Motorsport in Hochspannung


Emissionsfreie Rennwagen starten ab September mit Elektromotoren in einem offiziellen weltweiten Championat.

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Die FIA, der Automobilsport-Weltverband, offeriert ab Herbst dieses Jahres nicht nur die Formel 1 oder Formel 3, sondern als Novum die Formel E. Die offenen vollelelektrischen Monoposto-Rennwagen sollen als innovative und umweltfreundliche Rennserie vor allem ein junges Publikum ansprechen. „Der zukunftsweisende und verantwor-tungsbewusste Ansatz zielt darauf ab, ein breiteres Publikum als die bisherigen Motorsportfans zu erreichen“, so der Reifenpartner Michelin. Beteiligt an der Formel E ist auch ein professionelles deutsches Team mit zwei Fahrern. Die umweltfreundliche Rennserie kann als Entwicklungsbeschleuniger für serienmäßige Elektromobile dienen und sie wird im Zentrum städtischer Ballungsräume veranstaltet, dort findet sich bekanntlich das größte Potenzial für elektrische Mobilität. Zudem ist für das Publikum eine interaktive Unterhaltung mit virtueller Beteiligung am Rennen vorgesehen.

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Die FIA, der Automobilsport-Weltverband, offeriert ab Herbst dieses Jahres nicht nur die Formel 1 oder Formel 3, sondern als Novum die Formel E. Die offenen vollelelektrischen Monoposto-Rennwagen sollen als innovative und umweltfreundliche Rennserie vor allem ein junges Publikum ansprechen. „Der zukunftsweisende und verantwortungsbewusste Ansatz zielt darauf ab, ein breiteres Publikum als die bisherigen Motorsportfans zu erreichen“, so der Reifenpartner Michelin. Beteiligt an der Formel E ist auch ein professionelles deutsches Team mit zwei Fahrern. Die umweltfreundliche Rennserie kann als Entwicklungsbeschleuniger für serienmäßige Elektromobile dienen und sie wird im Zentrum städtischer Ballungsräume veranstaltet, dort findet sich bekanntlich das größte Potenzial für elektrische Mobilität. Zudem ist für das Publikum eine interaktive Unterhaltung mit virtueller Beteiligung am Rennen vorgesehen.

Die Serie wird von der neuformierten Formula E Holding veranstaltet. Das Unternehmen Spark Racing Technology hat die Fahrzeuge entwickelt und gebaut. Sie tragen die Bezeichnung Spark-Renault SRT 01 E und haben zwei Elektromotoren mit insgesamt maximal 200 kW/270 PS Leistung, die eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h ermöglichen (Beschleunigung 0-100 km/h in knapp drei Sekunden). Im Training und im Qualifying steht den Piloten die volle Leistung zur Verfügung, im Rennen wird sie auf 133 kW/180 PS reduziert, kann aber (ähnlich wie in der Formel 1) für Überholvorgänge kurzzeitig auf das volle Leistungsvermögen erhöht werden. Dabei soll das Rennpublikum über Social Media darüber abstimmen, welcher Fahrer per Knopfdruck (push-to-pass) die Zusatz-energie abrufen kann. Keine Veränderungen gibt es zunächst bei Chassis und Aerodynamik der Fahrzeuge, während schon in der ersten Saison Weiterentwicklungen bei Motoren und Batterien im Rahmen der Regularien erlaubt sind. Tatsächlich sollen sich in den nächsten Jahren Innovationen einschlägiger Unternehmen jederzeit in der Formel E wiederfinden, gewissermaßen als Vorreiter und Versuchsfeld für Serienfahrzeuge. In der zweiten Rennsaison beispielsweise ist der Einsatz eines kabellosen Induktionsladesystems für die Batterien vorgesehen. Die bislang 10 Teams gehen bereits heute Technologiepartnerschaften mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Universitäten ein, um neue und intelligente Lösungen zu entwickeln.

Formel-E_Rennwagen-Renault

Für Michelin als Reifenpartner der Formel E verbindet sich das Engagement in dieser Serie ideal mit den Aktivitäten in anderen Motorsportdisziplinen. Zitat: „Die Formel E ist für die Michelin-Gruppe eine technologische Triebfeder ohnegleichen. Der mutige neue Ansatz der Formel E entspricht dem Innovationsgeist von Michelin.“ Die unterschiedlichen Erfahrungen im Motorsport liefern dem Unternehmen nach eigener Einschätzung wertvolles Basiswissen und ermöglichen es, die Grenzen für Serienreifen zu verschieben. Tatsächlich offeriert Michelin als einer der weltweit größten Reifenhersteller bereits Spezialreifen für etliche Elektro- und Hybridfahrzeuge, auch im Rennsport. Gefordert ist sowohl auf der Straße als auch im Elektrorennfahrzeug ein möglichst geringer Rollwiderstand, um die Batteriereichweite zu steigern, gleichzeitig müssen Sicherheitsaspekte wie der Nassgriff auf hohem Niveau realisiert werden. Dazu der Projektleiter Formel E bei Michelin Motorsport, Serge Grisin: „Die Entwicklung des Michelin Pilot Sport EV für die Rennserie erfordert das konsequente Verringern des Rollwiderstandes. Diese Fortschritte wirken sich direkt auf die Entwicklung der Serienreifen aus. Obwohl wir inzwischen seit mehr als 20 Jahren rollwiderstandsoptimierte Reifen herstellen, haben wir immer noch viel Arbeit vor uns, um dieses Phänomen vollständig zu erfassen.“ Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Michelin schon 1899 die Reifen für ein elektrisches Rekordfahrzeug lieferte. Der Belgier Camille Jenatzky knackte mit seinem torpedoförmigen Elektro-Rennwagen auf Michelin-Reifen erstmals in der Automobilgeschichte die 100-km/h-Marke und stellte den Geschwindigkeitsrekord von 105,8 km/h auf.

Markantes Merkmal der neuen Formel E-Rennreifen sind die unterschiedlichen Dimensionen. Vorne entspricht die Größe einem Straßenreifen in 255/40 R 18, hinten in 305/30 R 18. Die 18-Zoll-Räder sind bei Straßensportwagen üblich, zudem ist die Seriennähe auch dadurch gekennzeichnet, dass die Rennreifen bei nasser und trockener Straße eingesetzt werden, profillose Rennslicks sind nicht vorgesehen. Die Reifen sind schmaler und höher als gängige Monoposto-Pneus, günstig für den Rollwiderstand. Gleichzeitig verbessern sich dadurch die aerodynamischen Eigenschaften, der Luftwiderstand nimmt ab. Zudem aber müssen die Reifen auf die besonderen Fahrbahnbedingungen der Formel E abgestimmt werden, denn die 10 Läufe werden nicht auf üblichen Rennstrecken ausgetragen, sondern ausschließlich in Städten (siehe Termine). Es gibt Verschmutzungen, unterschiedliche Fahrbahnbeläge, Fahrbahnmarkierungen und keine extrem hohen Geschwindigkeiten, es fehlt also der aerodynamische Abtrieb. Zudem haben die Formel E-Boliden durch ihren elektrischen Antrieb bei der Beschleunigung sofort ein hohes und konstantes Drehmoment, das den Reifen enorm beansprucht. „Die Haftungseigenschaften stellten neben den spezifischen Eigenschaften der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge die größte Herausforderung dar“, haben die Michelin-Techniker festgestellt. Pro Fahrzeug steht nur ein Satz Einheitsreifen mit Profil zur Verfügung. In der Flanke des neuen Formel E-Reifens ist ein elektronischer RFID-Chip vorgesehen (Radio Frequency Identification Device). Damit lässt sich jeder Reifen elektronisch identifizieren. Dies erleichtert die Kontrolle und den Einsatz der Reifen.
Bei den einstündigen Rennen in Peking, Los Angeles, London oder Berlin hat jeder der 20 Fahrer zwei Autos zur Verfügung, um bei leerer Batterie ins Ersatzfahrzeug wechseln zu können. Dabei sind auch bekannte Piloten aus der Formel 1 wie Bruno Senna, Jarno Trulli oder Sébastien Buemi. Einziges deutsches Team ist bislang das „Audi Sport Abt Formula E-Team“. Der Audi-Partner aus Kempten möchte damit sein Engagement in der DTM ergänzen: „Als Unternehmen, das sich schon seit vielen Jahren mit regenerativen Antrieben und Elektromobilität beschäftigt, sind wir überzeugt vom Konzept der Serie: Es ist innovativ, bietet Sport auf höchstem Niveau und eine tolle Show für die Fans auf der ganzen Welt.“ Sämtliche Rennen der Formel E sollen über TV-Sportsender ausgestrahlt werden.

Renntermine

2014

Peking (China): 13. September
Putrajaya (Malaysia): 18. Oktober
Rio des Janeiro (Brasilien): 15. November
Punta del Este (Uruguay): 13. Dezember

2015

Buenos Aires (Argentinien): 10. Januar
Los Angeles (USA): 14. Februar
Miami (USA): 14. März
Monte Carlo (Monaco): 9. Mai
Berlin (Deutschland): 30. Mai
London (Großbritannien): 27. Juni

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