Unterwegs im neuen Jeep Grand Cherokee


Eine Legende im Segment der Luxus-SUV

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Der Jeep ist eine Legende. Und Chrysler, beziehungsweise der neue Eigentümer Fiat, tut alles, um dieses Image zu pflegen.

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Deshalb werden besondere Merkmale wie der Kühlergrill mit seinen sieben Lüftungsschlitzen und runden Scheinwerfern sowie die trapezförmig ausgeschnittenen Radhäuser aufrecht erhalten. Das gilt erst recht für den neuen Grand Cherokee, der auch in den USA den Rückstand zu der Mercedes M-Klasse und Co. verringern soll. Deshalb reicht es nicht, nur «offroad» eine gute Figur zu machen – eine Disziplin, die der neue Cherokee in der Topversion mit Luftfederung, Geländeuntersetzung, elektroni-scher Schlupfbegrenzung und verschiedenen Gelände-Fahrprogrammen zweifellos und eindrucksvoll beherrscht – er muss auch auf der Straße voll überzeugen.

Denn der Jeep ist von Hause aus eher ein rustikaler Geselle, der schon 1940 als allrad-getriebenes Mehrzweckfahrzeug der U.S. Army das Licht der Welt erblickte. Hersteller: Willys-Overland. Doch bekannt wurde das Gefährt von Anfang an unter einem anderen Namen, der als Schriftzug den Ventildeckel zierte: Jeep. Ab 1945 startete der Wagen als CJ-2A seine zivile Karriere und rackerte als Nutzfahrzeug bei Farmern und Bauarbeitern. Ein technisches Merkmal hielt sich lange: die Starrachse hinten. Doch mit dem aktuellen Grand Cherokee ist sie passé und weicht einer Einzelradaufhängung. Die Verwindungssteifigkeit liegt 146 Prozent höher als beim direkten Vorgänger: Schließlich nutzt Chrysler die Plattform der M-Klasse, ein spätes Souvenir aus Stuttgart, wo Mercedes sich von seinem amerikanischen Abenteuer erholt.

Der Fortschritt ist erfahrbar, das Fahrwerk europäisch straff abgestimmt; allerdings mag der Cherokee keine kurzen Unebenheiten, die er hart quittiert. Die Lenkung arbeitet für ein US-Auto erfreulich präzise.

Für den Fahrbericht trat der Jeep mit einem V6-Benziner an. Dieser neu konstruierte Pentastar-Motor schöpft aus 3,6 Litern Hubraum 286 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 347 Nm. Damit lässt es sich mit Kraft aus dem Keller entspannt reisen. Das Fünfgang-Automatikgetriebe, obligatorisch für alle Modelle, passt. Es schaltet sanft, jedoch fehlt eine sechste Stufe, um die Drehzahl zu senken. Den Verbrauch gibt das Werk kombiniert mit 11,4 Litern Super an.

Alternativ steht der Jeep auch mit dem Hemi-V8 beim Händler. Der Achtzylinder ist 5,7 Liter groß und 352 PS stark. Er nimmt bei 12 Prozent Steigung bis zu 3.500 Kilogramm an den Haken. Allerdings schmilzt die Zuladung im Vergleich zum Sechszylinder von knapp 400 auf 251 Kilogramm. Seit dem Frühjahr tritt der Jeep auch mit Diesel-Sechszylindermotor in der klassischen V-Form an. Angeboten wird das Dreiliter-Aggregat mit 190 PS und 440 Nm oder 241 PS und 550 Nm. Zulieferer ist die Firma VM Motori aus der italienischen Provinz Ferrara, eine Tochter des Fiat-Konzerns.

Der Diesel senkt mit, laut Hersteller, Durchschnittsverbräuchen von 8,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern nicht nur die Betriebskosten, sondern auch den Einstandspreis. In der etwas schlichteren Ausstattung Laredo – es folgen «Limited» und «Overland» – kostet der Jeep 3.0 V6 CRD 42.300 Euro.

Das Topmodell, der Jeep Overland V8 HEMI, belastet das Budget hingegen mit 63.275 Euro. Allerdings ist auch die Ausstattung der solide verarbeiteten Cherokee Overland ungewöhnlich umfassend und reicht von Bi-Xenon mit Fernlicht-Automatik über Navi mit Rückfahrkamera bis hin zu Nappalederbezügen, Lenkradheizung und Sitzbelüftung. Die Aufpreisliste ist entsprechend kurz: nur Metallic-Lack, ein DVD-Entertainment-System und ein elektrisches Glasschiebedach kosten extra: 2.350 Euro Aufpreis.

Fazit: Image, Raumangebot, Fahrkomfort, Verarbeitung, Materialien und Finish genügen gehobenen Ansprüchen. Besonders attraktiv sind die Preise.

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