Marktbetrachtung: Sportcoupés mit 300 PS und mehr


Wertverhalten höchst unterschiedlich

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Flott in den Fahrleistungen und leistungsstark sind Sportcoupés. Zumindest jene, die in dem relativ kleinen Segment sportive Ansprüche erfüllen. Das Platzangebot dieser Fahrzeuge ist zwar meist eingeschränkt, dennoch wurden im vergangenen Jahr fast 40.500 Sportwagen neu zugelassen. Das waren im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum knapp vier Prozent mehr Zulassungen in dieser Klasse. Das Segment hatte schon immer etwas Wechselhaftes, was zum einen am Zeitgeist liegt, der sich verändert und wechselnde Trends verursacht – wie beispielsweise den anhaltenden Trend zu den SUV. Zum anderen ist die Volatilität auch einfach dem Umstand geschuldet, dass gerade Coupés mit sehr viel Emotionalität gekauft werden.
Die Prognose-Experten von Bähr & Fess haben das Restwertverhalten ausgewählter Sportcoupés mit 300 PS und mehr näher analysiert und das Wertverhalten innerhalb dieses Segments ist, ebenso wie die Neupreise, höchst unterschiedlich (siehe auch Tabelle). Die Restwertschere der untersuchten Fahrzeuge klafft um elf Prozentpunkte auseinander. Bestnoten in Sachen prozentualer Wertstabilität attestieren die Prognostiker dem Porsche 911 Carrera S, der in vier Jahren mit einem Neupreis von mehr als 120.000 Euro lediglich die Hälfte seines ehemaligen Neupreises verliert. Damit ist der 450 PS starke Stuttgarter Bolide neun Prozentpunkte besser als der Klassendurchschnitt. Dicht dahinter folgt der gut 120.300 Euro teure Mercedes AMG GT (49 Prozent), unter dessen Motorhaube 476 PS werkeln.
Mit Restwerten von rund 43 Prozent bilden der BMW M850i xDrive, der Chevrolet Camaro 6,2 V8 und der Jaguar F-Type V6 die goldene Restwertmitte unter den ausgewählten Fahrzeugen. „Ein Coupé vom alten Schlag. Ein Gran Turismo, der direkt für einen James-Bond-Film designt zu sein scheint und sich dabei auch ein oder zwei liebenswerte, britische Schrulligkeiten erlaubt. Insbesondere die R-Varianten beherrschen das Thema Sound so superb wie kaum ein zweites Modell: entweder ein kreischender, von der 10-Zylinder-Formel-Eins stammender Sound des Sechszylinders oder das bollernde und brachiale Ausatmen der R-4WD Version mit Achtzylinder. Aber auch die harmloseren Motorisierungen verdienen allesamt Beachtung; dies gilt sogar für die Vierzylinder-Version des F-Type. Der Innenraum ist eng geschnitten und nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit, was ihn umso schöner und klassischer wirken lässt. Der Kofferraum unter der beeindruckenden Rückseite des Jag reicht für kleine Köfferchen, aber definitiv nicht mehr. Der Jaguar ist zwar nicht unbedingt ein Restwertriese, wird aber spätestens nach Auslauf der Reihe zu einem begehrten Sammlerobjekt werden“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts mit Sitz im saarländischen Völklingen.
Eine differenzierte Betrachtungsweise des Themas »Restwert/Wertverlust« empfiehlt sich in dieser Klasse. So verliert der Ford Mustang-Fahrer, und dies trifft auch beim Chevrolet Camaro zu, im Vergleich zu seinem Kollegen, der einen Porsche 911 bewegt, deutlich weniger Geld, wenn er sein vier Jahre altes Auto verkaufen will. Zwar hat das Porsche 911 Coupé nach vier Jahren einen prognostizierten Restwert von 50 Prozent. Das heißt aber auch, dass der 911-Eigner aufgrund des hohen Anschaffungspreises rund 60.000 Euro abschreiben muss. Der Mustang indessen verliert in diesem Zeitraum lediglich 28.200 Euro (Camaro: 28.300 Euro), der Ford hat zwar einen geringeren Restwert (40 %), aber auch mit 47.000 Euro einen erheblich niedrigeren Anschaffungspreis. Der Porsche-Fahrer muss also einen höheren absoluten Wertverlust verschmerzen als der Mustang- oder Camaro-Lenker. „Selten füllt ein Automobil das Kriterium Preis/Leistung mit solcher Leichtigkeit aus, wie der Mustang 5,0 oder auch der Camaro 6,2. Beides sind sogenannte Pony-Cars und für diese uramerikanische Gattung sehr potenter und bezahlbarer Autos stand der erste Mustang als Namensgeber Pate. Von der Faszination eines V8, die sich vor allem durch den Sound und die souveräne Art der Leistungsentfaltung auszeichnet, leben auch die aktuellen Ponys. In Zeiten politischer Überkorrektheit sind der Besitz und der Genuss solcher Fahrzeuge allerdings fast schon strafrelevant. Umso schöner, dass es sie noch gibt und einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft von Bedeutung sind. Steigende Benzinpreise werden jedoch leider dafür sorgen, dass amerikanische Achtzylinder irgendwann der Vergangenheit angehören. Und nur Kenner werden wissen, dass solche Motoren, auch bei flotter Autobahnfahrt, so niedrig drehen, dass der Verbrauch auf Langstrecken erstaunlich gering ist. Und was das Kriterium Preis angeht: Es sorgt für stabile und relativ hohe Restwerte, denn der Wertverlust in Euro liegt bei vergleichbaren Boliden deutscher Provenienz oftmals deutlich höher als bei den so verschrienen Ami-Schlitten“, so Dieter Fess.

Fotos Hersteller, SP-X

 

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