Marktbetrachtung Obere Mittelklasse: Trio aus Deutschland dominiert


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Mit rund 83.000 Neuzulassungen in der oberen Mittelklasse lag von Januar bis August 2014 der Zulassungsrückgang bei fast sieben Prozent. Hierzulande rollen noch rund 2,2 Millionen Fahrzeuge dieser Klasse auf den Straßen. Die Bestandshitliste führt die Mercedes E-Klasse mit knapp 737.000 Exemplaren an. Aber auch von der Münchner 5er-Reihe sind noch rund 596.500 Fahrzeuge und vom Audi A6 fast 463.500 Autos im Bestand. Bei den Importeuren hat der Volvo V70 mit noch rund 135.500 Einheiten die Nase bestandsmäßig vorne.

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BMW 520 d Touring, Sophistograu Brillanteffekt, 135/184 kW/PS

BMW 520d

Diese Klasse ist hart umkämpft und die deutschen Hersteller Audi, BMW und Mercedes liefern sich einen harten Dreikampf auch in Sachen Neuzulassungen. Rund 95 Prozent der Neuzulassungen gehen alleine auf das Zulassungskonto vom A6, der BMW 5er-Reihe und der E-Klasse. Alle anderen, wie beispielsweise der Jaguar XF, Lexus GS oder die Volvo Modellreihen 70 und 80, spielen zulassungstechnisch eine untergeordnete Rolle. In Sachen Neuzulassungen haben in den ersten acht Monaten dieses Jahres die Münchner mit der 5er-Reihe (26.997 Neuzulassungen) die Nase leicht vor dem Ingolstädter A6 (26.647 Neuzulassungen) und der E-Klasse von Mercedes (24.897 Neuzulassungen).

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Jaguar XF

Die Bähr & Fess Forecasts GmbH hat die zukünftigen Wertverluste von ausgewählten Fahrzeugen der oberen Mittelklasse analysiert und verglichen (siehe auch Tabelle). So ist die Stern-Limousine E 220 CDI an der Spitze der Wertstabilitäts-Hitliste. Dem 170 PS starken Stuttgarter bescheinigen die Völklinger Prognoseexperten in vier Jahren einen Restwert von fast 47 Prozent. „Die E-Klasse stärkte sich erst letztes Jahr mit einer gelungenen Modellpflege. Doch mit der kommenden E-Klasse geht Mercedes neue Wege beim Antrieb, der Elektronik und dem Interieur. Der Reihensechszylinder erlebt unter dem internen Kürzel OM 656 seine Renaissance. Laufruhe und höhere Drehmomente sind die Vorteile. Die Restwerte der E-Klasse liegen auf dem Niveau des kommenden Modellwechsels im Prognosezeitraum“, so Kurt Kolb von der Bähr & Fess Forecasts GmbH in Völklingen.

E-Klasse, E 250 T-Modell, Avantgarde mit AMG Sportpaket, (S 212)

Mercedes E

Platz zwei mit einem Restwert von fast 46 Prozent kann das 170 PS starke T-Modell mit dem Stern für sich in Anspruch nehmen. Den Bronzeplatz mit einem prognostizierten Restwert von jeweils 45,6 Prozent sichert sich der Münchner Kombi 520d Touring gemeinsam mit dem Mercedes E 200 T-Modell mit 184-PS-Benzinmotorisierung. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter: Mit Restwerten zwischen 45 und 45,5 Prozent unter den Vierjährigen belegen die beiden 190 PS starken BMW 520d (45,2 Prozent) und 520i Touring (45,5 Prozent) sowie die Mercedes E 200 Limousine (45,1 Prozent) ebenso die oberen Ränge. Die Audi Limousinen und Avant-Versionen liegen mit Restwerten zwischen 44 und 44,4 Prozent rund einen Prozentpunkt unter dem Niveau von den ausgewählten Wettbewerbern aus München und Stuttgart. Den geringsten Wertverlust in Euro unter den ausgewählten Fahrzeugen weist die Ingolstädter A6 Limousine auf. Die 180 PS starke Limousine mit Zweiliterbenzinmotor ist in vier Jahren laut den Prognoseexperten noch rund 44 Prozent ihres ehemaligen Neupreises wert. Bei einem Neupreis von 37.200 Euro verliert der Limousinen-Eigner in vier Jahren rund 20.800 Euro.

Audi A6 Avant

Audi A6

Aber auch andere Hersteller haben in diesem Segment einen guten Ruf, wenn auch deren Zulassungszahlen eher im Nischenbereich liegen. Den Individualisten bleibt also noch Auswahl. Da sind schließlich die Vertreter aus dem Mutterland des Elch-Tests und für Anglophile der Jaguar XF. Insbesondere der Volvo V70 glänzt durch gute Restwerte, die von der Limousine, dem S80 nicht annähernd erreicht werden. In vier Jahren bescheinigen die Prognoseexperten aus dem Saarland dem Schweden-Kombi einen Restwert von 42,3 Prozent, sein Dieselpendant V70 D4 (40 Prozent) verliert in diesem Zeitraum mehr als zwei Prozentpunkte mehr an Wert. Die Volvo-Limousinen S80 dagegen müssen mit 35,8 Prozent beziehungsweise 33,6 Prozent Restwert in vier Jahren wesentlich größere Einbußen verkraften und landen damit am unteren Ende der Wertstabilitätsskala. In vier Jahren attestieren die Prognoseexperten dem S80 D4 mit 181 PS einen Restwert von nur 33,6 Prozent seines ehemaligen Neupreises. Das bedeutet, dass der Pilot des rund 43.250 Euro teuren S80 in vier Jahren einen Wertverlust von mehr als 28.700 Euro verkraften muss.

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