Doc Peppi nimmt die Angst vorm Zahnarzt


Berliner Praxis setzt ersten Therapiehund ein

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Sein Name heißt übersetzt »Goldstück«: Pepita, kurz Peppi, ist für viele kleine Patientinnen und Patienten genau das.

Gefunden wurde er 2014 von Kindern, als Welpe auf einer Müllhalde in Spanien. Dank einer Tierrettungsorganisation fand er eine Pflegefamilie und wurde dort umhegt. 2015 kam das Tier zur Vermittlung nach Deutschland und direkt zur Kinderzahnärztin Dr. Birte Habedank: Seine neue Chefin ist ausgebildete Traumapsychologin und arbeitet seit mehr als 15 Jahren im Kinder- und Jugendsektor. Der Hund hilft durch seine Anwesenheit, Ängste zu beseitigen oder zu mindern und ist Teil des therapeutisch-zahnärztlichen Konzepts der Praxis.
Doc Peppi durchlief eine Ausbildung zum Therapiehund mit intensiven Trainings zu Hause und in der Hundeschule. Der Hund mag Kinder und hat großen Spaß daran, bei KU64, einem Dentisten-Zentrum in der Bundeshauptstadt, zu helfen. Das Tier gibt die Liebe und Fürsorge, die es bekommt, stets zurück, auch gern mal mit einem Küsschen.

Dennoch, bei aller Liebe wird
der hohe Hygienestandard in der Praxis
natürlich gewährleistet.

Doc Peppi wird vor Arbeitsbeginn akribisch gereinigt, selbstverständlich auch Schnauze und Zähne. Außerdem trägt er über seinem Fell immer saubere Arbeitskleidung. Regelmäßige Tierarztkontrollen stehen an, damit er gesund und infektionsfrei bleibt. Im Kinderbereich ist ein Raum extra für ihn reserviert. Dieser wird nach der Sprechstunde sofort nach allen Hygienestandards gereinigt, genauso die anschließende Händehygiene eingehalten. Doc Peppi ist sehr liebevoll, aufgeschlossen und fröhlich, aber auch äußerst sensibel. Er bellt nicht und mag Streicheleinheiten.
Doc Peppi arbeitet deutschlandweit als einer der ersten Therapiehunde, die regelmäßig in einer Zahnarztpraxis tätig sind, und ist der erste in Berlin. In den USA und in Australien werden seine Hundekollegen bereits seit vielen Jahren in Kinderzahnarztpraxen eingesetzt. Hierzulande schaffen Therapiehunde zudem in Kinderkrankenhäusern, bei Kinderärzten, bei Logopäden und Physiotherapeuten.
„Wir empfangen die Kinder liebevoll, mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Der erste Besuch bei uns soll so schön sein, dass Angst gar nicht erst entsteht“, sagt Dr. Habedank. Damit Kinder mit einem gesunden Lachen groß werden, ist die Verhütung von Zahnerkrankungen sehr wichtig. „Sollte doch einmal eine Behandlung nötig sein, wird diese schonend und schmerzfrei sein“, versichert die 41-jährige Dentistin. Dabei ist der Therapiehund Doc Peppi in seinem Element und setzt sein ganzes Können ein.
Das erste Kennenlernen ist generell kostenfrei und muss nicht extra dazu gebucht werden. Bei gewünschtem weiteren Einsatz wird der entsprechende Mehrwert der zahnärztlichen Leistung berechnet und dazu gebucht. Der Preis richtet sich nach dem Behandlungsziel und ist kein Bestandteil kassenärztlicher Leistungen. Die Kosten, die die Eltern zusätzlich tragen müssen, sind sehr individuell. Sie belaufen sich in der Regel zwischen 60 und 120 Euro! Die Behandlungszeit beträgt rund eine Stunde. „Wir bekommen viele Anfragen; viele, wirklich viele Kinder und Jugendliche finden den Weg in unsere Praxis“, berichtet die Kinderzahnärztin.

Foto Erwin Halentz

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