Das UNIMOG-Museum in Gaggenau


Besuch bei einer Legende

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63 Jahre ist er nun auf der ganzen Welt unterwegs, eine Zeit, in der er sich stets neu weiter entwickelte… Und doch „der Alte“ blieb. Denn seine vom „Vater“ Albert Friedrich ab 1946 mit auf den Weg gegebenen guten Gene hat der UNIMOG bis heute beibehalten: Allradantrieb, gleich-große Räder, Schraubenfedern, Portalachsen und, bis auf eine Ausnahme, Dieselmotoren. Daimler-Benz-Ingenieure für Flugzeugmotoren, die wegen der alliierten Sperrklausel nicht an ihren Projekten weiterarbeiten durften, taten sich zusammen, um ein geeignetes Fahrzeug für die Land- und Forstwirtschaft zu bauen.

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Die Vita des Fahrzeugs, dessen Name aus dem Begriff „UNIversalMOtorGerät“ abgeleitet ist und eigentlich von seinem Erfinder Hans Zabel stammt, durchläuft gerade in der Anfangsphase etliche Stationen als Prototyp und danach als „Boehringer-Unimog BM 70.200“ aus Göppingen, wo die „Kiellegung“ der ersten Serienfahrzeuge bereits 1949 stattgefunden hatte. Die Daimler-Benz AG übernahm dann das Know-how und die Produktion ab 1951 in Gaggenau im Schwarzwälder Murgtal. Als Modell „U 2010“ startete die „MOG“-Herstellung dann hier, bis sie 2002 ins nahe, größere und moderne Werk nach Wörth am Rhein verlegt wurde.

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Exakt 55 Jahre nachdem der erste UNIMOG das Schwarzwälder Werk verlassen hatte, wird das UNIMOG-Museum 2006 in Gaggenau eröffnet. Ein Trägerverein war gegründet und noble Sponsoren unterstützten (und unterstützen noch heute) das Haus der UNIMOG-Legende. Dies alles und noch viel mehr erfährt der Besucher dann von Carl-Heinz Vogler, der einen großen Teil seines Lebens als Konstrukteur im Werk tätig war und heute als Pensionär die spannende Historie des „MOG“, wie ihn wahre Fans nennen dürfen, kenntnisreich und liebevoll erzählt. Quasi aus dem Wohnzimmer der Geschichte, die er mitgeschrieben hat. Während der erste UNIMOG noch für etwa 13.800 D-Mark zu erwerben war, kostet ein heutiges Modell, je nach Ausstattung bis knapp über 250.000 Euro. Die Einsatzschwerpunkte hatte schon Albert Friedrich 1946 als Chef präzise definiert: Landwirtschaft, Forst, Feuerwehren, Bauwirtschaft sowie später noch die Streitkräfte. Dieses Marktpotenzial ist neben der sprichwörtlichen Qualität und den nahezu unendlichen Zusatzfunktionen des UNIMOG mitverantwortlich für die weltweite Verbreitung.

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Der Besuch im Museum kann und sollte ergänzt werden durch eine Mitfahrt im Außenparcours nebenan, wenn UNIMOG-Testfahrer Swen Mayer die absolute Souveränität des Alleskönners bis an die Grenzen der Besucher-Leidensfähigkeit demonstriert. Faszination pur in Theorie und Praxis: ein Besuch in Gaggenau ist parallel zur technischen Historie auch ein wichtiges Glied der deutschen Zeitgeschichte nach dem 2. Weltkrieg.

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