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Elektroroller aus dem Erzgebirge wieder am Markt

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Nun soll es endlich klappen. Der Elektroroller Charly aus dem Erzgebirge will sich beim dritten Anlauf langfristig am Markt behaupten. Die Chancen dafür stehen gut.

Eineinhalb Jahre haben Lutz Groß und sein Team für die Überarbeitung des Elektrorollers Charly gebraucht, um ihn zur Marktreife zu bringen. Der Roller werde im erzgebirgischen Schneeberg in der eigenen Manufaktur zusammengebaut, sagt der Geschäftsführer der MuZ Vertriebs GmbH. Der Ort liegt keine 20 Kilometer von Zwickau entfernt. In dem Unternehmen sind gegenwärtig sechs Fachkräfte beschäftigt.

Charly wiegt 40 Kilogramm, lässt sich zusammengeklappt fast in jedem Kofferraum unterbringen. „Elektroantriebe sind momentan in aller Munde, da passt unser Charly genau hin“, betont Groß. Die Maximalgeschwindigkeit des Fahrzeug beträgt 25 km/h. Die Reichweite des Akkus liegt bei 20 Kilometern, danach muss er für vier Stunden mit einem integrierten Ladegerät an eine normale 220 V Haushaltsteckdose. Eine aus 8 LED bestehende Anzeige gibt über den aktuellen Ladezustand des Akkus permanent Auskunft. Charly kann seit März für 1.790 Euro in sechs Grundfarben erworben werden, bisher sind um die 50 Fahrzeuge ausgeliefert. Die Lieferzeit beträgt zwei bis vier Wochen. Produziert wird nach Bestellung. Groß: „Wir sind mehr Manufaktur, können auf Kundenwünsche schnell reagieren.“ Wer beispielsweise eine andere Farbe für seinen ganz persönlichen Charly wünscht, bekommt sie für einen Aufpreis von 54,95 Euro. Ein Partner in unmittelbarer Nähe erledigt diesen Auftrag.

Die Schneeberger sehen sich als offenes Unternehmen, laden Kunden und potenzielle Käufer in die Manufaktur. Dieser Kontakt sei wichtig, die Menschen sollen vor Ort sehen, „wie wir arbeiten. Das schaffe einerseits persönliche Kundenkontakte, andererseits geben uns Käufer so manche Idee mit auf den Weg, die wir möglicherweise umsetzen.“

1993 wurde die erste Generation vom Charly entwickelt. Anfangs ließ sich der Roller nur schleppend verkaufen, obwohl MuZ mit renommierten Vertriebspartner kooperierte. Nach der Insolvenz von MuZ 1996 und der Übernahme des Unternehmens durch den malaysischen Hong Leong Konzern erfolgte eine grundlegende technische Weiterentwicklung. Seinen Höhepunkt erlebte Charly Anfang des neuen Jahrhunderts mit Stückzahlen von bis zu 600 im Monat. Etwa die Hälfte wurde davon in die USA geliefert.

Charly wurde ständig weiterentwickelt, vor allem im Segment der Elektrik. Mit der Insolvenz der Motorenwerke Zschopau GmbH, die das Fahrzeug seinerzeit produzierte, war für Charly 2012 auch Schluss, vorerst einmal. Mit Übernahme der Ersatzteilproduktion für die ehemaligen MZ Zweiräder übernahm die 2013 gegründete MuZ Vertriebs GmbH auch die Ersatzteilversorgung für Charly. „Dabei gab es immer mehr Kundenanfragen für einen neuen Neustart. So haben wir uns 2016 entschlossen, ihn wieder zu animieren“, erzählt Groß.

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