikum ein Begriff. Seine Popularität hat Stevie Wonder immer auch als Bürgerrechtler eingesetzt. Seit 2009 ist er UN-Botschafter des Friedens. Der bekannteste Titel seines 1981 erschienenen Albums »Hotter Than July« war Martin Luther King gewidmet: »Happy Birthday!«.
Dieser Glückwunsch gilt 2020 Stevie Wonder selbst: Am 13. Mai wird er 70. Einen seiner Wünsche zum Geburtstag – das darf man zu Recht vermuten – hat er schon 1982 formuliert:

Wenn Klaviertasten
das friedliche Miteinander von Schwarz und Weiß schaffen,

sollte das doch wohl auch Menschen gelingen!

»Ebony and Ivory« traf als Duett mit Paul McCartney den Nerv vieler Hörerinnen und Hörer: Allein in Deutschland blieb der Song 22 Wochen auf Platz 1 der Verkaufscharts. Und an seiner Aktualität besteht bis heute kein Zweifel.

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