Marktbetrachtung: SUV vs. Kombi


0

SUV oder Kombi – das ist die Frage: Durch Variabilität und Flexibilität sowie die vielseitigen Freizeitansprüche heutiger Automobilisten hat sich der Stellenwert von SUVs und Kombis in den vergangenen Jahren gesteigert. Freizeitorientierte Automobile sind auf dem Vormarsch. Betrachtet man die Kaufentscheidung zugunsten eines Kombis oder eines SUVs unter dem Aspekt der Wertstabilität, ergeben sich im Detail interessante Unterschiede. Generell gilt, dass der Kombi in der Anschaffung fast immer günstiger ist als der SUV. Die Frage, inwieweit das Platzangebot der beiden Fahrzeuge dem jeweiligen Bedarf am besten entspricht, ist also zunächst zu klären. Der Bedarf an Stauraum für Gepäck und sonstige Accessoires muss ebenfalls individuell geprüft werden. In den meisten Fällen bietet auch der Kombi gegenüber dem SUV ausreichend Kapazitäten. Jedoch ist die Betrachtung der Preisdifferenz nur eine Seite der Medaille. Denn in Sachen Wertstabilität haben die SUVs in den meisten Fällen die Nase vorn.

37_X_kia_sportage_20

Kia Sportage

Das verdeutlicht zum Beispiel der Vergleich zwischen dem Opel Astra Sports Tourer 1,6-Liter und dem Mokka 1,4 4×4. Der Kombi zeigt ein um 3,5 Prozentpunkte schlechteres Wertverhalten als der Geländegänger. Beim Mazda Kompakt-SUV CX-5 und dem Mazda 6 Kombi ist es noch krasser. Hier spricht der geringere Wertverlust von 6,5 Prozentpunkten ebenfalls eindeutig für den japanischen SUV (siehe auch Tabelle). Einen zwei Prozentpunkte-Vorsprung beansprucht der Skoda Yeti gegenüber dem Fabia Combi und beim Mercedes GLK gegenüber dem C-Klasse-T-Modell sind es 2,5 Prozentpunkte. „Auch bei diesen hervorragenden Fahrzeugen – ist klar, wer als Sieger hervorgehen wird. Der GLK, insbesondere seit seinem Facelift, entspricht dem aktuellen Publikumsgeschmack noch mehr als der durchaus erfolgreiche Kombi der C-Klasse. Vor allem die Nachfrage bei Gebrauchtwagen im In- und Ausland, sind Ursache für den langfristigen Erfolg des kompakten SUV. Konkurrenz kommt im Hause Mercedes da eher in Form des neu vorgestellten CLA. Um fair zu sein, muss allerdings auch erwähnt werden, dass der Nachfolger des C-Klasse T-Modells bereits kurz vor seinem Launch steht. An der vorläufigen Dominanz der Kompakt- und Mini-SUVs wird aber auch dies nichts ändern“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH in Völklingen. So bescheinigen die Völklinger Experten dem GLK 250 mit 211 PS-Motorisierung einen Restwert von 49,5 Prozent, das C 200 T-Modell ist dagegen nur noch 47 Prozent seines ehemaligen Neupreises wert. Zwischen den Wolfsburgern Tiguan mit 160- PS-Motor (53,5 Prozent) und dem 122 PS starken Golf Variant (52,5 Prozent) liegt ein Prozentpunkt zu Gunsten des SUV. „Der Golf, hatte lediglich bei einem seiner vielen Derivate keinen großen Erfolg: beim Kombi. Warum das so ist, vermag sich schwer sagen zu lassen. Seit der Vorstellung des Tiguan wurde die Situation natürlich nicht besser, das Pendel schlug deutlich in Richtung des kompakten Geländewagen aus, der heute der meistverkaufte in Deutschland ist. Neben Golf Plus, Tiguan und Golf ist es aber für einen Kombi im VW-Konzern deutlich schwerer als bei anderen Marken“, so Fess.

P90080481

SUV contra Kombi: Restwert-Prognosen nach Jahren in Prozent

Marke/Modell Leistung kW/PS Neupreis in € Restwert in 4 Jahren in % Wertverlust in 4 Jahren in Euro
Audi Q3 2.0 TFSI quattro 125 kW/170 PS 31.850 53,5 14.810
Audi A3 Sportback Attraction 1.8 TFSI quattro 132 kW/180 PS 30.950 51,0 15.166
BMW X1 xDrive 20i 135 kW/184 PS 34.000 50,0 17.000
BMW 118i Sport Line 5-Türer 125 kW/170 PS 28.900 52,0 13.872
Chevrolet Trax LS+ 1.4 4WD 103 kW/140 PS 21.790 48,5 11.222
Chevrolet Cruze Station Wagon LT+ 1.4 103 kW/140 PS 21.990 48,5 11.325
Kia Sportage Vision 2.0 CVVT AWD 120 kW/163 PS 25.060 47,0 13.282
Kia Ceed Sportswagon Edition 7 1.6 GDI 99 kW/135 PS 19.390 48,5 9.986
Mazda CX-5 Skyactiv-G 2.0 AWD 118 kW/160 PS 23.890 54,0 10.989
Mazda6 Kombi Center Line 121 kW/165 PS 27.990 47,5 14.695
Mercedes GLK 250 4Matic 155 kW/211 PS 44.149 49,5 22.295
Mercedes C 200 T-Modell 135 kW/184 PS 37.069 47,0 19.646
Opel Mokka Edition 1.4 4×4 103 kW/140 PS 24.185 49,5 12.213
Opel Astra Sportstourer 1.6 FUN 125 kW/170 PS 21.290 46,0 11.497
Skoda Yeti Active 1.8 4×4 118 kW/160 PS 23.950 48,0 12.454
Skoda Fabia Combi Ambition 1.2 TSI 77 kW/105 PS 17.040 46,0 9.202VW
Tiguan Trend & Fun TSI 4Motion 118 kW/160 PS 28.000 53,5 13.020
VW Golf Variant Comfortline 1,4 TSI BMT 90 kW/122 PS 23.525 52,5 11.184

Quelle: Bähr & Fess Forecasts / Stand September 2013 / Händler-Verkaufspreise / Basislaufleistung

37_X_Skoda_Fabia_Kombi_foto_gross

Skoda Fabia

Bei BMW ist es etwas anders. Der Neupreis des X1 20i xDrive liegt mit 17.000 Euro zwar über dem des 118i Fünftürers mit 170 PS, aber in Sachen Wertstabilität hat eindeutig der 118i mit einem prognostizierten Restwert von 52,0 Prozent die Nase vorn. „Bei den Weißblauen ist das Bessere des Guten Feind: auch wenn gerade der X1 etwas ‚subpremium’ aussieht – seinem enormen Erfolg tut dies kein Abbruch. Erfolg trifft allerdings auch auf den 1er-Fünftürer zu, der von allen Limousinen, die den hauseigenen SUVs Konkurrenz machen müssen, die beste Figur abgibt“, so Dieter Fess.

37_X_Opel_Mokka_280378

Der Werterhalt spricht in fast allen Fällen klar für den Geländegänger. Ob Audi, Mercedes oder Co. sie haben in diesem Punkt meist die Nase vorn. Aber die Kaufentscheidung bleibt ja gottseidank noch immer Geschmacksache. „Wenn man sich ein ‚Stein-Papier-Schere’-Spiel vorstellt, dann schlägt der SUV den Kombi und der wiederum die Limousine. Vor allem die SUVs sind immer noch im Wachstumsmodus und setzen die erfolgsverwöhnten Kombis weiter unter Druck“, resümiert Dieter Fess.

Audi Q3 quattro /Standaufnahme

Audi Q3

 

GLK-Klasse

Weitersagen

Schreiben Sie einen Kommentar