Sparfuchs oder generöser Auftritt?


Kleine und Kompakte – ein Kostenvergleich

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Autokauf hat stets sehr viel mit emotionalen und rationalen Motiven zu tun. Die emotionalen Gründe für einen Autokauf sind hinlänglich bekannt – sie begründen sich in erster Linie durch das Markenimage des Herstellers und der Formensprache des Fahrzeuges. Die Abwägung der rationalen Beweggründe ist da schon schwieriger und verlangt in der Regel ein genaues Studium der Preise, der Serienausstattung, Versicherungseinstufungen und vielem mehr. Insbesondere der Verbrauch spielt in Zeiten teuren Sprits eine wichtige Rolle. In Zeiten des Treibhauseffekts gewinnt der CO2-Ausstoß eine immer wichtigere Bedeutung. Wer die Sparfüchse unter den benzinangetriebenen Wagen der Minicars, Kleinwagen, Kompaktklasse und Mittelklasse im Einzelnen sind und wie hoch ihr jeweiliger CO2-Ausstoß ist, haben die Experten von Jato Dynamics näher untersucht (siehe auch Tabellen). Abgebildet werden hier die Normverbrauchswerte auf 100 Kilometer laut Hersteller. Je nach Fahrweise können in der Realität natürlich Abweichungen zu den tatsächlichen Verbrauchswerten entstehen.

Spritsparer Bild2=KIA

Minicars – Nicht alle Stadtflöhe sind geizig

Hier geht die Post ab – preislich geht das Angebot bei den Winzlingen von 8.190 Euro für den Ford Ka mit 60 PS bis hin zu 19.490 Euro für den 98 PS starken Brabus Fortwo von smart. Bei den Minis führt mit einem Normverbrauch von 4,3 Liter pro 100 km das smart Fortwo Coup&eaigu; 1.0 die Konsum-Hitliste vor dem Daihatsu Cuore 1.0 (4,4 l) an. Platz drei beanspruchen die japanisch-französischen Drillinge Citroën C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo, die 4,6 Liter auf 100 km benötigen. Ihr CO2-Ausstoß beträgt ebenso wie bei den Erstplatzierten keine 110 g/km. Der sparsamste Opel ist der Agila 1.0, der zusammen mit seinem Zwillingsbruder Suzuki Splash mit einem Normverbrauch von fünf Litern Rang zehn beansprucht. Dicht dahinter rangiert das 69 PS starke Fiat Retromobil 500 (5,1 l/100 km). Am gierigsten saugt der 95 PS starke Ford Sportka 1.6 das kostbare Benzin auf. Seine Werte liegen bei 7,6 Liter/100 km und damit ist der Kölner in der Konsum-Hitliste auf dem letzten Platz.

TotalBruchköbel

Kleinwagenklasse – Nur bedingter Billigtarif beim Verbrauch

Bei den benzingetriebenen Kleinwagen beherrschen die Importeure das Feld der sparsamen Fahrzeuge. Unter den Top Five kann sich lediglich der bayerische Engländer Mini One mit 95 PS behaupten. Die Nase ganz vorne bei den Sparfüchsen haben der Daihatsu Sirion 1.0, Kia mit dem Picanto 1.1 Start und der Subaru Justy 1.0 mit einem durchschnittlichen Verbrauch von jeweils fünf Litern. Die drei Asiaten sind die Einzigen Benziner mit einem CO2-Ausstoß von unter 120 g/km. Mit einem Normverbrauch von 5,2 Liter/100 km rangiert der Picanto 1.1 in der Cool-Version auf Platz vier, knapp vor dem 95 PS Mini One (5,3 l/100 km). Opel kommt mit dem 60 PS Corsa und einem Normverbrauch von 5,6 Liter als erster Deutscher auf Platz 11. Das Gros der Polos und Fiestas dieser Welt liegen mit ihren Verbrauchswerten im Mittelfeld der Statistik. Am unteren Ende der Skala befindet sich der 197 PS starke Renault Clio 2.0 16V, der gigantische 8,4 Liter Sprit schluckt. Das sind schon monströse Werte, wenn man dagegen bedenkt, dass für die 272 PS starke 530i Limousine von BMW ein Normverbrauch laut Hersteller von 7,7 Liter/100 km angegeben ist und ihr CO2-Ausstoß 182 g/km beträgt. Einen um 0,5 Liter geringeren Verbrauch – als der Power-Clio – mit 7,9 Liter pro 100 Kilometer sind die «Renn»-Kleinwagen Opel Corsa OPC und GSI, Seat Ibiza Cupra, Skoda Fabia 2.0 und VW Polo 1.8 GTI Cup, deren CO2-Emissionen liegen zwischen 188 und 192 g/km, etwas besser als der Clio Sport.

Spritsparer Bild3=Toyota

Kompaktklasse – Hybride sind Nummer eins bei Sparsamkeit und Sauberkeit

In der sogenannten Golfklasse liegen die Konsumunterschiede gravierend auseinander. Bei den benzingetriebenen Fahrzeugen dieser Klasse klafft die Verbrauchsschere auf 100 Kilometer um mehr als sechs auseinander, aber auch die Neupreise differieren stark. Bei den Benzinern stehen in der Kompaktklasse die Hybridmodelle Toyota Prius (4,3 l/100 km) und Honda Civic (4,6 l/100 km) mit einem Verbrauch von unter fünf Litern ganz oben auf dem Treppchen der Sparfüchse. Die japanischen Hybridmodelle sind auch die Einzigen ihrer Klasse deren CO2-Emission unter 110 g/km liegen. Die Plätze drei und vier sind mit dem Audi A3 1.4 TSFI S Tronic (5,6 l), BMW 116i und dem A 150 Blue Efficiency von Mercedes mit jeweils 5,8 Liter pro 100 km fest in deutscher Hand. Schlusslicht dagegen bilden der VW Golf R32 4Motion mit der Dreiliter-Maschine unter der Haube und der Lancer Evolution von Mitsubishi mit 295 PS-Motor, die über zwölf Liter auf 100 Kilometer vom kostbaren schwarzen Gold benötigen.

Spritsparer Bild1=smart

Mittelklasse – Sparsame Saubermänner aus München

In der Mittelklasse gibt es viel frischen Wind. Das liegt vor allem an den Facelifts und Modellerneuerungen wie beispielsweise
vom Audi A4, Mercedes C-Klasse, Ford Mondeo und demnächst kommt der neue Insignia von Opel. Das Angebot ist recht vielfältig – insgesamt stehen zurzeit mehr als 700 verschiedene Modellversionen mit Ottomotor von 27 Herstellern zur Wahl. Beim Kraftstoffverbrauch sowie beim CO2-Ausstoß der Einzelnen in dieser Klasse liegen Welten auseinander. Im Reich der Mitte können lediglich sechs Modellversionen mit einem CO2-Ausstoß unter 150 g/km glänzen. Der beste Benziner in Sachen Sauberkeit ist der BMW 318i (Limousine), unter dessen Haube 143 PS werkeln. Die Münchner können sich mit dem 318i auch wegen des niedrigen Durchschnittsverbrauchs brüsten: 5,9 Liter (Norm) setzen ihn an die Spitze der Sparfüchse. BMW belegt mit seinen 3er-Modellen 318i und 320i (Limousine und Kombi) die ersten fünf Plätze in der Verbrauchs-Hitliste. Lediglich Fiat kann mit seinem Linea 1.4 8V (6,3 l/100 km) einen Platz unter den Top Five erreichen. Am unteren Ende der Skala mit Verbrauchswerten über zwölf Liter Superbenzin rangieren ausschließlich hochmotorisierte Wagen. Die werksgetunten Mercedes Limousine und Kombi C 63 AMG mit satten 457 PS-Motorisierungen sind mit einem Normverbrauch von mehr als 13 Liter beileibe keine Kostverächter. Dementsprechend groß ist auch ihr CO2-Ausstoß von mehr als 300 g/km. Auch der M3 von BMW konsumiert mit 12,4 l/100 km nicht gerade wenig, und er bläst 295 g/km aus dem Auspufftopf.

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