Wertverlust: Auch für Cabrio-Fans lohnt ein Blick auf die Entwicklung


Mercedes, Mini und VW auf dem Siegerpodest

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Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, sieht man sie wieder, die nach wie vor beliebten Oben-Ohne-Fahrzeuge. Sie gelten als Sinnbild des automobilen Lustkaufs, bei dem der Cabrio-Fan nicht in Zahlen denkt, sondern sich auf das pure Fahrvergnügen freut. Und kein Hersteller, der etwas auf sich hält, wagt sich kein Cabriolet im Programm zu haben. Manche Hersteller bieten gleich mehrere verschiedene offene Varianten an. Aber: Lustkauf hin, Fahrvergnügen her – ein Blick auf die Wertverlust-Prognosen von Cabrios kann vor dem Kauf durchaus interessant sein. Denn die Vielfalt des Angebots wird immer größer – auch in diesem Jahr ...

2006 Cadillac XLR-V

Cadillac XLR 

Auch in diesem Jahr werden wieder einige Cabrios auf dem deutschen Markt neu vorgestellt, wie beispielsweise das neue Mini Cabrio, der CLK-Nachfolger, die neue Audi A5-Open-Air-Version und der 308 CC. «Dort, wo das 307 Cabriolet diesen sehr uneleganten Walfischrücken besaß, findet beim Nachfolger, dem 308 CC, ein sehr eleganter Anfang ein elegantes Ende. Ähnlich wie beim SLK und SL sorgt auch hier ein optionales, in die Kopfstützen integriertes Warmluftgebläse, für angenehmes Klima und Entspannung im Nackenbereich. Die Motorisierungen sind aus dem 308 bereits hinlänglich bekannt und völlig ausreichend. Wenn die Qualität stimmt, hat der 308 CC gute Chancen, an das Restwertniveau des Vorgängers anzuknüpfen», so Fess.

Zurzeit sind fast 300 verschiedene Cabrioversionen von 23 Herstellern in Deutschland neu erhältlich.

Mercedes SLK 200 Kompressor

Mercedes SLK 200

Die Autohändler sortieren ihre Gebrauchtwagenabteilungen für das Frühjahr um, die Cabrios werden jetzt nach vorne in die Showräume bzw. auf die vorderen Ränge der Gebrauchtwagen-Plätze gestellt. Die Nachfrage ist zu Beginn der warmen Jahreszeit groß, das Angebot an gebrauchten Exemplaren eher gering. «Die prozentualen Wertverluste bei den Open-Air-Mobilen sind grundsätzlich geringer als bei Limousinen», weiß Dieter Fess, Mitinhaber des Forecasts-Instituts in Saarbrücken. Eine schöne Möglichkeit zu sparen – zugegeben: auf hohem Niveau – ist es, ein Cabriolet mit Blechklappdach zu fahren und damit gleichzeitig zwei Fahrzeuge in einem zu besitzen. Ein willkommener und eher exklusiver Weg, etwas Sonne in unseren tristen Alltag zu zaubern und trotzdem den Geldbeutel nicht übermäßig zu strapazieren. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um Boliden wie Porsche und Co., die lediglich einer kleinen Minderheit vorbehalten sind. Letztere sind von den widriger gewordenen Umständen auf dem Rohölmarkt und den Emissions-Normen der EU naturgemäß stärker betroffen als deren kleineren Varianten. «Die Restwerte der Boliden sind demnach naturgemäß sehr stark unter Druck geraten, wenn auch lange nicht in jenem Maße wie die der Coup´s und schon gar nicht wie die Wiederverkaufsprognosen der großen Benziner im SUV-Bereich», so Prognosespezialist Dieter Fess. Relativ also ist an der Cabriofront alles soweit eitel Sonnenschein, denn

die offenen Fahrzeuge zählen generell nach wie vor zum Wertstabilsten, was man auf dem Automobilmarkt kaufen kann.

308CC_Peugeot

Peugeot 308 CC

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Daihatsu Copen

Die tatsächliche Marktgängigkeit spiegelt sich in den Wertverlusten wider (siehe auch Tabelle). Die Bähr & Fess Forecasts GmbH hat die zukünftigen durchschnittlichen Wertverluste in vier Jahren von ausgewählten Cabrios und Roadstern näher unter die Lupe genommen. Bei den vierjährigen Open-Air-Vertretern hat der Mercedes SLK 200 Kompressor die Nase im Wertstabilitätsrennen vorn. Die Prognostiker aus dem Saarland attestieren dem Zweisitzer einen Wertverlust von nur 38,5 Prozent nach diesem Zeitraum. «Seit Jahren – und mittlerweile in der zweiten Modellgeneration gehört der SLK zur absoluten Restwertspitze, insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Mercedes um ein nicht gerade günstiges Cabriolet handelt», so Dieter Fess. Rang zwei können das Mini Cabriolet Cooper S und der VW EOS TSI 90 mit einer Wertverlust-Prognose von jeweils 39 Prozent für sich in Anspruch nehmen. Klein und teuer – nicht unbedingt die idealen Zutaten für eine Erfolgsstory. Aber nicht so bei dem bayrischen Engländer. Laut dem Forecasts-Institut war bereits der Vorgänger noch zum Ende seines Produktlebenszyklus so gut, dass sein erster Platz im Wiederverkauf von keinem Mitbewerber auch nur ansatzweise gefährdet werden konnte. Wen wundert es also, dass diese Ausnahmestellung durch das Erscheinen des Nachfolgers nunmehr entsprechend stabilisiert wird. Ebenso gute Noten in Sachen Wertstabilität in vier Jahren bescheinigen die Propheten aus dem Saarland dem offenen kleinen Franzosen Peugeot 207 CC (40 Prozent), dem 911 Carrera (39,5 Prozent) sowie dem Boxster (40 Prozent) aus der Zuffenhausener Sportwagenschmiede.

MINI Cooper 2009

MINI Cooper

Schlusslichter im Vierjahresvergleich mit Wertverlusten von jeweils mehr als 50 Prozent bilden der Mitsubishi Colt CZC (52 Prozent), der Cadillac XLR-V (57 Prozent) und das Jaguar XK 4.2 verliert sogar 58 Prozent seines ehemaligen Neupreises. Das bedeutet, dass der Eigner des Nobelcabrios mit der Katze auf dem Kühler in vier Jahren einen Wertverlust von fast 54.300 Euro verkraften muss.

Jaguar XK

Jaguar XK

Wertverlust-Prognosen in vier Jahren

Angaben in Prozent und Euro

Modell in Prozent in € Neupreis
Mercedes SLK 200 Kompressor (184 PS) 38,5 14.054 36.503
Mini Cabrio Cooper S (170 PS) 39 9.867 25.300
VW EOS TSI 90 (122 PS) 39 10.589 27.150
Porsche 911 Carrera Cabriolet (345
PS)
39,5 37.122 93.980
Peugeot 207 CC Filou (120 PS) 40 7.720 19.300
Porsche Boxster (245 PS) 40 18.124 45.309
BMW 320i Cabriolet (170 PS) 40,5 16.484 40.700
Mercedes CLK 200 Kompressor
Cabriolet
40,5 16.484 40.700
Opel GT (264 PS) 40,5 13.122 32.400
Audi A3 Cabriolet 1.8 TFSI
Attraktion (160 PS)
41 11.931 29.100
BMW 120 Cabriolet (180 PS) 41 13.264 32.350
Opel Astra Twintop Edition (140 PS) 41 11.255 27.450
Opel Tigra Twintop Edition (125 PS) 41 9.090 22.170
Audi TT TFSI (200 PS) 41,5 14.027 33.800
BMW Z4 2.5i (177 PS) 42 13.818 32.900
Mazda MX-5 1.8 Emotion (126 PS) 42 9.156 21.800
Daihatsu Copen (87 PS) 43 7.736 17.990
Ford Focus CC (145 PS) 44 11.253 25.575
Renault Megane CC (135 PS) 44 11.044 25.100
Alfa Romeo Spider 2.2 JTS (185 PS) 45 15.188 33.750
Mercedes SL 350 (316 PS) 45 38.958 86.573
Nissan 350Z Roadster (313 PS) 45 18.364 40.809
Lexus SC 430 (286 PS) 47 35.086 74.650
Saab 9-3 Cabriolet 2.0t Linear (175
PS)
48 17.520 36.500
Corvette Convertible (437 PS) 48,5 36.351 74.950
Nissan Micra CC Tekna (110 PS) 50 10.645 21.290
Mitsubishi Colt CZC (109 PS) 52 9.615 18.490
Cadillac XLR-V (450 PS) 57 49.105 86.150
Jaguar XK 4.2 Cabriolet (298 PS) 58 54.288 93.600

Quelle: Bähr & Fess Forecasts / Stand Januar 2009 / Händler-Verkaufspreise / Basislaufleistung

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