Marktbetrachtung: Cabrio/Roadster


Porsche und MINI besonders wertstabil

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Sommer, Sonne, Cabriolets? Der Cabrio-Markt verlief in der Vergangenheit immer in Wellen. Mal war die Nachfrage größer – mal kleiner. So gab es im Jahr 2000 noch rund 117.200 Zulassungen, 2004 waren es sogar mehr als 160.000 Open-Air-Mobile, die in Deutschland einen Käufer fanden. Gleichsam kein Hersteller, der „etwas auf sich hielt“, wagte damals ein Portfolio ohne Cabrio. Das sieht heute ganz anders aus: So hat beispielsweise VW nur noch den T-Roc als Cabrio im Angebot, und bei Opel sind Tigra, Speedster und Cascada längst Geschichte.

Die neueren Zulassungszahlen (nach Jato Dynamics) im Vergleich zu früher: So wurden laut Jato Dynamics in 2010 nicht einmal mehr 100.000 Cabriolets und Roadsters hierzulande neu zugelassen, 2015 ging es mit knapp 85.500 Zulassungen weiter bergab. Im vergangenen Jahr fanden nur noch rund 53.600 Open-Air-Mobile einen Käufer.

Die Prognose-Experten der Bähr & Fess Forecasts GmbH haben Restwerte in vier Jahren von ausgewählten zwei- und viersitzigen Oben-Ohne-Autos näher ins Visier genommen. Vorweg: Was nicht bezahlt wurde, kann man nicht verlieren! Konkret: „Ein teurer Porsche 718 Boxster verliert nach 48 Monaten und 80.000 Kilometern Laufleistung den finanziellen Gegenwert eines fabrikneuen MINI One Cabriolets. In der gleichen Zeit liegt der monetäre Wertverlust eines Fiat 500 C Cabriolets circa 60 Prozent niedriger als beim Zuffenhausener Modell“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH mit Sitz in Saarbrücken.

Bei den ausgewählten Fahrzeugen der vierjährigen Open-Air-Vertreter macht der Porsche 718 Boxster in Sachen Wertstabilität dennoch insgesamt eine gute Figur und setzt sich an die Spitze der Rangliste. Der 300 PS starke Roadster ist nach dem genannten Zeitraum noch 55,5 Prozent seines ehemaligen Neupreises von rund 60.060 Euro wert. Das bedeutet aber auch, dass sein Eigner nach diesem Zeitraum rund 26.730 Euro abschreiben muss. Rund drei Prozentpunkte mehr an Wert verliert das MINI One Cabriolet und belegt damit den zweiten Rang. „Vereinfacht gilt: Wo MINI draufsteht, ist geringer Wertverlust drin. Dies trifft insbesondere auf das MINI Cabrio zu, auch wenn MINI-Puristen diese Karosserieform nicht sonderlich schätzen“, so Dieter Fess. Dem 102-PS-MINI-Cabrio attestieren die Prognostiker in vier Jahren noch einen Restwert von 52,5 Prozent. Bei einem Neupreis von 26.450 Euro muss der MINI-Pilot aber auch nur einen Wertverlust von rund 12.560 Euro hinnehmen. Der gut 15.000 Euro teurere Audi TT Roadster 40 TFSI (51,0 Prozent), unter dessen Motorhaube allerdings auch 197 PS werkeln, verliert in diesem Zeitraum anderthalb Prozentpunkte mehr an Wert. Das bedeutet bei einem Neupreis von 41.500 Euro zugleich, dass der TT-Pilot einen monetären Wertverlust von etwas mehr als 20.300 Euro hinnehmen muss.

Es folgen mit Restwerten zwischen 47 und unter 49 Prozent der BMW Z4 sDrive 20i (48,5 Prozent) und das VW T-Roc Cabriolet 1.0 TSI sowie der Mazda MX-5 Skyactiv-G 1.5 mit einem prognostizierten Restwert von jeweils 47,5 Prozent. „Das Ur-Modell des MX-5 entfachte in den Achtzigern den ersten Cabrio-Boom. Die DNA des MX-5 ist unverändert, auch wenn seither verschiedene, teils mehr, teils weniger gelungene Designvarianten ausprobiert wurden: Zweisitzer, preiswert, puristisch und unverwüstlich, das ist eine Erfolgsformel“, weiß Dieter Fess.

uMit einem prognostizierten Restwert von 45 Prozent liegt das kultige Fiat 500 C 1.0 Hybrid GSE am unteren Ende der Skala der ausgewählten Modelle. „Der prozentuale Restwert des Fiat mag auf den ersten Blick zwar nicht beeindruckend sein, aber der Wertverlust in Euro ist letztlich derjenige, der sich in unserem Geldbeutel bemerkbar macht. Und das verschafft der bella machina im Retro-Look auch nach langen Jahren im Programm immer noch einen guten Auftritt in Sachen Wertverlust.“ Und wieder gilt: Was nicht bezahlt wurde, kann man auch nicht verlieren.

 

Fotos Audi, BMW, Fiat, Mazda, MINI, Porsche, VW

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