Notice: Undefined variable: post_id in /home/kuesmagazin/public_html/wordpress/wp-content/plugins/custom-bulkquick-edit-premium/includes/acf-custom-bulkquick-edit-premium.php on line 35
45 Jahre Bitter CD – KÜS magazin

45 Jahre Bitter CD


0

Bitter GmbH & Co. KG steht als Hersteller im Fahrzeugbrief des Bitter CD. Es ist wie ein „Ritterschlag“ für Erich Bitter, Geschäftsführer einer Firma, die seinen Namen an jedem der Automobile nach außen sichtbar trägt. Ein großes B – bei späteren Bitter-Modellen im Kühlergrill – wird zum Erkennungsmerkmal. Der CD trägt das B noch klein aber fein, fast schon dezent, als Emblem an der unteren Kante der flachen Motorhaube.

Vor 45 Jahren, September 1973, präsentiert Erich Bitter, auf der IAA in Frankfurt am Main, ein Automobil mit seinem Namen. Den Bitter CD, eigentlich das Bitter Diplomat Coupé. Das Besondere an dieser Präsentation ist der Standort. Es ist der Opel-Stand auf dem der Bitter CD eine große Anzahl von Journalisten und Besucher begeistert.

CD-Coupé Diplomat lautet bereits 1969 die Bezeichnung einer GM/Opel Designstudie, die auf der Frankfurter IAA gezeigt wird. Das spätere Aussehen des Bitter CD orientiert sich an dieser Studie. Georg Gallion – stellvertretender Director of Design/GM – zeichnet für das zeitlose Exterieur des Bitter CD verantwortlich. Er schafft ausgewogene Proportionen der Karosserie auf einem um 16 cm gekürzten Diplomat-Radstand. Da nicht nur das Chassis des Opel Diplomat sondern auch seine Technik: 5,4 Liter V8-Motor als Basis dient (GM – u. a. auch in der Chevrolet Corvette), leitet sich wie selbstverständlich der Name davon ab.

Erich Bitter schafft mit diesem Coup etwas sehr Außergewöhnliches. Wie bereits bei dessen Vorgängermodell Intermeccanica Indra. Ein „Fremdfabrikat“ unter der Ägide eines Weltkonzerns der Weltöffentlichkeit zu präsentieren und dieses dann durch dessen Händlerschaft zu verkaufen und den Werkstattservice zu gewährleisten. Wie war dieses Bitter gelungen?

Die Geschichte fängt, wie meistens, viel früher an. Frank Reisner (1932 in Gyula, Ungarn, als Ferenc Alfred Reisner geboren, † 2001) baut in Montcalieri (Italien) in seiner Fabrik unter dem Namen »Intermeccanica« italo-amerikanische Sportwagen. Einen solchen mit Ford-Technik bestückten Sportwagen kauft Erich Bitter direkt bei Frank Reisner. Zu dieser Zeit hat Bitter, als offizieller Abarth-Händler (Importeur für Deutschland), noch sehr enge geschäftliche Beziehungen zu Carlo Abarth. Der umtriebige Erich ist jedoch mit dem Sportwagenfahrwerk des Intermeccanica Italia (vormals Torino) nicht zufrieden. Er verändert das Fahrwerk und verkauft den Italia danach in Deutschland. Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung (US Ford-Technik) für den Italia unternimmt Bitter einen Vorstoß in Bezug auf Techniklieferung von GM.

Ein Gespräch mit Bob Lutz, zu dieser Zeit Vorstand bei GM/Opel, verläuft vielversprechend. Ein Nachfolger des Italia wird ersonnen. Daraufhin wird der Italia komplett neu konstruiert. Basis: Fahrwerk und Technik von GM. Es ist die Geburtsstunde des Intermeccanica Indra. Aufbauend auf dem Opel Diplomat Fahrgestell und dessen Technik entsteht somit der Vorgänger des Bitter CD. Die Fertigungsgüte der Fahrzeuge lässt Erich Bitter fast verzweifeln. Den Indra – insgesamt: 127 Exemplare, 60 Cabriolets/Spider, 40 Coupés (Notchback -Stufenheck) und 27 Fastback-Coupés – stellt Opel im Vorfeld des Auto Salon in Genf (1971) erstmalig vor. In Deutschland kann man bei vorher ausgewählten Opel-Händlern diesen »Opel-Diplomat-Sportwagen« kaufen und technisch warten lassen.

Im Spätjahr 1973 ergreift Erich Bitter die Initiative und kündigt alle Geschäftsbeziehungen zu Frank Reisner. Er vereinbart mit GM/Opel die Lieferung der Technik und aller relevanten Teile für den Bau eines neuen Coupés. Leider trifft Bitter und GM diese Entscheidung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die erste große Ölpreiskrise (1973) vereitelt ihm und allen anderen Herstellern von Luxusautomobilen den Erfolg. Erich Bitter erhält von GM/Opel einen Vertrag über die Lieferung der Technik für das Coupé Diplomat CD. Mit diesem Vertrag in der Hand kontaktiert er die Karosseriebaufirma Baur. In Stuttgart findet ein sehr interessantes Gespräch zwischen Karl und Heinz Baur, Erich Bitter und am Telefon Alex Cunningham (GM/Opel Vorstand) statt.

Nach diesem Gespräch wird der Bitter CD in Stuttgart bei Baur produziert. Technik und Fahrwerk wird von Opel aus der Fertigung des Diplomat geliefert. Insgesamt 395 Exemplare. Das Ende der Produktion zögern Bitter und Baur bis 1979 hinaus, einige wenige Bitter CD werden noch Mitte des Jahres 1980 ausgeliefert. Obwohl Opel sein Oberklasse-Modell Diplomat zum Jahresende 1977 bereits einstellt und damit einhergehend die Teilelieferung und die Wartung durch die Opel-Händler. Wenn man heute einen Bitter CD anschaut, nach 45 Jahren, ist er noch immer zeitlos. Schön, dass es solche Automobile gibt. Erich Bitter wünschen wir weiterhin alles Gute. Er ist ein besonderer Mensch, rastlos, voller Ideen und hoffentlich weiterhin gesund um dieses Jahr seinen 85. Geburtstag zu feiern und vielleicht … Die Geschichte Bitter hat viele Facetten.

Weitersagen

Schreiben Sie einen Kommentar