Kommt Zeit – kommt Wolseley


Eine seltene Auto-Leidenschaft

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Als am 23. Dezember 1932 ein Wolseley Hornet Special in Brighton erstmals zugelassen wurde, ahnte das Ehepaar Stephens nichts davon, dass ihr Fahrzeug fast achtzig Jahre später einen neuen Besitzer findet. Dieser neue Eigner kann endlich, nachdem er weltweit nach einem solchen Fahrzeug gesucht hat, den Wolseley Hornet Special, 2011, in seine Fahrzeugsammlung aufnehmen. Das Besondere an diesem Oldtimer ist, es ist alles original. Bis auf die neue Lackschicht aus dem Jahr 1973. Anhand der mitgelieferten Unterlagen ist dies alles nachvollziehbar. Die Aluminiumkarosserie wurde seinerzeit bei Abbey, London, handgedengelt.

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Rainer Bastuck ist als neuer und stolzer Besitzer dieses sehr seltenen Fahrzeugs außerordentlich überrascht über die originale Substanz seiner neuesten Errungenschaft. Er suchte weltweit nach diesem einen Fahrzeugtyp. Wenn er eins dabei gelernt hat, dann ist es Geduld. Rainer Bastuck stolperte im Internet über eine Verkaufsannonce. Der Verkäufer und das Fahrzeug befanden sich auf der Mittelmeerinsel Malta. Dort konnte das Fahrzeug aus einer großen Sammlung, die gleichfalls als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, herausgekauft werden. In diesem Fall hieß es: Keine Zeit verlieren und sich um die Modalitäten des Kaufs und die anschließende Verschiffung des Fahrzeugs kümmern. Auch hier war der oldtimererfahrene Bastuck, seit der Gründung seiner Firma Bastuck & Co. GmbH, März 1986, in Lebach (Saarland), über den reibungslosen Ablauf mehr als überrascht. In sehr kurzer Zeit konnte er das durch eine Spedition angelieferte Fahrzeug in seine Arme schließen. Zum Fahrzeug gehören auch eine originale Preisliste und ein Ersatzteilkatalog. Im Motorraum befindet sich eine Arbeitslampe als zeitgenössisches Extra. Dies sind alles Details, die diesen Oldtimer zu etwas wirklich außergewöhnlich seltenem machen.

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Rainer Bastuck in seinem Wolseley Hornet Special 1932

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Rainer Bastuck und seine Frau Donate fahren im historischen Oldtimer-Rennsport eigentlich sehr schnell und auch erfolgreich. Der Wolseley Hornet Special zwingt die Beiden zu entschleunigen. Obwohl unter der Motorhaube ein kleinvolumiger 6-Zylinder Motor mit 1.271 cm³ mit einer Leistung von 40 kW/55 PS seinen Dienst verrichtet, animiert dieser seltene Oldtimer nicht zu einer Geschwindigkeitsorgie. Sie nutzen ihn zu Genusstouren. Rainer Bastuck sagt: „Der Wolseley Hornet Special zwingt mich dazu mal langsam zu machen.“

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Der Motor springt auch nach längerer Standzeit ohne Probleme an. Ein Starterknopf auf dem Getriebe muss gedrückt werden und der 6-Zylinder entfacht über den Auspuff einen Sound wie ein „Großer“. Bei einer Ausfahrt mit Rainer Bastuck erzählt er im rechtsgesteuerten und mit links geschalteten Hornet Special, dass er sich immer erst an das Gemächliche gewöhnen muss. Dazu gehört auch das Zwischengas und -kuppeln. Nach wenigen Kilometern Strecke ist er wieder in seinem Element. Der Oldtimer Motor summt gleichmäßig wie eine Hornisse, dies ist die Übersetzung seines Namens Hornet. Der Auspuffsound übertönt beim Beschleunigen jedoch sehr eindrucksvoll das Summen. Vergleichbar mit den anderen Rennpretiosen der Bastuck‘schen Sammlung ist er dennoch nicht. Es ist eben kein Rennsportwagen. Donate Bastuck nennt den Wolseley mit einem Augenzwinkern gern: „Goofyauto“. Eine Anlehnung an das Aussehen des Autos mit der die Walt Disney Figur Goofy in den weltberühmten Comics unterwegs ist.

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Der 6-Zylinder Motor zwei Vergaser – 2 für 6.

So kommt es auch nicht von ungefähr, dass sobald das Auto irgendwo abgestellt steht, die Neugierde vieler Betrachter geweckt wird. Immer dieselbe Frage wird gestellt: „Was ist das für ein Oldtimer? Welcher Hersteller?“ Und danach folgt unisono die Bemerkung: „Wolseley, noch nie gehört.“ In der schnelllebigen Zeit ist es daher nicht verwunderlich, dass eine Firma mit interessanten Fahrzeugen in Vergessenheit gerät. Dank Oldtimer Sammlern wie Rainer Bastuck, der seine Oldtimer auch selbst restauriert, kann man bei der einen oder anderen Oldtimer-Veranstaltung solche Raritäten bestaunen.

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Die originale Arbeitslampe ist im Motorraum untergebracht

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