Citroën »Scarabée d’Or«: Sahara-Durchquerung rückt näher


Update: Es stand in KÜSmagazin

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Nach exakt 100 Jahren wird der originalgetreue Wiederaufbau des Citroën B2 10 HP Modell K1, der »Scarabée d’Or«, in authentischer Form und Farbe gemeinsam mit aktuellen Elektrofahrzeugen von Citroën die ersten Sahara-Durchquerung mit einem Automobil wiederholen. Für die Fahrt vom 19. Dezember 2022 bis 7. Januar 2023 waren umfangreiche Vorbereitungen nötig.

 

Mit klassischer Torpedo-Karosserie vorn und einem vor außen rundum zugänglichen Kastenaufbau aus Aluminium dahinter ist der Scarabée d’Or 3,70 Meter lang, nur 1,50 Meter breit und – weil ohne Verdeck – 1,68 Meter hoch. Für die gelenkten Vierloch-Stahlscheiben-Vorderräder mit Vollgummireifen an der von Viertelelliptik-Blattfedern abgestützten Starrachse gibt es ein Reserverad am Heck, während Ersatzteile für die über eine starre Hinterachse mit Mitten-Differenzial an umgekehrten Blattfedern angetriebenen Laufwerke mit frei laufender Scheibe vorn und vier Führungsrollen für die vulkanisierten Gummi-Leinen-Bänder aus einem Stück im Fahrzeug mitgeführt wurden. Pfiffige Lösungen sind der dritte, mittig hinter Fahrer- und Beifahrerplatz angeordnete Sitz und die seitlich aus der Motorhaube herausragenden Kühler-Verbreiterungen: Dadurch wird das Kühlwasser für den etwa 15 kW/20 PS starken, von einem Solex-Horizontalvergaser mit Benzin versorgtem Vierzylinder mit 68 Millimeter Bohrung und 100 Millimeter Hub auch dann gekühlt, wenn bei langsamer Fahrt – die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h – der Wüstenwind nur beständig von hinten weht.
Einen wesentlichen Beitrag zur originalgetreuen Wiederherstellung des Goldskarabäus leistete Glasurit: Anhand eines kaum vergilbten Lackfragments am ursprünglichen zweiten, verbliebenen Fahrzeug »Croissant d’Argent« – welches sich im Musée des Cordeliers in St. Jean d’Angély befindet – konnte der Farbton des ursprünglichen Naturharzlacks mit Leinöl und Kopallackanteilen so gut wie technisch möglich nachgestellt werden.
Die erste Schicht des neuen, zweischichtigen Lackiersystems für Nutzfahrzeuge ist eine PU-basierte Stahl-Grundierpaste 568-46. Diese wird mit einem HS-2KCV-Decklack der Reihe 68 eingefärbt und dann auf einen Glanzgrad von etwa 20 Prozent mattiert. Der neue Farbton »Blanc Sahara« fand auch Aufnahme in die Classic Cars Farbtondatenbank von Glasurit.
Auch das Logo des Goldskarabäus wurde, mit Spektrophotometer und einem Spezialsystem von Glasurit, exakt nachgestellt, der braune Hintergrundfarbton auflackiert und der gesprenkelte Effekt mit einem nassen Schwamm direkt nach dem Lackauftrag erzielt. Um die genauen Dimensionen zu replizieren, wurden Papierschablonen hergestellt und schließlich erhielt der Scarabée d’Or sein neues Logo in Streichstruktur vom Künstler Jim Serfass im Citroën Conservatoire.

Fotos Karl Seiler

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