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Marktbetrachtung: Mittelklasse


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Die automobile Mitte muss sich neu erfinden, will sie nicht von den SUV und Crossover-Modellen unter Spannung gesetzt werden. In dieses Segment gehören Modelle wie der Audi A4, BMW 3er-Reihe, Mercedes C-Klasse und VW Passat, aber auch Importautos wie der Alfa Romeo Giulia, der Jaguar XE und der Renault Talisman. Hierzulande rollen noch rund sieben Millionen Fahrzeuge auf den Straßen. Von der Mittelklasse wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres knapp 290.400 Einheiten in Deutschland neu zugelassen. Diese Klasse ist fest in deutscher Hand. Rund 46 Prozent aller neu zugelassenen Mittelklässler entfielen auf den Audi A4, der BMW 3er-Reihe, der Mercedes C-Klasse und dem VW Passat.

JaguarXE

Wie sich ausgewählte Mittelklasse-Modelle in Sachen Wertstabilität verhalten, hat die Bähr & Fess Forecasts GmbH näher ins Visier genommen (siehe auch Tabelle). Insgesamt kann man sagen, dass die Limousinen mit Dieselmotorierungen bis zu mehr als sieben Prozentpunkte wertbeständiger sind als die Benziner. Allerdings liegt auch der Neupreis der Selbstzünder meist um einige Tausend Euro höher. Die Mittelklasse war und ist hart umkämpft, aber auch die Importeure haben in diesem Segment einen guten Ruf, wenn auch deren Zulassungszahlen eher im Nischenbereich liegen.

Insbesondere der Jaguar XE glänzt durch gute Restwerte.

„Jaguar ist als Marke zwar immer noch nicht ganz so sozialverträglich wie die deutschen Premiummarken, aber auch diesbezüglich hat der XE eine Vorreiterrolle: Es ist kein ‚No-Go’ die englische Traditionsmarke zu fahren. Sie zeichnet vor allem den Individualisten – nicht den Emporkömmling oder Angeber aus. Dieser spektakuläre Wandel in der Wahrnehmung der britischen Traditionsmarke wird auch dem XE sehr nützlich sein. Der Mittelklasse-Jaguar kann eine ordentliche Restwert-Performance vorweisen“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH mit Sitz in Völklingen.

Mercedes-Benz C-Klasse

Bei den Restwerten haben der A4 2,0 TDI und der Mercedes C 200d in vier Jahren die Nase eindeutig vorne. Dicht dahinter beanspruchen der 163 PS starke Jaguar XE mit Dieselmotor und Mercedes C200 mit 184-PS-Benzinmotorisierung mit Restwerten von jeweils 49 Prozent im genannten Zeitraum den Bronzeplatz in der Stabilitätshitliste. Danach geht es Schlag auf Schlag mit Restwerten zwischen 46 und unter 49 Prozent. „Die Neuvorstellung der Giulia wurde mit Superlativen und Überschwänglichkeiten bedacht. Nüchtern betrachtet, ist die Giulia sicher ein gefälliges Fahrzeug, das durchaus noch etwas charaktervoller im Design hätte ausfallen können. Neben dem XE von Jaguar ein weiterer Konkurrent für die deutschen Statusmarken und ein erfrischender dazu.

Alfa Romeo Giulia

Die Diesel-Motorenpalette ist reichhaltig, während der Benziner-Interessent momentan lediglich einen 200-PS-Motor oder gleich die 510 PS starke QV-Variante auswählen kann“, so Dieter Fess.

Renault Talisman

Auf den hinteren Rängen ist der Opel Insignia und der Renault Talisman mit Restwerten von jeweils 42 Prozent zu finden. „Die großen Renaults hatten, zumindest hierzulande, bislang stets wenig Fortune. Skoda Superb und Mitanbieter sind im Fokus des Franzosen und in deren Umfeld passt er auch gut.

Skoda Superb

Das Preis-/Leistungsverhältnis ist sehr gut. Außerdem ist der Renault im Interieur ansprechend und luxuriös wirkend“, so Dieter Fess. Nochmals rund zwei Prozentpunkte schlechter schneidet der Peugeot 508 ab. Am unteren Ende der Skala unter den Vierjährigen ist der Mazda6 2,2 Skyactiv-G 192 (38,5 Prozent), der jedoch auch nur in der Sports-Line-Version verfügbar ist und dementsprechend hoch im Neupreis angesiedelt. Dem Selbstzünder Mazda 6 2,2 mit 150 PS attestieren die Experten nach diesem Zeitraum noch einen Restwert von 46 Prozent.

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