Marktbetrachtung: Neufahrzeuge unter 25.000 Euro


Die Qual der Wahl

0

Rund 820 Modellversionen von 27 Herstellern in der Preiskategorie von unter 25.000 Euro warten auf Käufer*innen. Wer unter 25.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben möchte, hat hier fast unbegrenzte Möglichkeiten. Die Palette reicht vom Minicar über kleine SUV bis hin zur Kompaktklasse und mittelgroßen SUV. Die meisten Kandidaten kommen mit Benzin- oder Diesel-Motorisierung daher, aber auch Hybrid-Modelle und reine Elektroautos wie beispielsweise der Dacia Spring, Fiat 500, smart fortwo oder Renault Twingo sind vertreten. Die Preispalette beginnt bei 8.690 Euro für den Dacia Sandero mit 67-PS-Motor, am Ende der Preisgrenze steht mit 24.990 Euro der koreanische Hyundai i20 mit stolzen 204 PS.

Opel Corsa

Peugeot 208

Die Bähr & Fess Forecasts GmbH hat das Wertverhalten ausgewählter Fahrzeuge aus der Kleinwagenklasse, den kleinen sowie den mittleren SUV in diesem Preissegment näher durchleuchtet (siehe auch Tabelle). Hier ist zu berücksichtigen, dass die Prognosen nach vier Jahren von Händlerverkaufswerten mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr ausgehen. Das Kleinwagensegment, das bereits seit längerem einem Wandel unterzogen ist, könnte auch das wandlungsfähigste der verschiedenen Fahrzeugsegmente sein. „Da ist zum einen der fast finale Abschluss einer Entwicklung, die den Einbau von Dieselmotorisierungen in dieser Klasse zum Stoppen bringt. Zum anderen produzieren nur noch wenige Hersteller Kleinwagen in der einst so populären Zweitürer-Variante. Der Siegeszug des Viertürers steht bevor. Mini-SUV wie der VW T-Cross haben langfristig das Zeug, den Polo, auf deren Plattform und Technik er basiert, in den vorderen Reihen der Zulassungsstatistik abzulösen. Und schließlich ist das Segment auch für den CO2-Ausstoß der Konzerne eminent wichtig, da hier Verbrennungs- und Elektromotoren zum Zuge kommen, die für die Emissionen des Gesamtkonzerns eine Rolle spielen, sei sie auch klein“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH mit Sitz in Saarbrücken.
Allein in der Kleinwagenklasse stehen im genannten Preissegment mehr als 300 verschiedene Modellversionen zur Auswahl. Die Prognose-Experten haben die Konzernbrüder Opel Corsa und Peugeot 208 – beide mit 75-PS-Benzinmotorisierung – näher ins Visier genommen. Hier klafft die Restwertschere um zwei Prozentpunkte zugunsten des Rüsselsheimer auseinander. In vier Jahren bescheinigen die Experten dem Corsa 1,2 noch einen Restwert von 46,5 Prozent seines ehemaligen Neupreises, beim Franzosen sind es lediglich 44,5 Prozent. Monetär gesehen bedeutet es, dass der Wertverlust des Corsa bei einem Neupreis von 14.600 Euro auch um über 1.000 Euro geringer ausfällt als beim Peugeot 208 (Wertverlust 8.847 Euro). Dessen Neupreis liegt allerdings auch mit 15.940 Euro um gut 1.000 Euro über dem Corsa.
In der boomenden Klasse der kleinen SUV ist das Angebot gut sortiert. Hier hat der Interessent die Wahl zwischen rund 210 verschiedenen Modellversionen von sechzehn Herstellern. Unter den ausgewählten kleinen SUV von Hyundai, Peugeot und Renault hat der Peugeot 2008 PureTech 100 in Sachen Restwerte die Nase eindeutig vorne. Dem kleinen Franzosen bescheinigen die Propheten aus dem Saarland in vier Jahren noch einen Restwert von 48,5 Prozent. „Der Konzernbruder des Opel Crossland macht optisch und technisch einiges her. Wirkte der Vorgänger noch leicht bieder, ist der aktuelle 2008 erkennbar der aktuellen Peugeot-Designlinie zugehörig. Die Motorenpalette ist breit und attraktiv aufgestellt bei einem Fahrzeug mit großzügigen Raumverhältnissen und sehr guter Verarbeitungsqualität. Die Entwicklung der Wiederverkaufspreise geht ganz klar in Richtung der Segmentspitze“, so Dieter Fess. Die Wertverlustschere in Euro klafft bei den drei Beispielfahrzeugen von Hyundai, Peugeot und Renault um 1.500 Euro auseinander. Den geringsten Verlust in Euro hat der Hyundai-Newcomer Bayon, der in vier Jahren noch 46,5 Prozent seines ehemaligen Neupreises wert ist. In diesem Zeitraum verliert der Pilot des Bayon 1,0 T-GDI (Neupreis: 19.990 Euro) lediglich rund 10.700 Euro, beim Peugeot 2008 (Neupreis: 22.100 Euro) sind es circa 11.380 Euro. Den höchsten Wertverlust unter den ausgewählten kleinen SUV in Euro attestieren die Experten dem Renault Captur TCe 90 (Neupreis: 21.550 Euro, Restwert: 43,5 Prozent) mit mehr als 12.150 Euro.
Die Kategorie der mittleren SUV mit einem Neupreis von unter 25.000 Euro wirkt geradezu beschaulich. Lediglich sieben Modelle, darunter die ausgewählten Konzernbrüder Seat Ateca und Škoda Karoq, sind hier verfügbar. „Erkennbar preiswerter als ein VW Tiguan ist der Karoq und macht trotzdem vieles genauso gut wie das baugleiche Modell der Schwesternmarke. Und den ebenfalls baugleichen Audi Q3 trennen etliche tausend Euro vom tschechischen Pendant. Verarbeitung und Detaillösungen sind sehr gut und die Variabilität ist »simply clever«, wie es der Markenclaim sagt. Auch der Karoq zählt zu den restwertstabilsten Fahrzeugen seiner Klasse“, so Dieter Fess. So attestieren die Prognose-Experten dem 110 PS starken 1,0 TSI (Neupreis: 23.990 Euro) in vier Jahren noch einen Restwert von 51,5 Prozent. Sein Wertverlust in Euro beträgt nach diesem Zeitraum 11.635 Euro. Der Seat Ateca – mit identischer Motorisierung – ist in vier Jahren noch die Hälfte seines Neupreises (12.940 Euro) wert.

Škoda Karoq

 

Seat hat den Ateca geliftet

Hyundai Bayon

Weitersagen

Schreiben Sie einen Kommentar