Olympische Gedanken zum Automobil der Zukunft


Mit Ex-NOK-Präsident und Weltklasseschwimmer Dr. Klaus Steinbach im BMW 318 d unterwegs

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192 Zentimeter ausgewachsene, schlanke Körperlänge, ultralange Beine, dennoch bequem und kommod in einem kompakten BMW und dabei noch eine angeregte Diskussion führen und als «Fotomodell» herhalten? Geht das überhaupt? Und ob, es geht, wie wir an diesem Tag erfahren. Gut sogar. Für das KÜS magazin sind wir in einem BMW 318 d unterwegs mit Dr. Klaus Steinbach, einem Menschen mit unglaublich vielen Facetten. Ehemaliger Weltklasse-Schwimmer, Silbermedaille bei Olympia 1972 in München, drei Jahre später Weltmeister. 1976 in Montreal noch einmal mit olympischem Lorbeer dekoriert. Lange Jahre Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und einer der weltweit führenden Sportfunktionäre. Zudem Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Hochwald-Kliniken in Weiskirchen/Saar. Sein Arbeitszimmer ist eine einzige Hommage an die olympische Bewegung. Bilder als Zeitzeugen: Mark Spitz, Josef Neckermann, Menschen die (Sport-) Geschichte geschrieben haben.

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Mit Steinbach wollen wir heute unterwegs sein in einem BMW 118 d der ganz besonderen Art. «Efficient Dynamics» nennen die Münchener ein Programm, das – kurz gefasst – den Verbrauch und die CO2-Emissionen der Fahrzeuge senkt und gleichzeitig deren Leistung und damit die Freude am Fahren steigert. Beides erreicht durch ein Bündel von Maßnahmen, das den Ingenieuren ins Lastenheft geschrieben wurde. Unser azurblauer 1er verfügt zudem über eine Start-Stopp-Automatik. Will heißen: Beim Anfahren an eine Kreuzung oder Ampel schaltet sich der Motor ab, beim Treten der Kupplung ist er auf Anhieb wieder da. Wem es nicht behagt, der kann diese Technik aber auch kurzerhand per Knopfdruck deaktivieren.

Steinbach sieht sich interessiert die Technik an, bemerkt, dass «ein 1er ja eigentlich für meine Größe eher wenig geeignet ist.» Privat fährt er ebenfalls ein Fahrzeug mit Niere, einen X5. Platz für seine langen «Haxen» ist dennoch da. Die linke Hand auf den Kopf gelegt, deutet das Problem an: «Ich brauche halt Kopffreiheit.» Was – im übertragenen Sinne – wohl auch der Sportfunktionär und Mediziner braucht. Oder wäre Medizin-Manager in diesem Fall wohl eher der richtige Ausdruck?

«Wir investieren hier in drei Jahren 20 Millionen Euro in Umbaumaßnahmen. Da ist Anwesenheit unbedingt erforderlich.» Ein bisschen Foto-Shooting vor der Klinik, etwas Park als Kulisse. Dann verlassen wir den Ort, suchen eine geschlängelte Landstraße für den Fotografen. Dann geht’s los. Der Schreiber hinten drin, Block und Stift in der Hand. «Das kann ruhig etwas schneller sein», hat der Mann mit der Kamera dem Fahrer mit auf den Weg gegeben. Und der hält sich dran, zieht die bajuwarische Heckschleuder mit Verve durch die Kurven. Ein Sportler eben. Schnell. «So ähnlich muss der Mann früher mal geschwommen sein, wenn auch nicht gerade durch die Kurven», denkt sich der Autor auf der Rückbank.
1972, erzählt Steinbach, bekam er sein erstes eigenes Fahrzeug: «Einen gelben 1502.» Also auch damals schon BMW. Das Auto habe er sich selbst in München abgeholt, nachdem ihm sein BMW-Händler aus seiner Heimatstadt Kleve noch entgegengekommen sei. Es folgte ein alter 230 SL, «aber bei dem haben mich die Reparaturen aufgefressen. Wir waren damals ja lupenreine Amateure» Standesgemäß fuhr er dann wieder als NOK-Präsident. Mit einer S-Klasse vom Partner Mercedes-Benz. An die 60.000 Kilometer pro Jahr habe er in seiner damaligen Funktion zurückgelegt.

Heute macht sich Steinbach Gedanken um zentrale Fragen des Automobils wie Ressourcen-Schonung, Antriebe der Zukunft und umweltbewusstes Fahren. «Wir müssen unabhängig vom Öl werden», sagt Steinbach. Dabei setze er auf die Innovationskraft und die Technik der deutschen Ingenieure, das zur Serienreife zu führen, was an Ergebnissen bereits vorhanden ist. Auch Hybridtechnik könne seiner Meinung nach nur eine Zwischenlösung sein und erweist sich als Kenner der Szene: «Null Abgase, CO2-frei fahren, das muss das Ziel der Zukunft sein. Wobei er das Beispiel Wasserstoff anführt, weil es immer einen weiteren Innovationsschritt geben muss.»

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