Marktbetrachtung Minicars


Wolfsburger – Senkrechtstarter unter den Cityhoppern

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Seit der Einführung des smarts und dessen (zeitverzögertem) Erfolg versuchen fast alle Hersteller, diese Klasse mit frischen Fahrzeugen zu versorgen. Außerdem überlegt der ein oder andere potentielle Neuwagenkäufer – bedingt durch hohe Folgekosten wie die fast explodierenden Benzinpreisen – auch auf einen kleineren fahrbaren Untersatz umzusteigen.

Der up! ist ?World Car of the Year 2012?

VW Up!

 

Zur Klasse der Minicars gehören unter anderem Fahrzeuge wie der neue VW Up!, smart Fortwo, Renault Twingo und Fiat 500, um nur die vier zulassungsstärksten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres zu nennen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum konnte von Januar bis Mai 2012 mit mehr als 87.000 neu zugelassenen Kleinstwagen ein Plus von über 16 Prozent verzeichnet werden. Im Kleinstwagenbereich ist einiges los auf Deutschlands Straßen, rund 2,6 Millionen der Cityhopper rollen derzeit über unsere Straßen. Und seit Ende des letzten Jahres bereichern noch drei weitere Exemplare unser Straßenbild.

Neu auf den Markt kamen die trendigen Drillinge vom Volkswagen-Konzern Seat Mii, Skoda Citigo und VW Up! Lange warten und abräumen – das scheint die Devise bei VW zu sein. Eine Strategie, die zur Nachahmung nicht empfohlen wird, die aber bei den Wolfsburgern sehr effizient eingesetzt wird. Dies klappte schon beim Touran und Tiguan. Der Up! hat sich als Senkrechtstarter entpuppt und in Sachen Wertstabilität und Neuzulassungen seine Mitbewerber bereits überholt und auch den smart vom Neuzulassungsthron gestoßen. In den ersten fünf Monaten 2012 konnten vom Up! fast 16.200 Neuzulassungseinheiten registriert werden, der smart brachte es dagegen „nur“ auf rund 13.250 verkaufte Exemplare. „Das Imperium schlägt zurückl.“ Zwar nicht vom Todesstern, aber aus Wolfsburg. Nach einer endlos langen „lupo-losen“ Zeit, einer Zeit, in der VW das Feld der Kleinstwagen anderen überließ, gibt es endlich mit dem Up! eine Antwort aus Niedersachsen. Wie immer kommt der VW-Konzern langsam, aber gewaltig. Das Konzept der Norddeutschen scheint aufzugehen: „Kompakte Außenmaße, eine Menge Individualisierungsmöglichkeiten und bewährte Konzerntechnik haben den Up! schon frühzeitig die Spitzenregionen beim zukünftigen Wiederverkauf gesichert“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH.

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Toyota Aygo

Ganz vorne in der Wertstabilitäts-Hitliste der Minicars stehen bei den Newcomer Up! und Schwestermodell Skoda Citigo mit einem prognostizierten Restwert von rund 57,5 Prozent in vier Jahren (siehe auch Tabelle). Mit Restwerten von um die 56,0 Prozent können sich auch der Toyota Aygo, Hyundai ix20 und der dritte Drilling Mii von Seat unter die Top Five der Wertstabilitäts-Hitliste einreihen. Wenn wir uns zusätzlich den Wertverlust in Euro anschauen, sichern sich der Mii und der Aygo die vorderen Plätze. So attestieren die Prognostiker dem 60 PS Mii in vier Jahren einen Wertverlust von nur circa 3.890 Euro und der Aygo liegt mit 3.900 Euro knapp dahinter. „Und wieder geht es um Geschmackseigenschaften. Denn bei nahezu eineiigen Drillingen wie Up!/Mii/Citigo ist die Technik völlig identisch und lediglich die Optik, der Preis und die Ausstattung entscheiden über den Kauf. Die spanischen und tschechischen Up!-Arten sind 1.000 bzw. 400 Euro günstiger als der VW und insbesondere der Seat wirkt sehr sportlich elegant. Eine Reihe von sinnvollen Ausstattungen sind erhältlich, angefangen von Start/Stopp bis hin zum automatischen Bremsassistenten. Dennoch müssen alle drei Marktanteile von Koreanern und Franzosen zurückerobert werden und dies wird nicht gerade leicht!“, so Dieter Fess.

Im Restwert-Mittelfeld der ausgewählten Cityhopper können sich der Peugeot 107, Fiat 500, Ford Ka und C1 von Citroën platzieren. „Der C1 vertritt, gemeinsam mit seinen Klonen Peugeot 107 und Toyota Aygo, die Knutschkugelfraktion unter den Kleinwagen. Beliebt bei Jung und Alt, bei Frauen wie bei Männern, ist der kleine Citroën aus unserem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Hinzu kommt, dass die Marke Citroën, bedingt durch sehr gelungene neue Modelle in anderen Segmenten, wahrnehmbar an Image gewonnen hat. Auch wenn der Zeitpunkt naht, zu dem der kleine Franzose abgelöst wird – auch die heutige Modellgeneration wird auf lange Zeit ein Nachfragerenner bleiben“, so Dieter Fess. Nicht ganz zwei Prozentpunkte weniger an Wert attestieren die Prognose-Experten dem bereits erwähnten smart Fortwo, dem Opel Agila und dem Renault Twingo. „Die erste Generation des Twingo hatte den Spitznamen Knutschkugel schon lange vor dem Erscheinen des Fiat 500. Der seinerzeit amtierende Daimler-Chef rief angesichts der Messepräsentation der ersten Twingo-Generation begeistert aus: ‚Der lacht ja!’ Ein absolutes Erfolgsmodell, das sich wahrhaft in die Herzen der Autofahrerinnen fuhr. Der Nachfolger fiel dann unverständlicherweise ziemlich verwechselbar und beliebig aus – gleichwohl war er nicht unerfolgreich. Die aktuelle Twingo-Generation soll wieder zeitgeistiger werden, das Zeug dazu hat sie. Nicht nur äußerlich wirkt sie markanter als der direkte Vorgänger, die Möglichkeiten den kleinen Renault zu individualisieren sind mannigfaltig und dürften auch reichlich genutzt werden. Ein wieder erstarkter Konkurrent für 107, C1 und Aygo“, so Dieter Fess.

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Citroën C1

Eines steht auf jeden Fall fest: Der potentielle Minicar-Käufer muss sich in diesem Segment genau ansehen, was er für sein Geld bekommt und für welchen Einsatzzweck die Anschaffung sein soll. Manche Autos bleiben eher der Stadtfloh mit geringem Komfort und lediglich kurzstreckentauglich. Andere sind veritable Automobile, die zwar kurze Abmessungen haben, ansonsten aber durchaus großzügige Unterbringung ermöglichen. Diese sind dann zwar etwas teurer, aber meistens lohnt sich diese Anschaffung dann doch.

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Restwert-Prognosen Minicars nach Jahren in Prozent

Marke/Modell kW/PS Neupreis
in Euro
Restwert in
4 Jahren in %
Wertverlust in
4 Jahren in €
Chevrolet Spark 1.0 50/68 9.140 50,0 4.569
Citroën C1 Attraction 1.0 3-Türer 50/68 9.450 55,2 4.234
Fiat 500 Pop 1.2 8V 51/69 11.600 55,9 5.119
Ford Ka Ambiente 1.2 51/69 9.800 55,2 4.389
Hyundai i10 Classic 1.1 51/69 10.290 51,3 5.014
Hyundai ix20 1,4 blue Classic 66/90 15.090 56,0 6.640
Opel Agila 1.0 ecoFLEX 50/68 10.600 53,8 4.899
Peugeot 107 Access 70 3-Türer 50/68 9.650 55,9 4.255
Renault Twingo Expression 1.2 LEV 16V 75 (eco) 55/75 9.990 53,5 4.645
Seat Mii 1.0 44/60 8.890 56,2 3.891
Skoda Citigo Active 1.0 3-Türer 44/60 9.450 57,4 4.022
smart Fortwo coupe pure 45/61 10.275 53,9 4.742
Suzuki Splash 1.0 50/68 9.990 51,9 4.806
Toyota Aygo 1.0 3-Türer 50/68 8.990 56,6 3.900
VW Up! Take up! 44/ 60 9.850 57,5 4.183

Quelle: Bähr & Fess Forecasts | Stand Juni 2012 | Händler-Verkaufspreise | Basislaufleistung

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