Customizing für besonders gut Betuchte


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Individualisierung ist schwer im Trend. Die Königsdisziplin dabei beherrschen nur wenige: neue Karosserien für Highend-Autos.

G 63 AMG (W 463) 2012
Luxus boomt, erst recht bei Autos. Bentley und Rolls-Royce melden Verkaufsrekorde, Jaguar Land Rover peilt erstmals mehr als 500.000 Autos an und die deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz feiern ein Rekordquartal nach dem anderen.

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Bei Preis und Leistung gilt: Mehr geht immer. Das weiß auch Dany Bahar (43). Der Ex-„Senior Vice President Brand“ bei Ferrari und Ex-CEO von Lotus ist der Kopf von ARES, einer Spezial-Schmiede für Highend-Umbauten mit Sitz in Modena – und mit sehr speziellen Kunden, meist aus Russland oder dem Mittleren Osten. „Wir setzen da an, wo der 1,2-Millionen-Euro-Bugatti einfach nicht mehr reicht“, sagt Bahar.

Etwas Einmaliges muss es sein. Etwas, das Begehrlichkeiten weckt und die eigene Seele streichelt. „Die Exklusiv-Abteilungen der großen Hersteller sind in ihren Umbau-Möglichkeiten reglementiert. Man kann bei einer Serienfertigung nicht plötzlich sagen: Diesen einen Sitz machen wir jetzt mal ein bisschen runder hier oder dieses eine Armaturenbrett ein bisschen höher. Das geht schlichtweg nicht bei industrialisierten Prozessen.“

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Auto-Ateliers wie ARES gehen einen Schritt weiter, das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Für 240.000 Euro aufwärts zum Beispiel bekommt der Range Rover ein neues Interieur-Design, eine individuelle Front und eine Leistungssteigerung auf 600 PS. Metamorphosedauer: circa vier Wochen. Es können aber auch acht Monate sein, je nach Umfang. Maßsitze verstehen sich von selbst: „Alles andere ist nur Kosmetik“, meint Bahar.

ARES-Chef Dany Bahar
Bestes Beispiel für eine Design-Metamorphose ist das ARES Atelier Concept für den Mercedes G 63 AMG: Das kantige Armaturenbrett wird mondän aufgestockt, das hoch aufragende Dach gechopt, die Front durch C-Klasse-Scheinwerfer verjüngt, das Heck durch SLS-Rückleuchten gepimpt. Alle Teile, die ARES verwendet, stammen letztlich aus der Serie oder von renommierten Zulieferern – oder werden von Spezialisten per Hand maßgefertigt.150 Umbauten peilt ARES für 2015 an. „Wir liefern mit unseren Teams und Entwürfen nur die Inspiration. Es wird nie ein eigenes ARES-Auto geben. Was der Kunde sehen und berühren kann, das ändern wir. Die Technik darunter lassen wir unberührt.“ Von einer adäquaten Leistungsspritze, so gewünscht, mal abgesehen.

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