50 Jahre Porsche 911


Die Symbolkraft einer Zahlenkombination

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Die IAA 2013 (Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main) ist für Porsche Anlass eine Sonderedition seines aktuellen Porsche 911 als Jubiläumsmodell – 50 Jahre 911 – zu lancieren. Denn genau am gleichen Ort, vor 50 Jahren, erblickte der 911er, wie er liebevoll genannt wird, das Licht der Scheinwerferwelt.

Jubiläumsmodell 50 Jahre 911

Porsche 911-50

Seine Entstehung war von „langer Hand“ geplant und von dem Grandseigneur des Hauses Porsche, Ferdinand „Ferry“ Anton Ernst Porsche (Sohn von Prof. h.c. Ferdinand Porsche, *19. September 1909, †27. März 1998) intern in Auftrag gegeben. Das Büro, welches mit diesem Auftrag seine Arbeitsleistung darzustellen vermochte, hatte die Nummer 901. So lautete auch die offizielle Bezeichnung während der Vorstellung auf der Automobil-Messe in Frankfurt. Die Werbeprospekte waren auch schon gedruckt.

Doch der französische Automobil-Hersteller Peugeot hat gegen diese Fahrzeugbenennung Einspruch erhoben. Aus seiner Sicht zu Recht, denn bereits 1929 ließ sich Peugeot eine dreistellige Zahlenkombination mit einer Null in der Mitte markenrechtlich schützen. Aus diesem Grund musste Porsche den „Neuen“ auf 911 umbenennen. Keine Serie ohne Ausnahme. Peugeot erlaubte Porsche, für seine rennsportlichen Modelle die nicht für die Straßenzulassung angedacht sind, eine Null in der Mitte. Dies sind die Modelle: 904, 906 (Carrera 6), 907, 908 und 909.

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Porsche 904 GTS

Das bis dahin einzige auf dem Markt käufliche Modell der Firma Porsche war der Typ 356 und dessen Derivate. Intern reifte bei Porsche die Erkenntnis, dass man mit einem veralteten Modell in Zukunft nur noch geringe Marktchancen hat. Daraufhin bekam der Sohn von „Ferry“, Ferdinand Alexander „Butzi“ Porsche (*11. Dezember 1935, †05. April 2012) die Aufgabe des Design zuerkannt. Er schuf mit den Vorgaben aus dem Lastenheft eine zukunftsweisende Linie, die weltweit immer als „der Porsche“ erkannt wird. Hecktriebwerk und dessen Heckantrieb bleiben der Philosophie des Hauses Porsche treu. Während der Typ 901 präsentiert wird, baut man im Porschewerk weiterhin zwei Jahre lang parallel beide Modelle. Bis zu seiner Ablösung erlangt der alte Typ 356 auch den Status eines Mythos.

Man blickt nun auf fünf Dekaden Produktion eines außerordentlichen Sportwagens, der es trotz mannigfaltiger Veränderungen immer geschafft hat, die Herzen derer zu erwärmen, die es sich als Kind schon erträumt haben einen Porsche einmal ihr Eigen nennen zu wollen.

Alle mechanischen Aggregate und Einzelteile der 911-Baureihe bezeichnete Porsche bis August 1969 mit der intern vergebenen Nummer 901. Erst danach stellt man auf die neue Zahlenkombination 911 um. Erstauslieferung des 911 ist im September 1964.

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Werbeprospekt von 1963

Um eine weitaus größere Käuferschicht für den 911er zu erreichen, ließ sich Porsche unterschiedliche Karosserie- und Modellvarianten einfallen. Der Verkaufsstart war eher verhalten, denn der Preis zum Vorgängermodell 356 hatte sich fast mehr als verdoppelt. In Serie erschienen 1966 als erstes Derivat der 911 Targa als „das erste Sicherheitscabriolet der Welt“ und das Vierzylinder-Boxer-Motor Modell 912. Deren Präsentation fand 1965 wiederum auf der IAA in Frankfurt statt. Beide Modelle waren Bestandteil des Produktportfolios bis 1969. Der Targa als 911er wurde dann weiterhin, aber mit einer festen Glasheckscheibe angeboten. Einen Typ 912 gab es, 1976, nur für den US-amerikanischen Markt. Da hier bis zu diesem Zeitpunkt der 911 als alleiniges Modell die Stellung für Porsche halten musste, mit Ausnahme des VW-Porsche 914 und der neue Porsche 924 für diesen Markt noch nicht verfügbar war.

Der größte Bruch in der Entwicklung trat zum Modelljahr 1998 mit dem 911 (intern 996) zu Tage. Der luftgekühlte 6-Zylinder-Boxermotor musste anhand der stetig gewachsenen Leistungssteigerungen zu einem wassergekühlten Boxermotor mutieren.

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Wassergekühlter Boxer-Motor

Zunächst spaltete diese Entscheidung die Porschefan-Gemeinde. Inzwischen haben aber auch die größten Skeptiker diesen Schritt eingesehen. Denn dies war ein notwendiger Schritt, um die gesetzlich geforderten Abgasbestimmungen mit der immer höheren PS-Ausbeute in Einklang zu bringen. Die Verkaufszahlen des Modells 911 sprechen für genau diese Entscheidung. Ab 1999 verdoppelten sich die Stückzahlen im 911er Verkauf. Wer hätte das gedacht? Insgesamt beläuft sich der Erfolg dieses Modells im gesamten Produktions- und Verkaufszeitraums bis einschließlich 31. Dezember 2012 auf 828.272 Exemplare. Zwei Drittel davon sind heute noch immer zugelassen.

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