50 Jahre Opel K-A-D Serie


Ober-Klasse

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Wer vor 50 Jahren K-A-D fährt, „hat es geschafft“. Diese drei Buchstaben symbolisieren 1964 für Opel einen Wiedereinstieg in der Oberklasse. Luxus ist für die anvisierte Kundschaft Normalität. Daher stattet der Rüsselsheimer Automobilhersteller den Kapitän, Admiral und Diplomat, „die großen Drei“, mit einer üppigen Grundausstattung und angemessener Motorisierung aus.

KAD-Beureihen

In der Serie ist der Kapitän mit dem altbewährten 2,6 Liter 6-Zylinder-Motor, erstmals mit wartungsfreien Hydrostößeln, ausgestattet. Ab dem Frühjahr 1965 entscheiden sich nur 113 Kapitän-Käufer für den seltenen „Kleinen“ mit dem 4,6-Liter-V8-Motor, 190 PS, dem Diplomat. Bei Sammlern ist er heute der Begehrteste.

Ein weiteres Model mit Sonderstatus ist der auf Wunsch mit V8-Motor ausgestattete Admiral, von dem 622 Exemplare das Band in Rüsselsheim verlassen. „Neue Sachlichkeit“ folgt den stilistischen Vorbildern der amerikanischen Konzernmutter General Motors. Opel zeigt Größe. Eine neue Dimension erreichen die Karosserieaußenabmessungen: 4,95 m Länge und 1,90 m Breite. Dank der vorderen Sitzbank besitzt der Kapitän als einziger der Baureihe eine Zulassung als Sechssitzer. Admiral und Diplomat warten vorne mit Einzelsitzen auf.

Die 100 PS starken 2,6-l-R6-Motor-Modelle Kapitän und Admiral sind entweder mit dem neuen vollsynchronisierten, am Lenkrad geschalteten Vierganggetriebe oder gegen Aufpreis mit einer sportlichen Mittelschaltung, bzw. einer Zweistufenautomatik lieferbar. Nur für kurze Zeit bleibt diese Motorisierung für die Einstiegsmodelle im Programm. Opel wertet diese Modelle mit dem neu entwickelten CIH 2,8 Litern R6-Zylinder (CIH = Camshaft In Head – obenliegende Nockenwelle im Zylinderkopf) auf. Das neue Aggregat leistet in der S-Version 125 PS und ab Modelljahr 1968 auf Wunsch 140 PS. Folgende Produktionszahlen der A-Serie der K-A-D-Baureihe belegen Ihren Erfolg: Kapitän A inklusive V8-Modelle: 24.249, Admiral und Admiral A V8: 55.876 Stück und Diplomat: 8.508 Exemplare.

1969 folgt die B-Serie. In Ihren Ausmaßen geschrumpft, im Verbrauch genügsamere R6- und V8-Zylindermotoren. So trumpft Opel im Premiumsegment erneut mit seiner K-A-D Flotte auf: „Europäisch und funktionell in der Formgebung, modern in der Technik.“ Zu dieser Zeit waren PS-Angaben auch eine Frage des Prestiges. Die Einstiegsmotorisierung mit dem 2,8-Liter-CIH-Reihensechszylinder leistet im Kapitän 132 PS, die S-Variante im Admiral 145 PS und der „E“ mit 165 PS darf im Admiral und erstmalig auch im Diplomat seine Kraft entfalten. Neben dem 6-Zylinder stellt Opel seiner Kundschaft den V8-5,4-Liter-Motor im Diplomat zur Verfügung. Das äußere Erscheinungsbild unterscheidet sich durch die senkrecht stehenden Scheinwerfer und Rücklichter gegenüber seinen Baureihe-Brüdern mit waagerecht liegenden Front- und Heckleuchten.

Fahrwerkstechnisch präsentieren die Opel-Ingenieure aus ihrem Repertoire eine spur- und sturzkonstante De-Dion-Achse mit Schraubenfedern und Drehstab-Stabilisator. Das animiert den Autotester Fritz B. Busch zu folgendem Fazit: „Dieser Opel ist ein Opel, mit dem sich Opel selbst überholt. Motor, Fahrwerk, Lenkung und Bremsen gehören zum Besten, das ich kenne.“ Für die A-Serie werden bei Karmann in Osnabrück 304 Diplomat V8 Coupés gebaut. Die B-Serie wird durch Langversionen und andere Sonderaufbauten erweitert. Unter anderem werden Kombiversionen für das ZDF und beim italienischen Karosseriebauer Fissore vier 2,8-E-Cabriolet-Limousinen auf die Räder gestellt.

Nach 11.017 verkauften Kapitän, 31.827 Admiral und 18.725 Diplomat endet im Juli 1977 für Opel der Anspruch eines Fahrzeug-Herstellers von Oberklasse-Automobilen.

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