Marktbetrachtung: Fahrzeuge mit einem Neupreis von 30.000 bis 40.000 Euro


Von Minicar bis Mittel­klasse

0

Was bekommt man für 30.000 bis 40.000 Euro? Grundsätzlich eine ganze Menge! Von Minicar bis Mittelklasse warten in diesem Preissegment mehr als 1.700 verschiedene Modellversionen von 34 Herstellern auf einen Käufer. Wer diese Summe ausgeben möchte, hat wahrlich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten auf dem Neuwagen-Gebiet. Benziner, Diesel, Hybriden und auch reine Stromer, alles ist dabei.

Allerdings findet man sich auch ganz schnell in der Zwickmühle wieder. Verzicht üben zugunsten hoher Motorisierung und Ausstattung und dafür viel Image einkaufen? Dann stehen Audi, BMW und Mercedes parat. In der Mittelklasse dieser Preiskategorie beginnen die Preise beim 150 PS starken Škoda Superb Combi mit 31.240 Euro. Die 3er-Reihe von BMW kostet einige Tausend Euro mehr. Der 156 PS starke 318i beispielsweise kostet 37.750 Euro. Ausgewählte Fahrzeuge der sogenannten Golfklasse und aus dem Reich der Mitte hat die Bähr & Fess Forecasts GmbH mit Sitz in Saarbrücken in Bezug auf die Wertstabilität näher ins Visier genommen (siehe Tabelle). Hier ist zu berücksichtigen, dass die Prognosen nach vier Jahren von Händlerverkaufswerten mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometer pro Jahr ausgehen.
In der Kompaktklasse vom Schlage eines Audi A3, BMW 1er-Reihe und Seat Leon stehen in der genannten Preiskategorie rund 650 Modellversionen von 21 Herstellern derzeit in Deutschland zur Wahl. Unter den ausgewählten Modellen Audi A3, der BMW 1er-Reihe, dem DS 4 und dem Seat Leon hat eindeutig der Ingolstädter A3 in Sachen Wertstabilität die Nase vorn. Der A3 Sportback 35 TFSI S-Tronic mit 150-PS-Motorisierung hat in vier Jahren noch einen prozentualen Restwert von 52 Prozent. Das bedeutet, dass der Ingolstädter Pilot bei einem ehemaligen Neupreis von 31.900 Euro in vier Jahren nur einen Wertverlust von rund 15.300 Euro verschmerzen muss. Lediglich zwei Prozentpunkte mehr an Wert verliert sein Diesel-Pendant – der A3 Sportback 35 TDI S-Tronic (50,0 Prozent). Allerdings liegt – bedingt durch den höheren Neupreis von 35.900 Euro – der prognostizierte Wertverlust des Diesel-A3 bei 17.950 Euro. Hinter den beiden Ingolstädter Kompaktmodellen rangiert der 136 PS starke Münchner 118i mit einem Restwert von 48,5 Prozent. Rang vier der Stabilitätsliste mit einem Restwert von jeweils 44,5 Prozent teilen sich die Dieselversionen BMW 118d und der Spanier Seat Leon 2.0 TDI DSG. Damit ist der Diesel-Leon auch noch um 0,5 Prozentpunkte wertstabiler als sein Hybrid-Bruder Leon 1.5 eTSI (44,0 Prozent) mit 150-PS-Motor.
„Mindestens seit der letzten Modellgenera­tion ist es Seat vortrefflich gelungen, vollends aus dem Schatten der anderen Konzernmarken herauszutreten. Die proklamierte Sportlichkeit und Dynamik der Iberer ist auch beim aktuellen Leon und sogar bei der Kombivariante kein leerer Claim, sondern sie ist ‚erfahr- und erlebbar‘. Die Idee, noch sportlichere Seat-Modelle, gemeinsam mit völlig eigenständig designten Fahrzeugen, in die Konzernmarke ‚Cupra‘ zu integrieren, wirkt auch positiv auf die DNA der Seat ‚Ur‘-Marke. Als quasi mediterranes VW-Golf-Pendant offeriert Seat eine Alternative für alle, denen Škoda und VW vielleicht eine Spur zu konservativ erscheinen. Dass auch die Restwerte bei Seat stimmen, ist nun wirklich nicht erst seit der aktuellen Modellreihe der Fall“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH. Ebenso in diesem Preissegment ist der DS 4 von DS Automobiles angesiedelt, der in Sachen Restwert etwas schwächer abschneidet als der Spanier. So prognostizieren die Forecasts-Experten dem 130 PS starken DS 4 in vier Jahren noch einen Restwert von 43,5 Prozent und die Diesel-Version verliert mit einem Restwert von 42,5 Prozent noch einen Prozentpunkt mehr an Wert. „Wer sich für ‚das Gesicht in der Menge‘ entscheidet, dem sei die neueste deutsch-französische Kooperation, der DS 4, ans Herz gelegt. Der in Rüsselsheim gebaute Franzose ist der Konzernbruder des künftigen Astra und macht insbesondere in Sachen Extravaganz und Hochwertigkeit keine halben Sachen. Dies gilt für das Design, aber auch für den durchgestylten Innenraum. Die verwendeten Materialien sind hochwertig und man muss sich schon Mühe geben, Hartplastik dort zu entdecken, wo das Auge nicht unbedingt umherschweift. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass DS Automobile innerhalb der Stellantis Gruppe als Premiummarke positioniert wird. Die ehemaligen PSA-Modelle bewegen sich schon seit geraumer Zeit auch in puncto Wiederverkaufswert auf einem höheren Niveau. Das trifft allerdings auch für Verkaufspreise zu, die, je nach Ausstattungspaket, durchaus ambitioniert sind“, so Dieter Fess.
All jenen, die eine Mittelklasse-Limousine in der genannten Preiskategorie favorisieren, kann auch geholfen werden. Im Reich der Mitte stehen rund 190 Modellversionen von vierzehn Herstellern in Deutschland zum Verkauf parat. Die Prognose-Experten haben die Limousinen mit Benzin- und Dieselmotorisierung aus dem Reich der Mitte von Opel, Peugeot und Škoda näher unter die Lupe genommen. Der Škoda Superb hat um bis zu sechs Prozentpunkte bessere Restwerte als sein Wettbewerber von Opel und Peugeot. In vier Jahren attestieren die Prognostiker dem Superb 2.0 TDI DSG noch einen Restwert von 41,5 Prozent und 41,0 Prozent für den Benziner Superb 1.5 TSI DSG. Der Peugeot 508 PureTech 130 EAT8 kommt noch auf einen Restwert von 39,5 Prozent (508 BlueHDI 130 EAT8: 38,5 Prozent) und der Rüsselsheimer Insignia GS 1.5 Diesel Automatik verliert sogar 36,5 Prozent (Insignia GS 2.0 Turbo Automatik: 35,5 Prozent).

Text Ute Kernbach
Fotos Audi, BMW, DS, Opel, Seat, Škoda

Weitersagen

Schreiben Sie einen Kommentar