SAM plays it again: Rallyefahrzeuge aus Sachsen


0

38_X_DSC_0006

Gegründet 2008 von Sven Knorr, der selbst erst Rennen fuhr und dann als gelernter Maschinenbau-Ingen  ieur die Firma gründete, um Rallye-Fahrzeuge der ganz besonderen Art zu bauen. Das Herz der Renner kommt aus Stuttgart, ist ein 6-Zylinder 3-Liter-Dieseltriebwerk mit Single-Turbo.

Diverse Maßnahmen, vor allem im Bereich der Motorelektronik, bringen dem Serienmotor (an dem nach FIA-Reglement mechanisch nichts verändert werden darf!) einen Leistungsschub auf bis ordentlich über 300 PS. Die meisten Fahrwerkskomponenten stammen von renommierten Spezialbetrieben, ebenso die Keflar-Karbon-Karosserie und das sequenzielle 6-Ganggetriebe.

Im Wettbewerb startet der „SAM 3.0D-CC“ als Prototyp gegen die Konkurrenz, die mit Diesel-Motoren (Bi-Turbo!) oder gar mächtigen V8-Triebwerken antritt. Knorrs kleines, aber feines Team umfasst gerade einmal 10 Personen, die sich aus versierten Mechatronikern und Ingenieuren aus der Maschinenbau-Fraktion zusammensetzen. Es muss noch so manches Problem gelöst werden, bevor die zahlreichen Module und Komponenten in der Plauener Halle sorgfältig zusammengefügt werden. „Mut, Wissen und glühende Leidenschaft“ gibt der Anfang-Fünfziger als Hauptmotivation an. Seine Kunden kommen aus Privatbereichen ebenso wie aus finanziell formidabel ausgestatteten Industrie-Teams.

38_X_MCH15041

Man kann die SAM-Fahrzeuge leasen oder auch kaufen. Das deutsche Team Kahle/Dr. Schünemann fuhr mit einem SAM bei der 2013er-Dakar einen beachtlichen 13. Rang ein. Für 2014 haben die ehemaligen Gewinner des FIA-Worldcups und russischen Staatsmeister I. Kuznetsov/R. Elagin angedockt und den bereits bekannten roten SAM 3.0D-CC geordert, erstmal für die Dakar. Das chilenische Team „Tamarugal XC“ mit den Rallye-Piloten Javier Campillay/Claudio O. Campo hat sogar einen SAM nach eigenen Wünschen für die nächste Dakar konfigurieren lassen, gekauft und weilte höchstpersönlich in Plauen mit zwei Rallyemechanikern, um die Endphase der Entstehung mit zu erleben und sich an der Quelle zu informieren. Die Dakar beendeten beide Teams nicht: Kuznetsov litt unter einer Lungenentzündung, wurde am 2. Tag wegen eines „Technik-Wurms“ zurückgeworfen, verließ die Rallyestrecke aus purer Not und wurde disqualifiziert, weil er etliche „Waypoints“ (vorgegebene Wegpunkte) ausgelass

38_X_DSC_0001

en hatte. Campillay überschlug sich zwei Mal, die Mechaniker reparierten, was das Zeug hielt und am letzten Tag vor der Ruhepause meldete sich die Kupplung ab: Das war’s dann leider.

Im Gegensatz zu vielen finanziell potenten Konkurrenz-Teams verfügt Knorr nur über etwa 10–15 Prozent davon an Budgetmitteln. Dennoch hat seine PS-Schmiede inzwischen einen sehr guten Ruf erlangt. „Doch die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen steigen unaufhörlich, was die Sache nicht gerade leichter macht“, so Knorr. Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit, technische Versiertheit und eine nicht zu unterschätzende Leidensfähigkeit gehören aber immer dazu …

Weitersagen

Schreiben Sie einen Kommentar